Necla Kelek im Literaturhaus

»Muslime aller Welt«, ruft Necla Kelek am Ende ihres neues Buches, »ihr habt nichts zu verlieren außer der Scharia«. Morgen, 29. Juni, 20 Uhr, liest die streitbare Autorin im Nürnberger Literaturhaus aus »Himmelreise«.

Necla Kelek, die türkische, in Deutschland aufgewachsene Soziologin, hat ein Plädoyer gegen starre islamische Lebens- und Religionsregeln geschrieben – sicher nicht zur Freunde von Traditionalisten und Multikulti-Fans.

»Himmelreise« ist der Versuch, in Buchform einen Pudding an die Wand zu nageln. Immer wieder, so schreibt Necla Kelek, werde behauptet, »den« Islam gebe es gar nicht, sondern nur verschiedene Formen und Sichtweise. Nein, sagt Kelek gleich zu Beginn ihrer Streit- und Aufklärungsschrift, den Islam gibt es: als soziale Realität und kulturelle Institution, die das Verhalten von Menschen »definiert, einfordert und reproduziert«.

Auf 250 Seiten beschreibt die 1957 in Istanbul geborene Autorin die durchdringende Macht der Religion Mohammeds – als Glaube, in Alltag und Politik. So heißt es im Untertitel auch: »Mein Streit mit den Wächtern des Islam«. Es geht um Koran-Auslegung, Kopftücher und Moscheen, um Zwangsheirat und das Macho-Gehabe türkischer und arabischer Jungs.

Kelek fordert: Der Islam muss sich – ohne Wenn und Aber – dem Rechtsstaat verschreiben. Es sei von entscheidender Bedeutung für die Zukunft Europas, dass Muslime von der Idee einer säkulären und demokratischen Bürgergesellschaft überzeugt werden, in der die Freiheit attraktiver erscheine als die kollektiven Zwänge einer religiösen Weltanschauung.

Doch was haben die bärtigen Männer mit Käppis und ihre Frauen in Pluderhosen, wie sie etwa in Berlin-Neukölln oder in Köln-Ehrenfeld leben, mit dem Islam zu tun? Wo liegt die Verbindung zwischen den Bräuchen und Verboten mit dem Glauben?

Kelek spürt im ersten Teil ihrer Reise durch die muslimische Republik der Entstehungsgeschichte des Islam nach. Zwar gelte der Koran für gläubige Muslime als unfehlbares Wort Gottes. Doch all die Regeln, die Sexualmoral und die untergeordnete Rolle der Frau seien nicht gottgewollt, sondern vor dem Hintergrund einer feudalen Wüstengesellschaft entstanden, in der sich Mohammed im siebten Jahrhundert zum Religionsstifter hochkämpfte.

Kelek hat Volkswirtschaft und Soziologie studiert und promovierte über den Islam im Alltag. Immer wieder meldet sie sich öffentlich zu Wort, zuletzt zu der ihrer Meinung zu schwachen Reaktion deutscher Medien zum Anschlag auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard. Für ihr Engagement wurde sie bereits mit dem Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München und 2006 mit dem Corine Preis für Sachbücher ausgezeichnet.

Angesichts neuer Forschungsarbeiten vor allem europäischer Wissenschaftler müssten Islam-Gelehrte immer wieder den Vorwurf abwehren, der Koran sei keine Offenbarungsschrift, sondern »Literatur«. Kelek plädiert dafür, dass sich die Schriften des Islam wie die Bibel einer theologischen und historischen Interpretation nicht entziehen dürfen.
Quelle

Auch in der muslimischen Alltagskultur zieht die Autorin eine Verbindung zum Glauben. Übertriebene Ehrgefühle, die ständige Einforderung von »Respekt«, die Rolle von Vater und Mutter, sogar der Satz »Was guckst Du« – sie seien alle in einer Religion begründet, die die Trennung von Weltlichem und Geistlichem nicht kennt und als »kollektive Selbstvergewisserung« der aufgeklärten Gesellschaft oft die kalte Schulter zeigt.

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One Response to Necla Kelek im Literaturhaus

  1. bording sagt:

    grossen applaus für für mutigr „Necla Kelek“ hätte die welt nur mehr leute, die ihre meinungen auch gegen widerstände und gegenwind aus einer – verkommenen ecke in der – gewalt,- mord und – totschlag allgegenwärtig vertreten ist……

    der brutale koran ist die wurzel des übels……. das diese wurzel ausgerottet werde………8,7

    letztendlich wird die WAHRHEIT und das GUTE SIEGEN…..

    einzige grundvoraussetzung, den INFORMATIONSFLUSS nicht behindern……..da fängt die diktatur an….

    wie es die uno versuchen möchte……

    grüsse bording

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