Israel jubelt für Deutschland

Es ist eine wunderbare Fan-Freundschaft, 65 Jahre nach dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte …

Überraschend viele Menschen in Israel unterstützen bei der Fußball-WM ausgerechnet die deutsche Nationalmannschaft! Nach einer Umfrage der größten Tageszeitung des Landes, „Yedioth Ahronoth“, wünscht sich schon jeder dritte Israeli, dass Deutschland den Titel holt.

Die überwältigende Unterstützung für die DFB-Elf – sie ist einmalig und bisher ungekannt in Israel! Vor dem Halbfinale der WM 2006 (Deutschland–Italien) scherzten noch viele Israelis: „Für wen bist du? Für die Nazis oder die Faschisten?“

Die israelische Journalistin Keren Natanzon (32) sagt: „Mein Vater hat als Kind den Holocaust überlebt. Er hat nie in seinem Leben ein deutsches Produkt gekauft. Bis heute hat er seinen Bruder in Deutschland nicht besucht. Aber jetzt bei der WM ist er für Deutschland.“

Woher kommt jetzt diese Völkerverständigung des Fußballs?

Emanuel Cohn, Forscher am israelischen Joseph Carlebach Institut, das sich für die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzt: „Die jungen Israelis sind sich bewusst, dass Deutschland heute einer der besten und engsten Freunde und Partner Israels ist, politisch, kulturell und ökonomisch. Außerdem spielen im deutschen Team Kinder aus Migranten-Familien. Diese kunterbunte Mannschaft steht für ein anderes, ein junges und offenes Deutschland, sie hat eine andere Leichtigkeit, als wenn alle nur Schmidt und Schulz hießen. Und sie spielt den schönsten Fußball.“

Am Mittwoch zeigt das Goethe-Institut in Tel Aviv das Halbfinale Deutschland gegen Spanien – die Veranstalter erwarten ein volles Haus, zeigen am Tag des Finales sogar den Film „Das Wunder von Bern“ über den deutschen WM-Sieg 1954.

Selbst Yoram Ben-Zeev, Israels Botschafter in Deutschland, glaubt inzwischen an einen WM-Sieg der DFB-Elf: „Ich wünsche mir, dass die beste Mannschaft gewinnt. Und ich glaube, das ist Deutschland.“

Die Begeisterung der Israelis bekam auch Sachsens MP Stanislaw Tillich (51) zu spüren. Bei seinem Besuch gestern in Jerusalem wurde er immer wieder auf die tolle Leistung der deutschen Mannschaft angesprochen. Tillich: „Ich finde es genial, es gab viele deutsche Flaggen an den Autos und Häusern.“

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