Der Iran richtet weiter Kinder hin

November 4, 2008

Der Iran will künftig die Todesstrafe für Minderjährige abschaffen, so die Staatsanwaltschaft. Menschenrechtler halten die Ankündigung allerdings für Augenwischerei – denn im Iran gilt immer noch das Vergeltungsrecht.

Alle Gerichte in der Islamischen Republik seien angewiesen, keine unter 18-jährigen Straftäter „ungeachtet der Straftat, die sie begangen haben“, mehr hinrichten zu lassen. Die Ankündigung des stellvertretenden Generalstaatsanwaltes Hossein Sobhi klingt zunächst viel versprechend, denn im Iran werden mehr Jugendliche hingerichtet als in allen anderen Ländern der Welt: In den vergangenen drei Jahren fanden dort zwei Drittel der weltweiten Exekutionen von Jugendlichen statt. Nur in Saudi-Arabien, im Jemen, in Pakistan und im Sudan gibt es ebenfalls Hinrichtungen von Minderjährigen.
weiter in Deutsche Welle

Advertisements

STEINIGUNG IN SOMALIA 13-jähriges Vergewaltigungsopfer brutal hingerichtet

November 1, 2008

Drei Männer hatten sie vergewaltigt, sie wollte ihre Peiniger anzeigen – doch die Justiz der somalischen Stadt Kismayo sah den Fall anders. Das 13-jährige Mädchen wurde wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zum Tod durch Steinigung verurteilt.

Spiegel


Tausende Hisbollah Terroristen in Deutschland und der Staat schaut weg

Oktober 28, 2008

„Nur ein Märtyrer kommt direkt ins Paradies“

Oktober 10, 2008

Am elften September stieg er in ein Flugzeug nach Kairo. Fünf Jahre nach den Anschlägen in den USA reiste der Journalist Wolfram Eberhardt in zwei Monaten von Ägypten nach Beirut. Er besuchte die Brennpunkte des arabischen Raums und versuchte zu verstehen, was Selbstmordattentäter antreibt und welche Rolle der Islam dabei spielt. Die Ergebnisse seiner Recherchen hat er nun in dem Buch „Im Auftrag Allahs. Gläubige, Fanatiker, Terroristen“ veröffentlicht.

Die Probleme des Westens mit dem Islam lassen sich mit vier Stichwörtern umreißen: Der Dschihad-Gedanke, das Märtyrertum, die Scharia (die islamische Rechtsordnung, Anm.) und der Umma-Gedanke. Dieser Gedanke bedeutet, dass Muslime sich nicht als zu Nationalstaaten zugehörig definieren, sondern als großes Ganzes.

Deswegen gibt es plötzlich brennende Botschaften in Jordanien oder im Libanon, wenn in Dänemark der Prophet beleidigt wird. Das ist für uns sehr erstaunlich. Damit können wir nicht umgehen. Ich bin in die Gegend gereist, um herauszufinden inwieweit diese Menschen ihre Handlungsweise aus dem Islam ableiten.
derStandard.at: Blendet man durch die Konzentration auf den Islam nicht andere Faktoren für die Radikalisierung im Nahen Osten aus?

Eberhardt: Ich glaube eher, dass es andersrum ist. Wir versuchen immer, alle anderen Faktoren einzublenden: soziale Komponenten, Bildung oder Politik. Wir haben uns noch gar nicht auf den Islam konzentriert. Das beste Beispiel ist ein Gespräch mit der Familie eines Selbstmordattentäters aus dem Gaza-Streifen, das im Buch vorkommt. Der Attentäter war kein verzweifelter Mensch, der schlimm gelitten hatte. Er hatte einen ganz normalen Beruf, war eingebunden in die Gesellschaft und wurde auch nach seinem Tod nicht geächtet, weil er sich umgebracht hat.

Er ist ein Märtyrer geworden – ein Schahid. Das ist jemand, der ein Zeugnis abgelegt hat, dass er an Allah und seinen Propheten glaubt. Er zeigt, dass er auch bereit ist, sein Leben dafür zu opfern. Und er bekommt dafür eine enorme Belohnung: Ein normaler Muslim ist sich nicht sicher, ob er ins Paradies kommt – egal wie viele gute Taten er vollbracht hat. Der Märtyrer kommt direkt dorthin und darf auch noch für 70 Verwandte um Einlass bitten. Die Familie wird hoch geachtet. Wir stellen uns immer vor, dass das arme unterdrückte Menschen sind.

Ein konkretes Beispiel: Im Koran steht „Und tötet sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stößt“. Wenn ich mir nicht bewusst bin, dass sich das auf das 7. Jahrhundert bezieht, muss ich tatsächlich kämpfen. Unter den radikalen Muslimen finden sich viele hoch gebildete Leute. Es kommt aber vor allem auf die Art der Bildung an und weniger auf den Grad.

Was wir heute Islamismus nennen begann 1928 mit der Gründung der Muslimbruderschaft in Ägypten. Heutige Reformkräfte müssten mit viel Widerstand rechnen. Es ist in den Köpfen der Menschen nicht drinnen, dass die Trennung zwischen Staat und Religion etwas Gutes ist. Es gibt in den meisten islamischen Staaten zwar Parlamente, aber es dürfen keine Gesetze gemacht werden, die der islamischen Rechtsordnung widersprechen.
Standard


Necla Keleks Buch “Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei”

Oktober 10, 2008

In den traditionellen türkisch-kurdisch-muslimischen Gesellschaften versteht man etwas ganz anderes unter “Ehre” als im Westen.

Die Frage, ob die Frau bei “Ehrverlust” bestraft werden müsse, bejahten 83,7 Prozent, 16,3 Prozent verneinten sie. Als “Strafe”, die ihr in einem solchen Fall “zustünde”, verlangten 37,4 Prozent: “Sie muss getötet werden”; 25,8 Prozent würden sie verstoßen und sich scheiden lassen; 7,6 Prozent sagten: “Sie muss ins Haus eingeschlossen werden”; 3,3 Prozent: “Sie muss Selbstmord begehen.”

An den Antworten wird deutlich, dass die “Ehre” von allen befragten Männern als gesellschaftliche Norm akzeptiert wird, für deren Verlust fast vier von zehn Befragten zu töten bereit wären. Niemand verweist auf die Gesetze, die das verbieten. Die Umfrage zeigt in nüchternen Zahlen, dass in diesem Teil der Türkei der Mord an Frauen bei über einem Drittel der männlichen Bevölkerung auf Zustimmung trifft, auch wenn die befragten Männer das nicht Mord, sondern Verteidigung der Ehre nennen.
Auch der Hinweis, diese Verbrechen seien tribale, also stammesegoistische Erscheinungen und hätten mit der Religion nichts zu tun, ist kaum überzeugend. Denn die Täter und Opfer von Ehrenmorden sind Muslime – gleich welcher Richtung. Und im Koran und durch die Vorbeter finden sie für ihr Verhalten die Legitimation. Sunniten sind genauso involviert wie Aleviten und Schiiten. Nicht nur im Osten, sondern in der ganzen Türkei.

Für sie ist die Gewalt über Frauen ein “Besitzstand”, legitimiert sowohl durch Tradition als auch durch die Vorschriften des Glaubens. Im Koran, Sure 4, Vers 34 heißt es: “Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott einem Teil der Menschen einen Vorzug vor dem anderen gegeben hat …” Auch die Ehe ist in der islamischen Rechtsauffassung ein Vertrag, der dem Mann eine Art “Nutzungsrecht” an der Frau einräumt. Wenn sie sich im Alltag, im Bett angeblich oder tatsächlich dem Willen des Ehemannes widersetzt, wird geschlagen, misshandelt oder der Tod beschlossen – gar nicht zu reden von der Gewalt, die schon vorher zur Durchsetzung des Männerwillens angewendet wurde. Das ist ein schreckliches Kapitel für sich.

FAZ


Kritik der reinen Toleranz von Henryk M. Broder

Oktober 7, 2008

Noch ein neues Buch:

Kurzbeschreibung
Toleranz ist eine Haltung, mit der sich viele gerne schmücken – die Reichen gegenüber den Armen, die Starken gegenüber den Schwachen, die Heteros gegenüber den Homos. Wer es sich leisten kann, ist tolerant. Wenn aber »Ehrenmorde« als ganz normale Verbrechen gelten, wenn Terroristen zu »Widerstandskämpfern« deklariert werden, wenn ein Regierender Bürgermeister die Teilnehmer einer Sadomaso-Fete persönlich willkommen heißt und ein rechtskräftig verurteilter Kindermörder Prozesskostenhilfe bekommt, um einen Prozess gegen die Bundesrepublik führen zu können, weil ihm bei der Vernehmung Ohrfeigen angedroht wurden – dann wird Toleranz zu einem gesellschaftlichen Selbstmord auf Raten. Unter solchen Bedingungen, so Henryk M. Broders provokative These, wird Intoleranz zur Pflicht und Tugend: Intoleranz gegenüber dem wohlfeilen Gutmenschentum, gegenüber totalitären Utopien – gegenüber Menschen und Kulturen, die ihrerseits nichts von Toleranz halten.

Über den Autor
Der Publizist Henryk M. Broder, geboren 1946 in Kattowitz, schreibt unter anderem für den »Spiegel« und die »Weltwoche«. Er ist Mitherausgeber des »Jüdischen Kalenders« und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls« (1986), »Die Irren von Zion« (1998)»Kein Krieg, nirgends. Die Deutschen und der Terror« (2002). Zuletzt erschien sein Bestseller »Hurra, wir kapitulieren. Von der Lust am Einknicken« (2006).
als Podcast anhören


Al-Qaida fordert europäische Muslime zu Anschlägen auf

Oktober 7, 2008

„Jetzt ist die Zeit zu töten“: In einer aufwendigen Videoproduktion ruft al-Qaida junge Muslime in Europa zu Anschlägen wegen der Mohammed-Karikaturen auf. Handelt es sich dabei um den Auftakt der alljährlichen Propagandakampagne zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001?..
Spiegel