gelungene Integration – Spiegel TV

September 16, 2010

SpiegelTV

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Nicht Muslime müßen in islam. Staaten ums überleben kämpfen

September 16, 2010

Die Ordensschwester Hatune Dogan kümmert sich um die Ärmsten der Armen – und schockiert bei der Lesung ihres Buches „Es geht ums Überleben“ in der hannoverschen Bernward-Buchhandlung mit brachialer Islamkritik.

Stille herrscht in der Bernward-Buchhandlung, als das Licht wieder angeht. Eigentlich gehört es zu den ungeschriebenen Gesetzen von Veranstaltungen, dass nach der Einspielung von Bildern geklatscht wird. Doch jetzt blicken viele Besucher nur schockiert auf die weiße Leinwand. Sie haben gerade Fotos von abgesäbelten Köpfen gesehen, von verstümmelten Mädchengesichtern und ein Video, auf dem fanatische Muslime einem „Ungläubigen“ die Kehle durchschneiden. Es sind nicht die Bilder, die man im Gepäck einer Ordensfrau erwartet. Doch Hatune Dogan ist beseelt davon, aufzurütteln.

„Es geht ums Überleben“ heißt ihr Buch (Herder Verlag, 16,95 Euro), in dem sie die Verfolgung irakischer Christen anprangert. Die 40-Jährige kann von Menschen berichten, die gefoltert wurden, um sie zum Islam zu bekehren. Von einer Frau, die mitansehen musste, wie Muslime ihren Mann und ihre sechs Kinder enthaupteten. „In Bagdad wurde eine Christin mit 72 Schüssen ermordet, weil sie keinen Schleier tragen wollte“, sagt sie. Zehntausende irakische Christen sind inzwischen geflohen. Mit entschlossenem Gesicht, am Habit die Bundesverdienstmedaille, sitzt Schwester Hatune zwischen Laptop und Beamer – ein Medienprofi, wie einst Mutter Teresa. Nur weitaus streitbarer.
„Ich weiß, was Flucht, Verfolgung und Vergewaltigung sind“, sagt sie. Die syrisch-orthodoxe Christin musste als 14-Jährige aus ihrem Heimatdorf Zaz in Anatolien fliehen. „Als Christen hatten wir keine Rechte in der Türkei“, sagt sie. Als Kriminelle ihrem Vater mit Ermordung drohten, rettete sich ihre Familie nach Deutschland, wo sie heute in einem Kloster in Warburg lebt.

Die andere Seite zeigt sie, wenn sie vor der Weltislamisierung warnt. Dann ist sie eher Heißsporn als Heilige, und sie scheut keine Verallgemeinerung. Nur zehn Prozent der Türken, schätzt sie, seien echte Demokraten. Ganz ohne Ironie erklärt sie, dass die Alphabetisierung die Lage im Orient nur verschärfe, weil Muslime dann den Koran mit seinen intoleranten Texten lesen könnten: „Ich habe nichts gegen Moslems, ich habe etwas gegen ihre Gesetze.“ Die Scharia bedrohe längst Europa: „Wer unsere Gesetze nicht annimmt, muss raus aus diesem Land“, fordert sie und erntet Zuspruch aus dem Publikum. Distanz zum selbst erlebten Leid schafft sie vor allem, indem sie dessen politisch-religiöse Ursachen sucht oder konstruiert, um dann mit aller Kraft gegen diese anzukämpfen. Wenn irgendwann ein Thilo-Sarrazin-Preis für pauschale Islamkritik verliehen wird – sie wäre eine ideale Aspirantin.
Quelle


Drei Dinge über den Islam Video

September 15, 2010

Partei: Die Freiheit – die neue politische Heimat!

September 15, 2010

Zur Partei

Zum Interview

Auszug:

Citizen Times: Das scheint Sie beide, Herr Stadtkewitz und Herr Doll ja zu vereinen: Sobald Sie über den Islam als Problem sprechen, gibt es Gegenwind von oben. Warum ist das so?

Stadtkewitz: Zunächst fällt es uns nicht leicht, den Islam als Ursache für Integrationsverweigerung und seine Folgen anzusehen. Hier scheitern wir mit unserem Verständnis von Religion. Eine Säkularisierung ist für uns selbstverständlich, für Muslime oftmals eben nicht. Der Islam ist eben auch Politik und bringt ein eigenes Rechtssystem mit, das alle Bereiche des Lebens zu regeln sucht. Für viele Muslime sind dies die Regeln Gottes, die über alle von Menschenhand gemachten Gesetzen stehen. Ob diese Regeln nun mit unserem Grundgesetz vereinbar sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Dies wollen Verantwortliche nicht wahr haben. Ferner gibt es die Angst, sich Fehler einzustehen, obwohl es seit je her mahnende Stimmen gab. Wären diese Zusammenhänge früher erkannt worden, wäre es leichter gewesen, umzusteuern. Nun aber fehlt offenbar die Kraft und der eingeschlagene Kurs wird fortgesetzt, in der Hoffnung, es wird schon nicht so schlimm kommen. Wenn wir nicht endlich anfangen, wird sich die Bevölkerung immer mehr von der Politik abwenden.

Citizen Times: Distanz der Politik zum Bürger, Parteienverdrossenheit, das waren 2009 die Schlagworte der Piratenpartei. Bis vor kurzem waren Sie im Bundesvorstand der Piraten, Herr Koenig. Wie kommt es, dass Sie sich von der Piratenpartei abgewendet haben?

Koenig: Die Piratenpartei ist in der Tat angetreten als eine Partei für Bürgerrechte, zunächst mit Schwerpunkt auf der digitalen Welt. Die Piraten hätten sich aus ihrer Kritik am Überwachungsstaat heraus gut zu einer konsequent liberalen Partei entwickeln können, die frischen Wind in die Demokratie bringt. “Piraten lieben die Freiheit” war so ein Slogan, der mich sehr angesprochen hat. Mich beschäftigt aber nicht nur die Vorratsdatenspeicherung, sondern auch der politische Islam als Bedrohung der Freiheit seit vielen Jahren. Ich habe daher auch bei den Piraten eine klare Position dazu eingenommen, z.B. habe ich in meinem Blog Politicool, aber auch in Zeitungen wie dem Freitag und der Taz immer wieder zu diesem Thema geschrieben, und dabei einiges an Empörung geerntet. Da war es mit der Meinungsfreiheit auch bei den Piraten ganz schnell vorbei. Dadurch, dass die Piratenpartei keine wirklich klaren Werte definiert hat – außer Datenschutz und Internetsperren – sind Menschen aus sehr verschiedenen politischen Richtungen dort hinein geströmt, darunter offensichtlich sehr viel mehr “politisch Korrekte” und Sozialisten als Liberale. So kommt man natürlich zu keinem überzeugenden Programm. Der Hype um die Piraten ist nun vorbei, das hat man an dem enttäuschenden Wahlergebnis in NRW gesehen. Der Bedarf an einer “Anti-Parteien-Partei”, die für die Bürger und für die Freiheit eintritt, ist aber immer noch da. Wir brauchen eine Partei, die sich auch der heiklen, der Tabu-Themen annimmt, und zwar auf Basis einer liberalen, humanistischen Weltanschauung. Das Thema Integration ist viel zu wichtig, das dürfen wir nicht irgendwelchen rechtsextremen Knallköpfen überlassen.

Citizen Times: Wie wollen Sie nun gemeinsam mit Ihrer Partei DIE FREIHEIT eben jene Nichtwähler mobilisieren, die von den etablierten Parteien so enttäuscht sind?

Stadtkewitz: Unsere Politik wird sich in aller erster Linie am Gemeinwohl orientieren. Dies muss im Mittelpunkt stehen. Wenn z. B. beim Thema Integrationspolitik immer wieder gefordert wird, die so genannte Mehrheitsgesellschaft muss sich bewegen, ist dies genau falsch herum. Jeder, der in dieses Land kommt, hat die Chance die Angebote anzunehmen. Auch wenn Deutschland in den letzten Jahrzehnten sehr viel geleistet hat, bleibt es in erster Linie immer die Aufgabe derjenigen, die zu uns kommen, sich zügig zu integrieren. Es kann nicht sein, dass nicht wenige Zuwanderer völlig selbstverständlich in unser Land kommen und über Generationen hinweg von der Solidargemeinschaft alimentiert werden.

Koenig: Wir wollen mehr direktdemokratische Elemente wie Volksentscheide einführen, die dann auch verbindlich sind. Es geht ja nicht an, dass das Volk etwas entscheidet und der Senat dann doch macht, was er will. Nicht nur auf kommunaler und auf Landesebene, sondern auch auf Bundesebene sollen Volksentscheide möglich sein, so wie in der Schweiz. Demokratie heißt ja Volksherrschaft – nicht Parteienherrschaft. Ich bin sehr überzeugt vom Phänomen der “Weisheit der Vielen”, die entsteht, wenn viele Menschen unabhängig voneinander abstimmen und ihre verschiedenen Lebenserfahrungen mit einbringen. Wenn die Bürger wissen: meine Entscheidung wird ernst genommen und kein Wowereit kann sich darüber hinwegsetzen, werden sie sich auch intensiv mit den Themen beschäftigen. Die Schweiz zeigt, dass direkte Demokratie sehr gut funktioniert. Die Politiker können es sich dort nicht leisten, über die Köpfe der Bürger hinweg zu regieren. So hat das Volk verhindert, dass die Schweiz Mitglied der EU geworden ist. Angesichts der Fehlentwicklung der EU hin zu einer zentralistischen „EudSSR“ sind viele Schweizer Politiker, die damals dafür waren, heute vermutlich froh, dass sie das Volk vor dieser Fehlentscheidung bewahrt hat.

Doll: Wir gründen eine neue Partei, weil die anderen ihren Job nicht mehr vernünftig machen. Politiker werden ja vom Volk gewählt, damit sie den Willen des Volkes umsetzen. Die Umfragen zeigen aber, dass die große Mehrheit in vielen Fragen von der aktuellen Politik stark abweicht – siehe Integration, Euro-Rettung, EU-Mitgliedschaft der Türkei. Politiker benehmen sich oft so, als ob sie sich mit dem Volk zusammen als gleichberechtigte Partei an einen Tisch setzen könnten, um einen Kompromiss mit ihm auszuhandeln. Oft stellen sie sich sogar über das Volk und wollen es von oben herab maßregeln und erziehen. Die Diener, die wir bestimmt haben, haben sich verselbstständigt und einen eigenen Machtblock gebildet, der über den Souverän gebieten will. Das ist die Umkehrung der Demokratie. Unsere Partei setzt sich für eine echte Demokratie ein, die diesen Namen wirklich verdient.

Stadtkewitz: Als erstes müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Landesparlamente, und das wird sicherlich in Kürze auch im Bundestag zutreffen, mittlerweile nicht einmal mehr die Hälfte der Wahlberechtigten vertreten. Das heißt, selbst wenn sich alle Parteien im Parlament einig sind, dann repräsentieren sie immer noch nicht die Mehrheit der Wahlberechtigten. In Berlin sind es gegenwärtig 46 Prozent der Wahlberechtigten. Das allein muss uns zu denken geben. Das zweite ist, dass die Aufgabe, die wir nach dem Grundgesetz den Parteien zubilligen, nämlich an der Willensbildung des Volkes mitzuwirken, nur die eine Seite ist. Aber es gibt eben noch die andere. Und die heißt, den Willen des Volkes in die Politik zu tragen. Das geschieht immer weniger. Deshalb ist es geradezu unsere Bürgerpflicht, dafür zu sorgen, dass dieses Missverhältnis revidiert wird.

Doll: Das Gegenargument gegen Volksentscheide heißt ja immer, das Volk würde das nicht verstehen, die Zusammenhänge wären viel zu komplex. Es ist aber eben eine der grundlegenden Aufgaben der Politik, komplexe Sachverhalte dem Volk einfach darzustellen. Wer das nicht kann, hat da einfach nichts verloren.

Citizen Times: Nun wirft man gerade den rechtspopulistischen Parteien vor, dem Volk unter dem Vorwand des gesunden Menschenverstandes beliebig nach dem Mund zu reden. Was unterscheidet Sie?

Koenig: Mit Rechtsextremen wie der NPD oder Pro Deutschland haben wir überhaupt keine Gemeinsamkeiten. Diese Leute sind ja nicht gegen den politischen Islam, weil sie wie wir für Freiheit und Demokratie eintreten, da steckt einfach dumpfe Ausländerfeindlichkeit dahinter. Es geht aber nicht um “Deutschland gegen Einwanderer”, sondern um “Freiheit gegen Unfreiheit” – und dies gilt für “Eingeborene” wie für Einwanderer gleichermaßen. Viele der Einwanderer aus islamischen Ländern schätzen die Freiheit hier sehr und teilen unsere Kritik am politischen Islam, denken Sie nur an mutige Frauen wie Necla Kelek, Serap Çileli oder Seyran Ateș. Das sehen rechtsextreme Parteien natürlich ganz anders, die haben ja sogar ein Problem mit farbigen Spielern in der Fußball-Nationalmannschaft.

Stadtkewitz: Uns geht es ja um die Kritik an der politischen Ideologie des Islams und nicht um den religiösen Teil. Islamkritik ist nicht gleich Islamkritik. Wer sich tiefer in dieses Thema einarbeitet, wird die Unterschiede schnell erkennen. Islamkritik ist bei Rechtsextremen relativ neu. Im Grunde haben Sie nichts gegen den fundamentalistischen Islam, sie kooperieren mit Fundamentalisten, wie etwa den Grauen Wölfen in der Türkei. Sie teilen die Ablehnung Israels und sehen den Islam nur in unserem Land als ein Problem an, die menschenverachtende Ideologie in anderen Ländern interessiert sie regelmäßig nicht. Eine Differenzierung wird meist nicht vorgenommen.


Kein Platz für Juden in Schweden : Musels vereint mit Linken und Neonazis -Video 3sat

September 14, 2010

Das Klima ändert sich: Nach massiver Hetze und mehreren Attentaten verlassen junge jüdische Familien in großer Zahl die südschwedische Stadt Malmö. Es ist eine Situation entstanden, in der sich plötzlich die in Südschweden notorischen Neonazis mit immer agressiver auftretenden Migrantengangs auf einer Seite wiederfinden: vereint gegen sogenannte Zionisten.
Schweden ist „Bullerbü“! Man duzt sich in der Sommerhaus-Idylle und ist stolz, dass hier alle Menschen gleich sind. Die kleine Lisa in Astrid Lindgrens Kinderbuch „Bullerbü“ sagt, dass ihr alle Menschen leid tun, die nicht in „Bullerbü“ leben können. Ausgerechnet hier scheint für Juden jetzt kein Platz mehr zu sein. Aus der südschwedischen Stadt Malmö ziehen sie zu Dutzenden weg und fliehen vor Anfeindungen und Übergriffen radikaler Moslems. Und die Schweden? Sie gucken weg.

Die 19-jährige Nina Tojzner ist eine von knapp 1000 jüdischen Einwohnern Malmös. Sie sagt, die Angst unter den Juden begann auf dem Rathausplatz, als eine Demonstration von Juden von jungen Moslems attackiert wurde. „Es waren alte Menschen, die den Holocaust überlebt hatten, Erwachsene und Kinder“, berichtet sie, „als man uns mit Flaschen und Steinen bewarf, mit Raketen auf uns schoss und dann den Strom kappte.“ Die Polizei verteidigte nicht etwa die jüdischen Demonstranten gegen die Angreifer, sondern ermahnte sie, ihren Zug aufzulösen. „Wir sollten zwischen diesen beiden Gebäuden fliehen“, zeigt Nina. „Und sie sagten, wir sollten rennen und uns mit der schwedischen Bevölkerung vermischen, so dass man uns nicht mehr so bemerkt.“

Rosengård ist ein Beton-Ghetto am Rande Malmös. Hier leben 30.000 Moslems, jeder vierte Einwohner der Stadt am Öresund. Einige von ihnen, vor allem junge Moslems, haben sich in sogenannten Kellermoscheen radikalisiert und fröhnen einem neuen Antisemitismus. Vor ihnen fliehen Malmös Juden. Shneur Kesselman ist Rabbi in Malmö. Er wirft den Politiker der Stadt vor, die kleine jüdische Gemeinde dem antisemitischen Mob auszuliefern um sich nicht mit den Moslems anlegen zu müssen. „Man muss verstehen, dass liberal nicht bedeutet, dass man alles erlaubt“, sagt Kesselman. „Schweden muss sich entscheiden, was aus seinen Liberalismus werden soll.“

3sat


Das schwedische Malmö vertreibt seine Juden

September 14, 2010

Immer wieder gibt es in der schwedischen Stadt Übergriffe von Muslimen. Und die jüdische Gemeinde fühlt sich von der Politik diskriminiert.

Vergiftete Atmosphäre in der Stadt

Das ist noch milde ausgedrückt, doch Kahn möchte die ohnehin schon vergiftete Atmosphäre in der Stadt nicht noch zusätzlich belasten. Die Tatsachen aber sprechen für sich. Erst Ende Juli weckte eine ohrenbetäubende Explosion die Nachbarschaft der Synagoge. Unbekannte hatten in der Nacht einen Feuerwerkskörper auf den Eingangsstufen hochgehen lassen.

Der war so stark, dass im ersten Stock Glasscheiben zu Bruch gingen. Menschen wurden bei dem Anschlag zwar nicht verletzt, doch wurden sofort wieder Erinnerungen wach an die antisemitischen Krawalle und Anfeindungen jüdischer Bürger und Einrichtungen von vor einem halben Jahr.

Randale in jüdischen Läden und die Drohung auf offener Straße, jüdische Jugendliche halal, also nach islamischem Ritus, zu schlachten, gehörten ebenso dazu wie die Schändung des jüdischen Friedhofs. Die Angriffe, denen Juden in der mit knapp 300.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Schwedens im Alltag ausgesetzt sind, gehen meist von Muslimen aus. Laut Angaben der Sicherheitspolizei Säpo hat sich die Anzahl antisemitischer Straftaten im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Er selbst sei noch nie mit Anfeindungen konfrontiert worden, sagt Kahn. Dafür sehe er zu schwedisch aus. Bei Rabbiner Schneur Kesselman ist das anders. Der schwarze Anzug mit längerem Jackett und der schwarze Hut kennzeichnen ihn als orthodoxen Juden. Des Öfteren bekomme er Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen, sagte Kesselman der schwedischen Zeitung „Expressen“. Trotzdem wolle er sich dem Druck nicht beugen und bleiben.

Linke Israelkritik trifft islamischen Antisemitismus

„Ilmar Reepalu ist kein Antisemit“, sagt der jüdische Gemeindevorsteher Fred Kahn. Dennoch manifestiere sich in seiner Person die israelfeindliche und antizionistische Tradition, in der sich auch die schwedische Linke befände.

Die Betonung liegt auf auch. Denn das Phänomen, linke Israelkritik trifft islamischen Antisemitismus, ist auch anderswo in Europa zu beobachten. Nicht zuletzt in Deutschland, wo Abgeordnete der Linkspartei Ende Mai bei dem Einsatz der Gaza-Flottille eine Allianz mit türkischen Islamisten eingegangen sind und damit auch die Versuche von Fraktionschef Gregor Gysi torpedierten, seine Partei auf eine differenziertere Nahost-Politik einzuschwören.

„Antisemitische Tendenzen sind in ganz Europa zu beobachten“, sagt Daniel Eisenberg. „Sie gibt es auch in Stockholm, Paris oder Rom.“ Nur bräche sich der Antisemitismus derzeit in Malmö besonders stark Bahn, ohne dass die verantwortlichen Politiker etwas dagegen unternähmen……
welt


Der Westen in der Angst-Falle

September 14, 2010

Die bloße Ankündigung eines Provinzpredigers, einen Koran zu verbrennen, reicht aus, um den Westen in Angst vor islamistischer Vergeltung zu versetzen. Also entschuldigen wir uns schon im Voraus – das trägt Züge einer Psychose.

m Mai 2009 brannten in Afghanistan Bibeln, angezündet von US-Soldaten. Eine Kirchengemeinde hatte die Bücher in den beiden wichtigsten Sprachen Afghanistans ins Land geschickt, um zu missionieren. Weil dies Soldaten sowie Zivilisten gefährden könne, erläuterte ein US-Offizier, habe man die Exemplare der Heiligen Schrift vernichtet. Die Episode war eine kleine Meldung. Proteste sind nicht bekannt, kein Mensch kam zu Schaden. Anderthalb Jahre später, im September 2010, brannten in Florida keine Bücher. Kein Koran, um genau zu sein, wurde angezündet von dem durchgeknallten Pastor Terry Jones. Angedroht hatte er das indes. Die Episode hielt die halbe Welt in Atem, Zehntausende protestierten, in Afghanistan wurde ein Mensch erschossen.

Scheinbar haben die beiden Fälle nichts miteinander zu tun. Doch sie zeigen: In der Ära nach dem 11. September 2001 hängt die Reaktion auf eine Bücherverbrennung davon ab, welches Buch von wem verbrannt wird – und wen das beleidigen könnte. Sicher ist es eine widerliche, verwerfliche Provokation, wenn ein Priester den Koran verbrennen will. Aber ist es ein Grund, durchzudrehen? Müssen sich der Vatikan, die UN und auf der anderen Seite des Atlantiks die Bundeskanzlerin, der Zentralrat der Juden, die evangelische Kirche öffentlich distanzieren? Es scheint, als habe die gesamte westliche Welt (zu der auch Abermillionen Muslime gehören) das Bedürfnis geplagt, klarzustellen, dass sie mit dem Plan des Terry Jones nichts zu tun hat. Wie ein Verdächtiger, der schwört, zu Unrecht vor Gericht zu stehen.

Wer bitte ist Terry Jones?

Dabei wusste doch jeder, der Anstand und Verstand hat, dass niemand außer dem unwichtigen Provinzprediger Terry Jones hinter der Sache steckte. Dass die USA, der Vatikan, ja sogar die evangelische Kirche unschuldig sind. Trotzdem gab es tagelang gewaltsame Proteste und Hasspredigten in der islamischen Welt. Das Urteil war längst gefällt, Hass braucht keine Beweise. Warum dann noch die hysterische Selbstverteidigung? Aus Angst. Nach den Anschlägen von London 2005 veröffentlichten Tausende Menschen aus der ganzen Welt im Internet Bilder mit der Botschaft „We’re not afraid“ (Wir fürchten uns nicht). Was ist davon übrig, wenn der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan wegen einer drohenden Koran-Verbrennung in Florida öffentlich vor Gefahren für seine Soldaten warnt? Anschlag für Anschlag, Video für Video, Mord für Mord scheint dem Westen der Mut verloren zu gehen. Er ist paralysiert vor Angst.

Immer mehr Leute glauben, islamistische Mördertrupps würden von uns ablassen, wenn wir im Wald besonders freundlich herumpfeifen – oder den Mund halten. Statt darüber froh zu sein, dass wir freie Medien und ein unzensiertes Internet haben, wird am Fall Terry Jones darüber diskutiert, ob wir nicht ein bisschen zu viel berichten. Ob man nicht beim nächsten Mal dezenter mit einer Story wie dieser umgehen könnte – obwohl ein Fundamentalist, der den Koran verbrennt, nun mal eine gute Story ist. Die Schuld an der Eskalation suchen wir bei uns – als wären wir es, die mit Terror und Gewalt drohen. Selbstkritik wird zur Psychose. Wir entschuldigten uns noch, wenn man uns schlägt. Doch nichts, überhaupt nichts, rechtfertigt eine Ideologie, die Menschen dazu bringt, sich inmitten Unschuldiger in die Luft zu sprengen.

Kein Nobelpreis von Teheran bis Kandahar

Nicht einmal Terry Jones kann etwas dafür, wenn von Teheran bis Kandahar null wissenschaftliche Nobelpreisträger ausgebildet werden, weil die Jugend darin unterrichtet wird, Fahnen zu verbrennen und als Märtyrer zu sterben. Übrigens: In den nächsten Tagen könnte im Iran eine Frau gesteinigt werden. Wegen Ehebruchs. Vom Zentralrat der Muslime, vom Koordinierungsrat der Muslime, ja sogar von der evangelischen Kirche ist dazu keine öffentliche Distanzierung zu finden. Sie sind damit beschäftigt, besonnen auf Terry Jones zu reagieren.

Kölner Stadanzeiger