Gegen Faschismus und Islamismus

Multikulti: Deutsche in der Minderheit -red nicht mit deutschen Schlampen – Deutsche beschimpft und verachtet durch Musels

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Manchmal werden sie verhöhnt, manchmal sogar geschlagen. Mit ihnen wird in der Klasse kaum geredet, sie ziehen sich zurück, sagen kaum noch ihre Meinung – kurz, sie sind nicht integriert: Deutsche Kinder an einer Hauptschule in Essen.

„Sie werden nicht jeden Tag mit dem Messer bedroht, … aber die Kinder mit Migrationshintergrund haben hier eindeutig das Sagen“, so die Direktorin der Schule. „Red nicht mit der, das ist bloß eine deutsche Schlampe“, so hören es auch die Lehrerinnen. „Wenn Ramadan ist, ist Ausnahmezustand. Beim letzten Mal ging es soweit, dass sie uns ins Essen gespuckt haben“, berichtet die Hauswirtschaftslehrerin. „Man sagt immer, dass die Ausländer diskriminiert werden, aber hier läuft es andersrum. Ein libanesischer Arabisch-Lehrer schildert, dass die deutsche Lebensart von seinen Schülerinnen und Schülern ganz offen abgelehnt würde, diese Einstellung sei fast schick. Die deutschen Kinder reagieren mit Aggression oder Überanpassung. Auf dem Schulhof verdrücken sie sich in die Ecken. Sebastian, ein stämmiger 16-Jähriger, fühlt sich gemobbt von den muslimischen Mitschülern, ist häufig in Prügeleien verwickelt. Julia aber ist mit dem streng gläubigen Saleh aus Palästina befreundet. Die Schülerin bezeichnet sich inzwischen selbst als Muslima, das bedeutet für sie: keine Partys, kein Alkohol, kein Sex. Die Lehrer versuchen, auf die Situation mit Klarheit und dem Bestehen auf deutschen Regeln und Gesetzen zu reagieren, aber auch mit muttersprachlichem Unterricht und Verständnis für die Libanesen. Die Autorinnen Güner Balci und Nicola Graef zeigen das Verstehen und Nichtverstehen in einer Schulklasse, die inzwischen nicht nur für das Ruhrgebiet typisch geworden ist.
ARD

Wer Prügel bezieht, bestimmt die Mehrheit, und die Mehrheit bestimmt, was üblich ist. Im Ramadan wird den Deutschen schon mal in die Suppe gespuckt, und wer aufmuckt, den erwarten die Brüder und Cousins vor dem Schultor. Also stehen die türkischen und arabischen Mädchen auf der einen Seite des Schulhofes, die Jungen auf der anderen – und die wenigen Deutschen drücken sich in eine Ecke, als gehörten sie nicht dazu. „Wir halten uns lieber zurück“, sagt ein Mädchen, nur so könne man das überleben. Sie berichten von brutalen Prügeleien und Beschimpfungen, von denen „Streber“ und „Deutsche schummeln immer“ noch die harmloseren sind. „Nazis“ und „Schlampen“ sind ernster gemeint, sie zielen auf Umgangsformen, die hierzulande eigentlich als selbstverständlich gelten: eine eigene Meinung haben und ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen.

Auch die verdruckste Art der muslimischen Schüler, über Sexualität zu reden, gipfelt immer wieder in üblen Beschimpfungen und grotesken Vorurteilen, in einer Verachtung, die alles Deutsche zu umfassen scheint.

In einer Schulstunde wird darüber gestritten, wie man später leben will. Offen erzählen drei arabische Mädchen, wie sie verheiratet werden und dass es schön wäre, wenn der Vater für sie einen netten Mann aussuchte. „Einen, der mich nicht schlagen soll.“ Sie werden hinterher dafür beschimpft, man lässt sich nicht in die Karten gucken! Die Jungen finden, dass man Mädchen in Deutschland zu viele Freiheiten lässt; einer bekundet, er hasse es, wie die sich kleiden. Ein anderer spricht viel von Ehre und Respekt, zwei Begriffe, die zu erklären ihm aber die Worte fehlen. Kulturkampf im Klassenzimmer. Der Arabischlehrer aus dem Libanon tut sein Bestes, um seine Schüler für ein Miteinander und die Vorzüge der deutschen Gesellschaft zu erwärmen. Doch die Eltern beschweren sich, er solle sich nicht in „innere Angelegenheiten“ einmischen.

„Wir sind entsetzt, wie sich das immer mehr verschärft“, sagt Brigitta Holford. Sie musste lernen, ihren pädagogischen Anspruch zu verteidigen, gegen aufgebrachte Onkels, Väter, Brüder. Nicht jeder Lehrer bringe diese Kraft auf. Güner Balci und Nicola Graef ist mit diesem Film das ungewöhnliche Porträt einer parallelen Welt gelungen, die sich vor unseren Augen etabliert hat und gegen die wohl nur hilft, was die Lehrerin empfiehlt: „Wir müssen endlich offen darüber reden.“
faz

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