Wir haben kein Ausländer/Migrantenproblem -Wir haben ein Türken/Araber Islam Problem

Henryk M. Broder: Sie kommen gar nicht umhin, pauschale Aussagen zu machen. Wir reden ja auch von „den Deutschen“, ohne daran Anstoß zu nehmen. Jede von Sarrazins Behauptungen ist entweder belegbar oder erweckt doch den Anschein der Plausibilität. Natürlich zeichnet er ein extrem negatives Bild. Die Leute, die über ihn herfallen, tun das aus zwei Gründen: Um ihn zum Schweigen zu bringen. Und um in sich selber Zweifel zum Verstummen zu bringen, Zweifel an ihrer bisherigen Politik. Sarrazin spricht aus, was andere ahnen, aber nicht zur Kenntnis nehmen möchten. Das ist sein Verbrechen.

Ein Tabuthema sind Einwanderung und Integration bei uns aber nicht gerade.

Henryk M. Broder: Wir haben ja auch kein Problem mit der Migration an sich. Die Debatte ist konzentriert auf die Moslems. Und das hat Gründe, die in der Kultur liegen, die sie mit in die Bundesrepublik gebracht haben. Dass wir diese Probleme mit Chinesen nicht haben, nicht mit Vietnamesen, mit Thailändern und Japanern, das sagt doch schon alles.

Und dennoch lässt sich so eine Kritik nicht verallgemeinern. Sie kennen doch sehr wahrscheinlich genau wie ich persönlich Moslems, die Sie ausdrücklich vor Sarrazins Kritik in Schutz nehmen würden. Margot Käßmann nennt Sarrazins Kritik denn auch „menschenverachtend“.

Henryk M. Broder: Natürlich gibt es auch diese Moslems. Sarrazin kennt sie auch. Ich weiß nicht, ob er sagt „alle Moslems“ oder „alle Türken“. Er spricht von der „islamischen Migration“, der „islamischen Kultur“. Und das heißt natürlich nicht, dass er jeden einzelnen Moslem meint. Übrigens: Wenn Frau Käßmann „menschenverachtend“ sagt, dann kann ich nur sagen: Menschenverachtend ist es, besoffen mit einem Auto herumzufahren. Denn dabei kann es wirklich jemanden erwischen. An Thilo Sarrazin arbeiten sich jetzt alle Leute ab, um sich auf eine sehr billige Weise ein paar moralische Punkte zu holen. Selbst wenn er pauschaliert: Wann hat es denn zum letzten Mal einen Ehrenmord im Milieu der buddhistischen oder jüdischen Einwanderer gegeben? Oder bei den rumänischen Christen, die in die Bundesrepublik gekommen sind? Da gibt es auch Schwierigkeiten, alles mögliche. Aber ganz bestimmte kulturelle Ausprägungen sind in der Bundesrepublik leider zum Kennzeichen der Moslems geworden. Das bedeutet nicht, dass alle Moslems so sind. Und ich kenne auch genug Moslems, die entsetzt darüber sind, was in ihrem Milieu hier passiert. Aber insofern ist Sarrazins Pauschalierung begründet….
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2 Antworten zu Wir haben kein Ausländer/Migrantenproblem -Wir haben ein Türken/Araber Islam Problem

  1. Helmut Zott sagt:

    In der laufenden Debatte um die gescheiterte Integration in Deutschland wird dem Umstand zu wenig Beachtung geschenkt, dass für fromme Muslime nicht die freie Willensentscheidung, sondern ihr Glaube für die Integrationsverweigerung ursächlich verantwortlich ist.
    Die Demokratie und damit der deutsche Staat wird aus religiösen Gründen abgelehnt: „Für fromme Muslime gehört die einzige rechtmäßige Befehlsgewalt Allah allein, und der Herrscher bezieht seinen Machtanspruch von Allah und dem heiligen Gesetz und nicht vom Volk“.
    Der Koran und damit Allah belehrt die Gläubigen im Vers 89 der 4. Sure mit den folgenden Worten: „Sie (die Ungläubigen) wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr (ihnen) gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreift sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmt keinen von ihnen zum Freund oder Helfer …“ (Koranübersetzung von Max Henning).
    Zweifellos ist für einen gläubigen Moslem die Scharia nicht vereinbar mit unserem Grundgesetz.
    Weiter heißt es an anderer Stelle im Koran: „ Es ziemt nicht den gläubigen Männern und Frauen, so Allah und sein Gesandter irgendeine Sache beschlossen, sich die Freiheit herauszunehmen, anders zu wählen; denn wer Allah und seinem Gesandten ungehorsam ist, der befindet sich in offenbarem Irrtum“(Sure 33, Vers 37; Übersetzung nach L. Ullmann).
    Die Einbindung in die Welt des Unglaubens wird im Islam als Verrat an der Sache Allahs betrachtet. Grundsätzlich besteht für eine gläubige muslimische Minderheit die Verpflichtung, sich aus dem offenkundig unislamischen gesellschaftlichen Umfeld zurückzuziehen, um dem schlechten Einfluss der vermeintlich korrupten Gedanken und Zustände dieses politischen Systems zu entgehen. Die geistige und soziale Isolierung schließt den Rückzug frommer Muslime in die reine Umgebung einer Moschee mit ein, wo alles geboten wird, was ihnen ein autonomes Dasein ohne Integration im Umfeld des Unglaubens ermöglicht.
    „Integration“ bedeutet für fromme Muslime im Zustand der Minderheit und Schwäche keineswegs Einordnung, Auseinandersetzung und kulturelle Korrespondenz mit den Gegebenheiten des aufnehmenden Landes, sondern Absonderung.
    Ein frommer Moslem müsste sich weitgehend von den Prinzipien seines Glaubens trennen, um sich verbindlich und rückhaltlos zu den Grundrechten in einem demokratischen Rechtsstaat oder zu der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ bekennen zu können.
    Gleichzeitig frommer Moslem und wahrer Demokrat zu sein, ist nicht möglich. Islam und Demokratie schließen sich aus und sind grundsätzlich unvereinbar.

    Später erfolgt dann, nach quantitativem Erstarken durch wachsenden Zuzug und hoher Geburtenrate, die „hidjra“, der Durchbruch zur islamischen Dominanz und die vollständige Durchdringung aller Lebensbereiche nach altbewährtem Muster des „Medina-Modells“.
    Ermöglicht wird dies alles auf ganz legalem Wege mit Hilfe der Demokratie selbst, die implizit die Gesetzlichkeit enthält, nach der man sie, unter Ausnutzung des Rechtssystems und der demographischen Situation, abschaffen kann. Ziel und Zweck aller Bemühungen und Maßnahmen ist und bleibt die Errichtung einer göttlich legitimierten Herrschaft, unter Annullierung der säkularen, der Scharia widersprechenden Gesetzgebung, und der abschließenden Unterordnung aller Ungläubigen unter das Gesetz des neu geprägten Staates.

  2. Helmut Böttcher sagt:

    Es gibt in Deutschland kein Islamproblem! Es gibt in Deutschland ein großes Problem mit Menschen mit einem geringen Bildungsstand, deren Nationalität sehr vielfältig ist. Das Problem besteht darin, daß Menschen mit einem geringen Bildungsstand sehr leicht durch falsche Führer und Propheten mißbraucht werden können und auch massiv mißbraucht werden. Dies bezieht sich auf jede Religion.

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