Islam: Taliban richten christliche Ärzte hin

Grausamer Fund in Afghanistan: In einer entlegenen Region im Norden des Landes sind acht ausländische Ärzte erschossen worden – offenbar ist eine Deutsche unter den Mordopfern.

Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Tod von einer deutschen Frau bestätigt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus zuverlässiger Quelle in Kabul. Die afghanische Polizei hatte zunächst von sechs getöteten Deutschen berichtet.

Die christliche Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) teilte mit, dass neben der Deutschen ein Brite, sechs Amerikaner und zwei Afghanen umgebracht worden sind. Das erklärte der Direktor der IAM, Dirk Frans, am Samstag in Kabul.

Die radikalislamischen Taliban haben sich zu der Erschießung der Ärzte bekannt.

Die Rebellen hätten „neun christliche Missionare“ getötet, die Bibeln mit sich geführt hätten, sagte ein Taliban-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Der Polizeichef der Provinz Badachschan, General Aga Nur Kentus, sagte, die insgesamt zehn Todesopfer seien in einem Wald bei ihrem von Kugeln durchsiebten Geländewagen entdeckt worden.

Der einzige Überlebende, ein Afghane, habe ihm demnach berichtet: „Ich habe geschrien und den heiligen Koran rezitiert und gesagt: ‚Ich bin Muslim. Tötet mich nicht.’“

Die Ausländer, unter ihnen drei Frauen, hatten im Grenzgebiet zu Pakistan gezeltet.

Die Opfer hätten für das Noor-Augenkrankenhaus in Kabul gearbeitet, das von der christlichen Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) betrieben wird.

Der überlebende Afghane wurde demnach verschont, weil er Koranverse rezitierte, als er erschossen werden sollte.

Dadurch hätten ihn die Bewaffneten als gläubigen Muslim identifiziert. Er sei in der von den radikalislamischen Taliban dominierten Nachbarprovinz Nuristan freigelassen worden.

Die Mediziner seien am letzten Tag der Reise von einer Gruppe Bewaffneter angehalten worden.

Diese hätten sie in einer Reihe aufgestellt und erschossen.

Das Ärzteteam und seine Begleiter campten nach ihrem Hilfseinsatz laut Polizeiangaben einige Tage in freier Natur. Sie seien gewarnt worden, dass dies gefährlich sein könnte. Allerdings hätten sie gedacht, als Mediziner nichts zu befürchten zu haben.

Das Gebiet im Distrikt Kuran Wa Mindschan, in dem die Leichen entdeckt wurden, befindet sich etwa eine Tagesreise entfernt von der Provinzhauptstadt Faisabad in Badachschan.

Die Taliban-Rebellen töteten nach eigenen Angaben „neun christliche Missionare”, die Bibeln in persischer Sprache mit sich geführt hätten.

Sie hätten zudem Satellitennavigationsgeräte bei sich gehabt, um „die Positionen der Kämpfer” der Rebellen aufzuzeichnen, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid AFP per Telefon von einem unbekannten Ort aus.

Die Ärzte hätten sich offenbar in der bergigen Region verirrt. Eine „Patrouille” der Rebellen habe sie gefunden.

„Sie haben versucht zu fliehen und wir haben sie getötet.”

Unter den zehn getöteten seien acht Ausländer gewesen und vier Frauen.

Der Überfall soll bereits vor zwei Wochen geschehen sein. Die Toten seien am Samstagmorgen entdeckt worden, sagte Polizeichef Kentus.

Die IAM erklärte am Samstag in Kabul, sie sei über den Tod von zehn Menschen in der nordöstlichen Provinz Badachschan informiert worden. „Es ist
wahrscheinlich, dass es sich um die Mitglieder eines Teams von Augenärzten der International Assistance Mission handelt.“

Die Gruppe sei in den Norden des Landes auf Einladung lokaler Vertreter aus der Nachbarprovinz Nuristan gereist.

Die IAM mit Sitz in der Schweiz ist nach eigenen Angaben seit 1966 am Hindukusch tätig und damit eine der
ältesten Hilfsorganisationen in Afghanistan. Vom Einsatz ihrer Helfer profitieren laut der Organisation jährlich eine Viertelmillion Afghanen in verschiedenen Projekten.

quelle

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