Koran verbrennen?

Doch der Pressehype zeigt einmal mehr die Bigotterie, die am Werk ist, wenn es um den Respekt vor anderen Religionen geht. Es ist das eine, wenn Petraeus sich Sorgen macht, dass Menschen versehrt oder getötet werden könnten (wozu er ja durchaus Gründe hat). Etwas ganz anderes ist es, wenn Terry Jones von Journalisten, Politikern oder Kirchenführern getadelt wird, die, wenn es um Respekt und Islam geht, immer nur daran denken, dass der Islam respektiert werden müsse – nie aber daran, wie es um den Respekt des Islams und der islamisch dominierten Staaten vor anderen Religionen (oder auch dem Atheismus) bestellt ist.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), seit Jahrhunderten die Trutzburg der Heuchelei, hat gar eine Presseerklärung abgegeben. Heiliger Strohsack! Hat sie wirklich keine anderen Probleme? Wann hat sich die EKD das letzte Mal um ihre Glaubensbrüder, die in islamischen Ländern drangsalierten Christen gekümmert? Länder, in denen nicht bloß Bücher, sondern Menschen Opfer religiös motivierter Gewalt werden oder in permanenter Angst vor ihr leben müssen: Sei es im Gazastreifen, in Saudi-Arabien, in Ägypten, in Pakistan, in der Türkei oder auf den Malediven, dem „Urlaubsparadies“. All die Empörten und Entrüsteten möchte man fragen: Wo war ihre Empörung und Entrüstung, als US-Soldaten in Afghanistan auf Befehl von oben Bibeln verbrannten – aus Angst, wie es heißt, dass deren Existenz in dem Land „zu Gewalt führen könnte“.

Merkt jemand was? In dem einen Fall darf man ein als heilig geltendes Buch nicht verbrennen, um die „muslimische Welt“ nicht zu provozieren, im anderen Fall muss man es. Damit ist ersichtlich, dass es nicht um ein Prinzip geht (die mögliche Verletzung religiöser Gefühle), sondern allein um Macht, die Macht der islamischen Eiferer. Aber wer glaubt, dass es reicht, dieses oder jenes zu tun oder zu unterlassen, um sie zu befrieden, der spinnt. Das ist, als würde man die Fußballspieler oder den Schiedsrichter für Hooliganrandale nach dem Spiel verantwortlich machen. Hooligans sind aber immer wütend und gewalttätig. Wer versucht, sie zu beschwichtigen, indem er ihnen vorauseilenden Gehorsam erweist, bestärkt sie in ihrem Tun: Er zeigt ihnen nur, dass sich ihr Verhalten auf eine für sie kalkulierbare Weise auszahlt.

Doch wer marodiert, hat Recht, scheint die Devise zu lauten. Denn es gelten die Regeln der so genannten Mediengesellschaft. Warum ist die geplante Verbrennung einiger Exemplare des Korans eine Meldung, die sofort um die Welt geht, die Missachtung der Rechte Andersgläubiger in islamischen Ländern – bis hin zu ihrer Ermordung – aber so gut wie nie ein Nachrichtenthema? Aus zwei Gründen: erstens, weil das eine nur sehr selten passiert, das andere jeden Tag. Die Presse interessiert sich mehr für eine außergewöhnliche Kleinigkeit als für den täglichen Wahnsinn. Zweitens, weil es auf der Welt nur wenige Christen oder Mitglieder anderer in islamischen Ländern verfolgten Glaubensgemeinschaften gibt, die auf ihre Unterdrückung oder die Schmähung ihrer Religion – sei es durch Bibelverbrennungen oder durch Flüche, wie sie jeden Freitag in Moscheen überall auf der Welt gegen die „Ungläubigen“ ausgestoßen werden – mit Gewalt reagieren würden. Das ist undenkbar.

Bevor die Bauarbeiten beginnen, müsste man den Damen und Herren Islamisten erst einmal etwas erklären, nämlich das Prinzip des free speech. Vielleicht kennen sie das gar nicht? Vielleicht beruhen ja all die Scherereien, die wir mit dem Islamismus haben, auf einem Missverständnis? Niemand kann schließlich alles wissen, nicht wahr? Wer weiß, womöglich hat man in Kairo und Karatschi noch nichts davon gehört, dass es in den USA seit nunmehr 219 Jahren ein garantiertes Recht auf Redefreiheit gibt. Dass man dort also keine Genehmigung von der Obrigkeit einzuholen braucht, wenn man seine Meinung äußern möchte – und der Staat folglich auch nicht für das Handeln seiner Bürger haftbar gemacht werden kann. Wenn die Kommentatorin von tagesschau.de Recht hat und Jones tatsächlich „im Ausland als Symbol für amerikanischen Anti-Islamismus präsentiert“ wird, dann muss man „dem Ausland“ sagen, dass in den USA auch Islamisten demonstrieren und im Internet zum Hass auf Amerika aufrufen dürfen. Sind die USA deshalb islamistisch? Oder sind sie antichristlich, weil es dort Satanisten und Black-Metal-Konzerte gibt? Und wenn Anarchisten in San Francisco Stars-and-Stripes-Fahnen verbrennen – ist das dann nicht ein Symbol des amerikanischen Antiamerikanismus? Zu verrückt, diese Idee? Wenn es um den Islam geht, ist das anders, dann gilt: mitgefangen, mitgehangen.

Vielleicht wird es wirklich überall auf der Welt Ausschreitungen geben, wenn Terry Jones am 11. September seine Korane verbrennt. Aber ist das seine Schuld? Sind für Gewalt nicht diejenigen verantwortlich, die sie anwenden?…
quelle

Der Islam kennt keine Toleranz, daher hat der islam auch keine Toleranz verdient!
Das faschistische Buch Koran mit seiner über 200 gewalttätigen Versen, gegenüber Juden,Christen,Frauen,Homosexuellen,Atheisten und anderen Religionsgruppen hat in der westlich-liberalen Welt nichts zu suchen, sondern gehört auf den Müll.

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Tag für Tag werden in unserer total vernetzten Welt zahllose und ungeheuerliche Verbrechen begangen: Massenvergewaltigungen, politische Morde, Verstümmelungen und Steinigungen, verheerende Bombenattentate, gnadenlose Ausbeutung und blutige Unterdrückung. Aber wenn es sich nicht gerade um eine besonders spektakuläre oder verabscheuungswürdige und in den Massenmedien auch optisch gut vermittelbare Tat handelt, wird nicht allzu viel Aufhebens darum gemacht. Das große Nachrichtenrauschen saugt alles auf und macht alles gleich. Die nächste Katastrophe wartet schon.

Tief sitzt die Furcht vor der scheinbar jederzeit mobilisierbaren Kränkungsbereitschaft der radikal-fundamentalistischen Muslime in der islamischen Welt, die Bilder von wütenden Mobs und brennenden europäischen Flaggen nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen vor fünf Jahren haben sich tief ins Gedächtnis der westlichen Gesellschaften eingegraben. Eine derartige Eskalation der Ereignisse sollte sich um Himmels Willen nicht wiederholen.

Doch es half nicht viel. Wie in einem Teufelskreis führte womöglich erst das Anschwellen der weltweiten Berichterstattung über Jones dazu, dass die befürchteten Gewalt-Reaktionen überhaupt erst provoziert wurden. So griffen am Freitag hunderte erboste Afghanen das Bundeswehrcamp in Faizabad an. Auch durch intensive Gespräche waren sie nicht zu beruhigen und darüber aufzuklären, dass die deutschen Soldaten mit dem irren Geistlichen von Gainesville nichts zu tun haben.

Denn ein Gedanke drängt sich auf, eine erkenntnisleitende Frage: Wie sähen die weltweiten Reaktionen wohl aus, wenn ein fanatischer Mullah irgendwo in der arabischen Welt ankündigen würde, er wolle einen Haufen Bibeln verbrennen?

Sicher, die Kirchen würden protestieren, der Papst, ein paar zweit- und drittrangige Politiker. Aber gewiss nicht der US-Präsident oder die Bundeskanzlerin. Eher riefe Margot Käßmann zur „interkulturellen Verständigung“ und zum „religiösen Dialog“ auf, Feuilletonisten würden an den österreichischen Provokationskünstler Hermann Nitsch erinnern, dessen Blut-Orgien-und-Mysterientheater schon viel schlimmere Blasphemien im Angesicht des christlichen Kreuzes hervorgebracht hat, oder Historiker würden das Ganze als späte Reaktion auf die Kreuzzüge des elften und zwölften Jahrhunderts deuten. Motto: Sowas kommt von so was.

Man könnte sich jedenfalls darauf verlassen, dass keine christlichen Selbstmordkommandos losziehen würden. Es gäbe keine Massendemonstrationen wütender Gläubiger, keine Botschaften würden gestürmt und keine Flaggen verbrannt. Es gäbe auch keine Boykottaufrufe und keine Fatwa. Niemand müsste sich fürchten vor den Gewalttaten radikaler Christen.

Die nahezu panische Angst des Westens vor den Reaktionen fundamental-islamistischer Muslime, sobald irgendwo auf der Welt tatsächlich oder nur scheinbar ihre Religion verunglimpft wird, wirft ein grelles Licht auf den Kern der Problematik: Es geht nicht um Glaube, auch nicht um Gene – es geht um Kultur. Um die Kultur von Freiheit und Demokratie, die Kultur der Aufklärung und der Befreiung des Individuums von kollektiv-archaischen Herrschafts- und Zwangsverhältnissen, nicht zuletzt: um die Kultur von Kritik und Selbstkritik. Erst mit und durch sie kann sich jene Toleranz entwickeln, die es dem Einzelnen ermöglicht, zuweilen bis an die individuelle Schmerzgrenze zu gehen, um die Überzeugungen und Verhaltensweisen der anderen auszuhalten.

spiegel

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