Nazis,Linke und Islamisten trauern um bin Laden

Mai 7, 2011

Auszug aus der Naziseite Altermedia:

„Frankfurt / Main – Hessen: Während es in Deutschland erlaubt ist, öffentlich seine Freude über die Ermordung eines wehrlosen Osama bin Laden durch eine US-amerikanische Killertruppe auszudrücken, die dabei zudem en passant noch die Souveränitätsrechte eines unabhängigen Staates verletzt hat, ist es den Glaubensgenossen Bin Ladens verboten, für diesen ein Totengebet in der Öffentlichkeit zu sprechen.

So erhielt der bekannte Islamkonvertit Pierre Vogel für eine heute in Frankfurt am Main angekündigte Kundgebung 14 Auflagen, die ihm u. a. verbieten, Wirken und das Schicksal des getöteten Terroristenchefs Osama bin Laden zu erwähnen, bzw. Ideologie und Handlungen von Al-Kaida zu unterstützen oder gar zu verharmlosen. Ob die Leugnung der Existenz der von vielen für einen Geheimdienstschwindel zu Erlangung bestimmter politischer Ziele gehaltenen Organisation auch zu den Auflagen gehört, ist uns unbekannt…..“

zur Naziseite

Lach

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Palästina: Für Mörder darf es weder Geld noch Waffen geben

Mai 7, 2011

Solange die Hamas nicht von ihren ideologischen Positionen abrückt, bleibt die palästinensische Einheitsregierung eine Farce.

„Wir verurteilen die Ermordung eines arabischen heiligen Kriegers“, sagte Gazas Regierungschef Ismail Hanija nach dem Tod Osama Bin Ladens. Das ist derselbe Hanija, der in Kairo mit der Fatah ein Abkommen zur Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung unterschrieben hat – und dessen antisemitische und antiwestliche Extremistenbewegung in Zukunft in den Genuss europäischer Steuergelder kommen möchte, wenn die Regierung so läuft, wie Hamas sich das vorstellt.

Tatsächlich ist bisher unklar, wie dieses Konstrukt funktionieren soll. Weder ein Premier steht fest noch die Minister. Wichtigste Aufgabe des Kabinetts wird es sein, binnen Jahresfrist Wahlen zu organisieren.

Damit ist klar, dass Friedensverhandlungen erst einmal verschoben sind. Zumal Hamas ohnehin nicht dazu bereit ist. Die hat gerade bekräftigt, dass eine Anerkennung Israels grundsätzlich nicht infrage komme. Man werde eine Regierung von „Polen und Äthiopiern“ niemals akzeptieren.

Auch das wiedervereinigte Palästinensergebiet ist nicht friedensfähig

Es ist das Dilemma der palästinensischen Politik: Ein Friedensschluss war undenkbar, solange „Hamastan“ in Gaza von „Fatahstan“ im Westjordanland getrennt war, weil jede israelische Regierung schlecht beraten gewesen wäre, alles für einen Friedensschluss notwendige Land im Gegenzug für nur einen halben Frieden aufzugeben.

Aber ein wiedervereinigtes Palästinensergebiet mit Hamas in der Sperrminorität ist ebenso friedensunfähig, solange die Hamas nicht von eisern gehaltenen ideologischen Positionen abrückt.

Schon einmal, nach dem Wahlsieg von 2006, gab es die Hoffnung, dass die Hamas in der Regierungsverantwortung pragmatischer werden würde. Nach 12.000 Raketen und Granaten auf Israel und einem Krieg in Gaza weiß man, dass diese Hoffnung vergeblich war.

Klar ist: Geld kann der Westen den Palästinensern nur geben, wenn sichergestellt wird, dass es nicht in die Taschen der Hamas fließt. Wir können uns nicht mit Mördern gemeinmachen und ihnen auch noch ihre Waffen finanzieren.

welt


Nieder mit der totalitären faschistischen Türkei! Lesetipp

Mai 1, 2011

Das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte absolut autoritäre Staatsmacht.“ Nein, die Rede ist hier nicht von der Türkei, sondern von Orwells berühmtem Buch „1984“.

Ganz so weit ist die Türkei unter dem autoritär regierenden Ministerpräsidenten Erdoğan zwar noch nicht, aber vieles, was in Orwells Fantasie vorkommt, findet sich auch im Islamismus des Herrn Erdoğan. Nur heißt das Wahrheitsministerium da Justizministerium, und die Gedankenpolizei in „1984“ ist jetzt die dem Diyanet (der Religionsbehörde) ergebene Funktionärsclique der Regierung.

Jüngstes Beispiel: Da werden Dutzende regierungskritischer Journalisten festgenommen, einem von ihnen, dem angesehenen Reporter Ahmed Şik, wird sein noch nicht einmal fertiges Buch beschlagnahmt, digitale Kopien werden zerstört. Şik hatte über den Geheimbund Ergenekon recherchiert und war dabei auf die seltsame Verbindung eines radikalen Islamistenbundes, der Fethullah-Gülen-Bewegung, und der türkischen Justiz sowie der Polizei gestoßen.

Der Polizeistaat Türkei

Bei Orwell werden solche Bücher in einem „Gedächtnisloch“ vernichtet, in der Türkei unserer Tage muss das Wahrheitsministerium, pardon, das Justizministerium, ziemlich hilflos mitansehen, dass Şiks Buch im Internet kursiert. „Wir brennen alles Böse und allen Irrglauben aus“, heißt es bei Orwell, in der Türkei schlägt nur die (Gedanken-)Polizei zu und sperrt die „Verbrecher“ (so der famose Ministerpräsident) ins Gefängnis, in dem nach wie vor gefoltert wird.

Der Polizeistaat Türkei hat freilich allen Grund, Publizität über die Gülen-Bewegung zu begrenzen. Es handelt sich hier um eine weltweit agierende Sekte islamistischer Chauvinisten, die im Geheimen Welteroberungspläne verbreiten. Diese Bewegung, schreibt Necla Kelek, betont die Überlegenheit des Islam gegenüber jeder anderen Religion, sie ist in Japan, in Russland, in ganz Westeuropa und in der Türkei aktiv; sie verfügt über Universitäten, Fernsehsender, eine Bank, Versicherungen, Zeitungen, einen Unternehmerverband und Gewerkschaften.

Fethullahci, wie sich Gülens Anhänger nennen, haben inzwischen Positionen bis in höchste türkische Regierungskreise… Die Sekte hat die Struktur eines Konzerns und ist absolut despotisch… Gülens Gefolgsleute sind die intellektuellen Vordenker der AKP. Bei Orwell nennt sich die Führungsfigur der „Große Bruder“.

„Was immer die Partei für Wahrheit hält, ist Wahrheit“, heißt es bei Orwell. Aber auch in der Türkei. Das musste die junge Wissenschaftlerin Pinar Selek erfahren, die nun schon mehrfach wegen eines Sprengstoffanschlags angeklagt worden ist. Obwohl klar ist, dass sie damit nichts zu tun hatte (die Explosion wurde durch eine schadhafte Gasleitung ausgelöst), wird sie immer wieder angeklagt. Der Grund, sie hat geschrieben, was eigentlich jeder weiß: „Bei uns gibt es ganz allgemein ein Problem mit der Demokratie. Und das äußert sich in den Demütigungen der Armenier, den Kurden und in der Verachtung der Frauen. Sexismus geht Hand in Hand mit Militarismus und Nationalismus.“

Ein bizarres Detail dazu: Die Staatsanwaltschaft brachte eine „Augenzeugin“, die dann zugab, die Angeklagte nie gesehen zu haben. Man hatte ihr, einer Analphabetin, einen Text vorgelegt, den sie mit ihrem Daumenabdruck dann auch brav unterschrieben hatte.

„Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft“, heißt es bei Orwell. Und auch beim Großen Bruder in der Türkei. Und deshalb wird der Völkermord an den Armeniern bis heute bestritten.

Doch die Fakten sind eindeutig: Schätzungsweise 1,5Millionen Armenier wurden in den Jahren 1915/1916 im damaligen Osmanischen Reich gezielt ermordet. Den Plan zur Vernichtung der armenischen Minderheit hatte das nationalistische Jungtürken-Regime bereits lange zuvor beschlossen.

Terminologie der Nazis

Rund die Hälfte der Opfer wurden an ihren Wohnorten ermordet, der andere Teil auf Deportationsmärschen zu Tode geschunden. Wer es jedoch heute wagt, diesen Völkermord anzusprechen, den trifft die ganze Macht des Wahrheitsministeriums.

Denn was der Große Bruder für Wahrheit hält, ist Wahrheit. Und so meinte Herr Erdoğan, hemmungslos einprügeln zu können auf die Schweizer, als die sich gegen den Bau von Minaretten aussprachen: „Zeichen einer zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa, denn Religions- und Meinungsfreiheit sind Grundrechte der Menschheit.“ Abgesehen davon, dass dies mit Rassismus nichts zu tun hat und Erdoğan hier die Terminologie der Nazis übernimmt, lohnt in sich ein Blick in die Türkei: Vor rund 100Jahren war da noch etwa ein Drittel der Türken christlich, heute nur mehr ein Prozent, und das wird unterdrückt, schikaniert und in Einzelfällen sogar getötet. Der Bau jeglicher Versammlungsräume, gar nicht zu reden von Kirchen, wird von den Behörden systematisch behindert.

Wer den Islam kritisiert, ist krank

Das Denken des heutigen Großen Bruders in der Türkei aber verrät ein anderes wichtiges Wort: Islamophobie sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein entlarvendes Wort: Wer den Islam kritisiert, ist also krank, gehört in die Heilanstalt – das hatten wir doch schon einmal. Bei Orwell wird dem Opfer auch der Grund für die Folter erklärt: „Warum haben wir Sie hierher gebracht? Um Sie zu heilen! Um Sie geistig gesund zu machen.“

Die Präpotenz des Ministerpräsidenten erweist sich auch im Bereich der Kunst. Als Erdoğan kürzlich ein Denkmal sah, das den Frieden mit den Armeniern symbolisieren sollte, fand er dies „abartig“ – der Große Bruder bei den Nazis sprach in solchen Fällen von „entartet“. Ein Unterschied? Natürlich wird das Denkmal inzwischen geschleift.

„Bereinigte“ Medienlandschaft

Was die Türkei unter Erdoğan unter Demokratie versteht, ist am deutlichsten im Bereich der (nicht vorhandenen) Pressefreiheit zu erkennen. Vor einigen Jahren gab es drei große Familienclans (Doğan, Bilgin, Uzan), die sich fast die gesamte Medienlandschaft untereinander aufgeteilt hatten. Dann wurden zwei praktisch enteignet, übrig blieb der Doğan-Clan, der nun mit einer Zwei-Milliarden-Euro-Klage wegen Steuerhinterziehung in den Ruin getrieben worden ist und jetzt alle seine Medienunternehmen verkauft.

Es ist absehbar, dass die radikal-islamistische Gülen-Bewegung demnächst die entscheidende Medienmacht im Lande ist. Die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“, die sich weltweit für die Pressefreiheit engagiert, hat die Türkei inzwischen auf Platz138 von insgesamt 178Ländern eingestuft, hinter Zimbabwe (123), Bangladesch (126) und der Ukraine (131).

Noch Fragen zur EU-Tauglichkeit der Türkei?

Die presse


Der UN-Menschenrechtsrat ist antiisraelisch

April 28, 2011

Welt Online: Der UN-Bericht des südafrikanischen Juristen Richard Goldstone über den Gazakrieg 2008 war in den vergangenen Jahren eines der wesentlichen Instrumente, um Israel in der Welt zu diskreditieren. Was haben Sie empfunden, als Goldstone nun seine härtesten Vorwürfe zurücknahm? Wut oder Erleichterung?

Avigdor Lieberman: Ich kann ihn verstehen. Sehen Sie, die Fakten schienen so schwerwiegend, das Bild so klar. Aber für uns war es wichtig, alles zu überprüfen. Wir brauchen keine Bestätigung von anderen, wir sind mehr als 400 unterschiedlichen Vorwürfen nachgegangen, die radikal-islamische Hamas nicht einem. Oder nehmen Sie den UN-Menschenrechtsrat – er ist antiisraelisch, seine Scheinheiligkeit ist überwältigend. Die Staaten, die uns verurteilen, heißen: Nordkorea, Iran, Kuba oder Simbabwe. Israel hat selbst ein starkes und unabhängiges Rechtssystem.

Lieberman: Israel hat über die vergangenen Jahre rund 12.000 einschlagende Raketen ertragen müssen. Wie würden die Deutschen reagieren in dieser Lage? Eine militärische Aktion ist immer eine politische Entscheidung. Alle Welt sagt immer, die Sicherheit des israelischen Staates müsse gewährleistet werden. Was bedeutet denn das? 2005 haben wir den Gazastreifen geräumt, es war die Entscheidung des damaligen Regierungschefs Ariel Scharon, nicht meine. Ich erinnere mich an mein letztes Gespräch mit Scharon, bevor er mich aus seinem Kabinett warf. Ich fragte ihn, warum er den Gazastreifen räume. Er sagte, er wolle den Palästinensern die Möglichkeit geben, ihren eigenen Staat aufzubauen. Er sagte, du wirst sehen: Der Gazastreifen wird ein neues Hongkong oder Singapur im Nahen Osten. Aber anstatt eines Singapur oder Hongkong haben wir nun ein terroristisches Regime an der Regierung, das Waffen schmuggelt, uns provoziert. Und ich sehe keine internationalen Bemühungen, uns zu helfen. Wir sind bereit, wenn die internationale Gemeinschaft, wenn Europa oder die Nato Verantwortung übernehmen würden. Wir haben sehr schlechte Erfahrungen mit Europa gemacht: Bevor wir den Gazastreifen verließen, haben wir mit der EU einen Vertrag geschlossen, dass die Union die Kontrolle über den Rafah-Grenzübergang zwischen Ägypten und Gaza übernehmen würde. Als die Hamas die Macht in Gaza übernommen hatte, sind die EU-Beobachter einfach über Nacht abgezogen, ohne uns zu informieren.

Welt Online: Sie sagen also, die Europäer reden nur, handeln aber nicht?

Lieberman: Ich sehe die Situation im Südlibanon, wo 11.000 UN-Soldaten stationiert sind. Aber sie unterbinden weder Waffenschmuggel von Syrien in den Libanon noch das Treiben der Hisbollah. Das verstößt gegen UN-Resolutionen. Wenn wir jemals das Westjordanland räumen sollten, hätten wir dort die gleiche Situation wie in Gaza und im Südlibanon. Israel wäre dann umzingelt von iranischen Satelliten: Hisbollah an unserer nördlichen Grenze, Hamas in Gaza und Westjordanland – nur zehn Minuten entfernt vom Sitz des israelischen Regierungschefs….
welt


EU pumpt Hunderte Millionen in wohlhabende Türkei

April 28, 2011

Weniger als die Hälfte des Geldes aus Brüssel kommt wirklich armen Ländern zugute. Größter Nutznießer der EU-Hilfen ist ausgerechnet die Türkei.

welt


SPD und Grüne „machen Rechtsradikale salonfähig“

April 28, 2011

Rot-Grün droht Krach mit eigener Klientel: Die türkeistämmigen Aleviten schimpfen, SPD und Grüne seien Gehilfen des türkischen Ministerpräsidenten.

Um die Sympathien von Türkeistämmigen mussten sich SPD und Grüne bislang kaum kümmern, sie fielen ihnen zu. Das könnte sich nun ändern. Bei den türkeistämmigen Aleviten verliert Rot-Grün derzeit massiv an Ansehen. Jüngst kam es gar zum Eklat zwischen Rot-Grün und der Alevitischen Gemeinde Deutschlands. Ein Gespräch über die Ursachen mit Ali Ertan Toprak, dem zweiten Gemeindevorsitzenden.

Foto: picture-alliance/ dpa/dpa
Toprak wirft SPD und Grünen vor, zu Handlangern des türkischen Staates zu verkommen

Welt Online: Herr Toprak, Sie sind Grünen-Mitglied. Trotzdem scheint es, als kühle sich Ihr Verhältnis zu Rot-Grün derzeit ab, oder?

Ali Ertan Toprak: Allerdings, SPD und Grüne beziehen in der Islampolitik Positionen, die sich immer deutlicher von unseren unterscheiden. Die Parteien, die früher zum Beispiel für Frauenrechte auf die Straße gingen, zeigen heute Verständnis für die Rolle, die der traditionelle Islam der Frau zuweist, also für ihre Unterdrückung. Man hat den Eindruck, als dürfe man bei SPD und Grünen nicht über die Wertekollision des Islam mit unserer freiheitlichen Gesellschaft diskutieren.

Welt Online: Enttäuscht fühlten sich jüngst von Ihnen aber rot-grüne Politiker. Die feierten den bundesweit ersten geplanten Islamunterricht in NRW als rot-grünes Projekt. Doch von Ihnen kam heftige Kritik.

Ali Ertan Toprak: Weil auch wir enttäuscht waren. Seit Jahren fordern wir, dass neben dem bereits eingeführten alevitischen Religionsunterricht auch islamischer Unterricht erteilt wird. Aber die Frage ist: mit wem? Rot-Grün setzt in NRW wie im Bund auf den Koordinierungsrat der Muslime (KRM) als Muslimvertreter. Das ist unverantwortlich.

Welt Online: Es gibt keine anderen Verbände. Und ohne kann man keinen bekenntnisorientierten Unterricht aufbauen.

Ali Ertan Toprak: Aber keiner der im KRM versammelten Verbände ist eine anerkannte Religionsgemeinschaft. Und alle sind auf ihre Weise problematisch. Die Ditib ist ein Ableger des türkischen Staates und soll dessen Interessen durchsetzen. Die Ditib-Imame müssen sogar einen Eid ablegen, dass sie dem türkischen Nationalismus ewig treu sind.

Als einziger Verband besitzt die Ditib im KRM ein Vetorecht. Ankara bestimmt demnächst also, was muslimische Schüler hierzulande lernen. Und in zwei der anderen Verbände sind vom Verfassungsschutz beobachtete antisemitische Islamisten wie die Milli Görüs oder türkische Rechtsradikale einflussreich. Laut Rot-Grün sollen sie offenbar entscheiden, welcher Islam in deutschen Schulen künftig gelehrt wird.

Welt Online: Das Curriculum ist aber weitgehend vorgegeben. Viel Einfluss haben die Verbände nicht.

Ali Ertan Toprak: Aber selbst wenn dem so wäre: Warum verkauft Rot-Grün die Zusammenarbeit mit Islamisten und Ultranationalisten auch noch lautstark als Erfolg? Hier werden Radikale salonfähig gemacht und rechtsstaatliche Standards gebeugt.

Welt Online: Aber seit 50 Jahren leben Muslime hier, müssen die nicht endlich einen bekenntnisorientierten Religionsunterricht bekommen?

Ali Ertan Toprak: Es gäbe ja eine Alternative: Die Bundesländer könnten die neutrale Islamkunde anstelle des bekenntnisorientierten Unterrichts weiterentwickeln. Für die Islamkunde braucht ein Land auch nicht mit einem Muslimverband zu kooperieren.

Welt Online: Aleviten klingen manchmal recht leidenschaftlich, wenn sie die bundesrepublikanischen Muslimverbände kritisieren. Warum?

Ali Ertan Toprak: Weil die türkeistämmigen Aleviten wissen, wie türkische Rechtsradikale, Islamisten und der türkische Staat Andersgläubige diskriminieren und zum Teil sogar verfolgen. Als zum Beispiel 1993 in der Türkei 35 Aleviten und Intellektuelle bei lebendigem Leib verbrannt wurden, waren es auch Vertreter der Milli Görüs, die den Mob aufgehetzt hatten.

Bereits in den 70ern verübten türkische Rechtsradikale Pogrome an Tausenden Aleviten. Einer der damaligen Rädelsführer ist der Gründer und Ehrenvorsitzende des Verbandes ATIB, der nun über den Zentralrat der Muslime mit am Tisch sitzen darf. Und der türkische Staat versucht noch immer, Aleviten zwangsweise in sunnitische Muslime zu verwandeln, auch in Deutschland. Über diese Zwangsassimilierung spricht bei SPD und Grünen aber niemand.

Welt Online: Drohen Ansätze von Zwangsassimilierung auch hierzulande?

Ali Ertan Toprak: Es sah zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen eine Zeit lang so aus, als lasse sich Rot-Grün zum Gehilfen der türkischen Zwangsassimilierung machen. Die Vertreterin des NRW-Schulministeriums erklärte sogar in der Islamkonferenz, dass alle als muslimisch erfassten Kinder für den Islamunterricht verpflichtend angemeldet werden sollten.

Welt Online: Also auch alevitische Kinder, wenn sie einen türkischen Pass haben?

Ali Ertan Toprak: Genau, der türkische Staat drückt jedem seiner Bürger den Stempel „Islam“ in den Ausweis, ob im In- oder Ausland. Eine Minderheit der hiesigen Aleviten hat aber auch die türkische Staatsbürgerschaft. Wenn diese alevitischen Kinder erst im Islam-Unterricht sitzen und sich dort abmelden müssen, wird unweigerlich sozialer Druck einsetzen, dieses Bist-du-kein-Moslem-oder-was-Mobbing, das wir aus der Türkei zur Genüge kennen.

Dort müssen außer den Christen alle Kinder den Zwangsislamunterricht besuchen. Wer sich wehrt, bekommt nicht nur sozialen, sondern auch juristischen Druck zu spüren. Eine Light-Variante drohte bislang in NRW.

Welt Online: Sie haben bei SPD und Grünen in NRW wegen dieser Gefahr interveniert.

Ali Ertan Toprak: Die Regierungsfraktionen haben mir diese Woche garantiert, dass es keine automatische Anmeldung aller Pass-Muslime zum Islamunterricht mehr geben soll. Aber diese Fahrlässigkeit des Schulministeriums hat uns schon beunruhigt. Um ein Haar hätte sich Rot-Grün zum Handlanger der Türkei und ihrer Homogenisierungspolitik gemacht.

Welt Online: Auf die Spitze getrieben wurde das Misstrauen gegen Rot-Grün aber durch andere Ereignisse?

Ali Ertan Toprak: Ja, die Alevitische Gemeinde wurde vom Bundesfamilienministerium beauftragt, ein Aufklärungsprojekt gegen Extremismus unter Türkeistämmigen aufzubauen. Zu dem Zweck haben wir zum Beispiel dem NRW-Integrationsministerium einen Fragebogen geschickt, in dem wir um Einschätzungen baten zu Ausmaß und Ursachen von Islamismus und Nationalismus unter jungen Türkeistämmigen.

Welt Online: Mit welchem Ergebnis?

Ali Ertan Toprak: Mit gar keinem. Die Integrationsstaatssekretärin Zülfiye Kaykin antwortete gar nicht, dann fragten wir bei ihrem Abteilungsleiter nach. Der verweigerte jede Auskunft und ließ mir vor Zeugen und von ihm unbestritten ausrichten, ich sei ein „opportunistisches Arschloch“.

Welt Online: Weil Ihr Projekt vom CDU-geführten Bundesfamilienministerium geleitet wird, obwohl Sie als Grüner doch Rot-Grün verbunden sein sollten?

Ali Ertan Toprak: Das war vermutlich der Hintergedanke. Geschockt sind wir aber nicht nur von der Respektlosigkeit, sondern von der offenbar fehlenden Bereitschaft der Landesregierung, sich mit islamistischen und ultranationalistischen Tendenzen unter Türkeistämmigen zu beschäftigen. Auf dem rechten Auge ist Rot-Grün in NRW wie anderswo oft blind – wenn es um Migranten geht.

Welt Online: Was geschah nach dem verbalen Aussetzer aus dem Ministerium?

Ali Ertan Toprak: Die Alevitische Gemeinde hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am 18. März angeschrieben, personelle Konsequenzen gefordert und um eine baldige Antwort gebeten. Doch die Staatskanzlei hat sich nicht gerührt.

Welt Online: Wie erklären Sie sich das?

Ali Ertan Toprak: SPD und Grüne halten uns Aleviten offenbar für Störenfriede, weil wir fordern, Nationalismus und Extremismus überall zu ächten – auch unter Türkeistämmigen. Dazu fehlt bei SPD und Grünen die Bereitschaft, vermutlich mit Blick auf Wählerstimmen.

Wir werden also unbequem und bekommen sofort die kalte Schulter gezeigt. Auch auf Bundesebene beobachte ich bei SPD und Grünen eine Tendenz, Migranten nur zu schätzen, solange sie uns „anwaltlich“ vertreten dürfen. Das nennt man Bevormundung.

Welt Online: Ein Beispiel?

Ali Ertan Toprak: Wie kann die Bundes-SPD fordern, alle Migranten sollten sich aus der Islamkonferenz zurückziehen, weil der Bundesinnenminister sich distanziert zum Islam geäußert hat? Das ist doch unsere Entscheidung! SPD und Grüne sollten sich nicht zu sicher fühlen. Inzwischen haben die Aleviten auch in anderen Parteien Wurzeln geschlagen.

In der CDU hat sich ein Christlich-Alevitischer Freundeskreis gegründet. Niemandem ist entgangen, dass es die CDU war, die in der Islamkonferenz erstmals mit den Migranten gesprochen hat – und nicht nur über sie. Und Aleviten wissen zu schätzen, dass zumindest die Bundes-CDU wachsamer gegenüber extremistischen Türkeistämmigen ist als Rot-Grün.


Aleviten – die anderen Türken in Deutschland

März 26, 2011

„Wir wollen in Deutschland nicht zwangsislamisiert werden“

Die Aleviten sind die einzige Gruppe aus dem islamischen Kulturkreis, die als Religionsgemeinschaft in Deutschland anerkannt sind. Nordrhein-Westfalen beschloss kürzlich als erstes Bundesland die Einführung eines bekenntnisorientierten Islamunterrichts. Toprak aber will alevitische Lehrstühle an deutschen Universitäten sehen, sowie einen eigenen Religionsunterricht für alevitische Kinder. „Wir wollen auch in Deutschland nicht zwangsislamisiert werden“, sagt er.

Im Alter von zwei Jahren kam Toprak nach Deutschland, aufgewachsen ist er in Recklinghausen. Heute gilt als das deutsche Gesicht der Aleviten. „Für viele sind wir die letzte Hoffnung, dass der Islam doch demokratisch ist“, sagt Toprak. „Aber wir haben eine völlig unterschiedliche und eigenständige Glaubenslehre. Wir respektieren zwar den Koran genauso wie die Bibel, aber wir lesen daraus keine Handlungsanweisung. Wir lehnen die Scharia ab. Alevitische Frauen tragen weder Schleier noch Kopftuch. Ich fühle mich mehr als Alevit und weniger als Muslim. Wenn man alles gegenüberstellt – da bleiben wenig Gemeinsamkeiten.“ Dem Islam wirft er vor allem mangelnde Toleranz vor.

Ramadan ist schlimmste Zeit des Jahres

Auch in Deutschland werden alevitische Kinder gemobbt. Die 17-jährige Ceren etwa hat sich oft verstecken müssen. Die Alevitin besucht die elfte Klasse eines Gymnasiums. In ihrer Grundschulzeit hat sie während des Fastenmonats Ramadan oft heimlich auf dem Schulhof ihr Pausenbrot gegessen. „Von muslimischen Kindern wurde ich häufig als ungläubig beschimpft, weil ich nicht einen Monat lang gefastet habe“, sagt sie. Überhaupt ist Ramadan für die Aleviten die schlimmste Zeit des Jahres. Besorgte Mütter aus ganz Deutschland rufen bei der Alevitischen Gemeinde an, weil ihre Tochter als Schlampe beschimpft wird, wenn sie kein Kopftuch trägt oder einen Minirock.

Lange haben die Aleviten ihre Zugehörigkeit verborgen. Möglichst nicht auffallen war die Devise. In manchen Familien wussten nicht einmal die Kinder, dass sie Aleviten sind. Ihre Unterdrückung gipfelte im Massaker von Sivas. Am 2. Juli 1993 steckte ein aufgebrachter Mob ein Hotel in Brand, in dem alevitische Intellektuelle logierten, die zu einer Feier in die anatolische Stadt gekommen waren. 37 Menschen starben. Die türkische Regierung sprach von einem traurigen Vorfall.

Türkei in der EU?

Unter dem Dach der Union hat sich jüngst ein christlich-alevitischer Freundeskreis etabliert. Einig ist man sich auch in der Skepsis um einen EU-Beitritt der Türkei. „Angeblich hat der türkische Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sein Land der EU angenähert“, sagt Toprak. „Doch die türkische Gesellschaft ist religiöser und konservativer geworden. Wir befürchten eine Re-Islamisierung in der Türkei. Dieser Staat schimpft sich laizistisch, betreibt aber eine staatliche Religionsbehörde mit rund 100.000 Staatsbediensteten.“ Zwar wolle man die Türkei langfristig in der EU sehen – aber nicht in ihrem jetzigen Zustand, sondern als modernes, säkulares Land. Die Türkei aber entwickle sich schleichend zu einem islamischen Staat.

In ihrem Ursprungsland werden die Aleviten noch immer diskriminiert. Im höheren Staatsdienst etwa ist kein Alevit zu finden – dabei sind rund 30 Prozent der Türken Aleviten. Bei seinem Deutschland-Besuch vor drei Jahren hatte Erdogan die in Deutschland lebenden Türken zur Integration aufgefordert, zugleich aber vor völliger Aufgabe ihrer kulturellen Identität gewarnt. Am vergangenen Wochenende wiederholte er bei einem neuen Auftritt in Düsseldorf seinen Standpunkt. „Ich sage Ja zur Integration. Ihr müsst euch integrieren, aber ich bin gegen Assimilation,“ rief Erdogan den rund 10.000 Zuhörern zu.

Aleviten in deutscher Gesellschaft verwoben

„Das ist zynisch, denn in seinem eigenen Land zwingt er die Aleviten zur Assimilation“, sagt Toprak zu derlei Positionen. „Die Türkei ist ein verbohrter, nationalistischer Staat, der völlig unkritisch mit seiner Vergangenheit umgeht.“ Die Regierung in Ankara lehnt es etwa vehement ab, ein Museum am Ort des Massakers von Sivas zu errichten. Kürzlich hat auch EU-Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg die Türkei schriftlich ermahnt, der Multireligiosität ihres Landes Rechnung zu tragen und die Religionsgemeinschaft der Aleviten anzuerkennen.

In Deutschland sind die Aleviten – ob sie sich nun selbst noch so bezeichnen oder nicht – längst eng mit der Gesellschaft verwoben. Auffallend viele türkischstämmige Politiker und Akademiker sind Aleviten. Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Grünen. Memet Kiliç, Vorsitzender des Bundesausländerbeirats. Ekin Deligöz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, die vor fünf Jahren in Deutschland lebende Muslima dazu aufforderte, das Kopftuch abzulegen. Seyran Ates, Autorin, Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin.

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