Homosexuelle in der Türkei unerwünscht

Ein Provinzgouverneur braucht eine anständige Ehefrau, sagt der türkische Premier. Homosexuelle werden somit per se ausgeschlossen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen Provinzfunktionären erklärt, was sie unbedingt brauchen, wenn sie ihre Aufgaben bewältigen wollen: Eine anständige Ehefrau. Vor 66 neu ernannten Kaymakams, also Provinzfunktionären, die dem jeweiligen Gouverneur unterstehen, sagte Erdogan laut einem Bericht der Zeitung „Hürriyet“ in Ankara: „Kaymakams müssen, gemeinsam mit ihren Ehefrauen, alle möglichen Bürger zu Hause besuchen, die Probleme haben, und diese Probleme zusammen mit den Familien lösen.“ Erdogan deutete an, dass solche Visiten für Junggesellen nicht schicklich seien. Daher müssten alle Junggesellen unter den Kaymakams dringend heiraten.

„Junggesellen unerwünscht“, titelte Hürriyet, aber Erdogans Aussagen implizieren mehr: Dass nämlich Homosexuelle nicht Kaymakam werden sollten. Das versteht sich freilich von selbst, schon aus „gesundheitlichen“ Gründen: Man will ja gesunde Staatsdiener, und Familienministerin Selma Aliye Kavaf hatte vor einem Jahr öffentlich verkündet, „Homosexualität ist eine Krankheit und muss therapiert werden“. Über die am ehesten Erfolg versprechenden Therapien äußerte sie sich nicht genauer….

welt

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