Fakten über Israel

Trotz zunehmenden äusseren Anfeindungen steht Israel im Nahen Osten als Vorbild da.
Unter dem Eindruck der Dauerpropaganda gegen Israel hat sich die westliche Wahrnehmung Israels weitgehend auf dessen Konflikt mit den Palästinensern verengt. Seiner Verleumdung als ein «kolonialistischer Siedler-» oder gar «Apartheidstaat», der in ähnlicher Weise boykottiert und stigmatisiert werden müsse wie einst Südafrika, wird auch bei uns des Öfteren Glauben geschenkt. Aber auch wenn arabische Israeli, die im Gegensatz zu den Schwarzen in Südafrika eine Minderheit von 20 Prozent stellen, in der israelischen Gesellschaft immer noch Benachteiligungen – etwa beim Landerwerb – ausgesetzt sind, geniessen sie dort doch ein unvergleichlich höheres Mass an demokratischen Freiheiten und politischen Rechten, an Wohlstand, medizinischer Versorgung und Bildungsmöglichkeiten als in den umliegenden arabischen Diktaturen. Und der Lebensstandard in den palästinensischen Gebieten – Gaza eingeschlossen – übersteigt bei allen Härten den in arabischen Nachbarstaaten. So liegt die Alphabetisierungsrate weit höher, die Kindersterblichkeit weit niedriger als etwa in Ägypten,

Starke Legitimierung

Israel wurde durch eine Abstimmung der Uno ins Leben gerufen – kein anderer Staat der Welt besitzt eine solch starke Legitimierung durch die internationale Gemeinschaft. Die Vorgeschichte seiner Gründung, die jüdische Siedlungswelle erst im Rahmen des Osmanischen Reichs, dann des britischen Mandatsgebiets Palästina in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch als eine feindliche Invasion intakten arabischen Gebietes hinzustellen, ist eine grobe Vereinfachung. Teile der arabischen Clans, die damals in Palästina das Sagen hatten, kooperierten durchaus bei dieser jüdischen «Landnahme». Erst die in den zwanziger Jahren entstandene palästinensische «Nationalbewegung», die später mit Hitler-Deutschland kooperierte, schürte den Hass gegen jegliche jüdische Präsenz in Palästina.
Hohe Dichte an Hightech-Firmen

Wenig bekannt ist, dass es dort bereits Ende der zwanziger Jahre antijüdische – und keineswegs nur «antizionistische» – Pogrome gab. Auch jüdische Extremisten wendeten freilich Gewalt an, und nach dem Überfall arabischer Armeen unmittelbar nach der Gründung Israels kam es infolge der Kriegshandlungen zu israelischen Übergriffen gegen arabische Zivilisten. Einen systematischen israelischen Vertreibungsplan gegen die palästinensische Bevölkerung aber hat es nie gegeben. Die meisten Palästinenser verliessen auf Druck und wegen falscher Versprechungen arabischer Führer das israelische Hoheitsgebiet. Wenn die palästinensische Seite jedoch auf ein pauschales «Rückkehrrecht» pocht, müsste auch von den 800 000 Juden gesprochen werden, die seit Israels Staatsgründung aus den arabischen Ländern vertrieben und vom jüdischen Staat integriert wurden.

Statt sich auf derartige Aufrechnungen einzulassen, sollte der Westen aber endlich wieder seine Augen für die enormen, beeindruckenden Leistungen öffnen, die das moderne Israel vollbringt. Weit davon entfernt, sich wegen der Bedrohungen im Nahen Osten einzuigeln und in Paranoia zu erstarren, wie es innerisraelische linke Kritiker der westlichen Öffentlichkeit weismachen wollen, gehört der jüdische Staat heute zu den erfolgreichsten Wirtschaftsnationen der Welt.

In den neunziger Jahren gelang ihm der Sprung von einer maroden, bürokratisch gelenkten Staatswirtschaft zu einem erfolgreichen Global Player, der die höchste Dichte an Hightech-Unternehmen ausserhalb von Silicon Valley aufzuweisen hat. Kein Land der Welt investiert mehr Mittel seines Staatshaushaltes in die Forschung als Israel, seine universitäre Bildung gilt als die zweitbeste der Welt. Israels vorbildlich solides Bankensystem überstand sogar die weltweite Finanzkrise, und selbst im Rezessionsjahr 2009, da etwa Deutschlands Wirtschaft um 5 Prozent schrumpfte, erzielte das Land noch eine Wachstumsrate von 0,7 Prozent. In diesem Jahr wird eine Steigerung von 3,7 Prozent erwartet.

Kürzlich wurde Israel in den illustren Kreis der OECD aufgenommen – ein Erfolg, der beispielsweise Russland bisher versagt blieb. Angesichts der Feindseligkeit in der eigenen Region hat sich Israel gleichsam «entortet» und zu einer der innovativsten Exportnationen der Erde entwickelt, die unter anderem enge Beziehungen zu der aufstrebenden Grossmacht Indien pflegt. Dabei hat Israel seine demokratische, rechtsstaatliche und pluralistische Ordnung bewahrt – auch wenn sich der innergesellschaftliche «Kulturkampf» zwischen säkularen und ultrareligiösen Kräften verschärft. Die israelische Gesellschaft weist dabei eine multiethnische Vielfalt auf, wie sie sonst wohl nur noch in den USA zu finden ist.
Aushängeschild der Demokratie

Israel ist ein Aushängeschild dafür, was eine freiheitliche Demokratie auch unter schwierigsten Bedingungen erreichen kann. Sollten seine Nachbarn ihre hasserfüllte Ablehnung des jüdischen Staats einmal aufgeben, könnte er schnell zum Turbo einer ungeahnten Prosperität in der gesamten Region werden. Der Westen sollte sich deshalb davor hüten, den Staat Israel aus falscher Rücksichtnahme auf «die islamische Welt» wie eine Art Schandfleck zu behandeln, und ihm die Unterstützung und Sympathie zukommen lassen, die er sich durch seine aussergewöhnlichen Errungenschaften verdient hat.
NZZ

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