Antisemitismus in Schweden

Im vergangenen Monat wurde die einzige Synagoge der schwedischen Stadt Malmö mit Feuerwerkskörpern beworfen; dabei gingen drei Fenster zu Bruch. Am Tag zuvor war an dem Gebäude eine Bombendrohung hinterlassen worden. Seit Monaten beklagen örtliche Juden eine zunehmend feindselige Atmosphäre. Nach Angaben der Malmöer Polizei waren von den 2009 in der Stadt registrierten 115 Hassverbrechen 52 gegen Juden oder jüdische Einrichtungen gerichtet. Der Antisemitismus ist zurück, und was derzeit in Malmö passiert, ist lediglich eine extreme Manifestation dessen, was überall in Schweden geschieht.

Erinnern wir uns, dass es Schwedens meistverkaufte Tageszeitung „Aftonbladet“ war, die im letzten Jahr eine antisemitische Blutlüge veröffentlichte und behauptete, israelische Soldaten ermordeten regelmäßig palästinensische Kinder, um ihre Organe auf dem internationalen Schwarzmarkt zu verkaufen. Die schwedische Regierung reagierte mit Gleichgültigkeit, und schlimmer noch: Als die schwedische Botschafterin in Israel auf der Website der Botschaft eine Erklärung veröffentlichte, mit der sich Schweden von diesen fürchterlichen Verleumdungen distanzierte, befahlen ihr ihre wütenden Vorgesetzten, diese zu löschen.

Wie konnte es so weit kommen, und was kann man dagegen tun? Das erste Problem ist, dass die Feindseligkeit des schwedischen Mainstreams gegenüber dem Staat Israel eindeutig begonnen hat, die Grenze zu einem unverblümten Antisemitismus zu überschreiten (wobei die Versuche, eine Unterscheidung zwischen dem Hass auf Juden und jenem auf den Staat Israel zu ziehen, nie besonders überzeugend waren). Das zweite große Problem ist Schwedens muslimische Bevölkerung. Wenn die etablierte Politik, Zeitungen und Kirchen auf Israel schimpfen, betrachten viele schwedische Muslime dies unweigerlich als grünes Licht, der eigenen Feindseligkeit gegenüber ganz gewöhnlichen Juden freien Lauf zu lassen.

Eine dritte Ebene ist das zunehmend symbiotische Bündnis zwischen radikal-islamistischen Gruppen in Schweden und einer Linken, die sich von den ehrenwerten sozialdemokratischen Traditionen abgewendet hat. Letztlich wird sich nichts ändern, bis die führenden Köpfe der schwedischen Politik und Gesellschaft sich den Problemen stellen. Sie müssen verstehen, dass sich die riskante Situation weiter verschlimmern wird, wenn sie ihre Verantwortung nicht ernster nehmen und eine ausgewogenere Einstellung gegenüber Israel einnehmen. Selbst ein so tolerantes Land wie Schweden darf jene nicht tolerieren, die Intoleranz predigen.

welt

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