Worum geht es – Fakten.

Erstens: Im Gaza-Streifen, eine Autostunde von Tel Aviv entfernt, errichtet die islamistische Organisation Hamas ein Terrorregime, das jede Opposition und jede Kritik gewalttätig unterdrückt, das die palästinensischen Frauen, die zu den emanzipiertesten der arabischen Welt gehörten, wieder brutaler Männerherrschaft unterwirft.

Zweitens: Die Hamas baut ihr «Staatsgebiet», den Gaza-Streifen, im strategischen Interesse des Irans zur Raketenbasis gegen Israel aus. Mit Kassam-Raketen beschiesst sie täglich israelisches Gebiet, am letzten Donnerstag mit vier Raketen, am Freitag mit zwei, am Samstag ebenfalls mit zwei.

Drittens: Die Hamas erkennt weder das Existenzrecht Israels an, noch respektiert sie bestehende Verträge zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten. Sie bekennt sich dazu, Feind des Judenstaates zu sein.

Viertens: Israel befindet sich mit dem Hamas-Staat im Krieg.

Fünftens: Mit dem Kriegsinstrument einer Blockade will Israel die Hamas an der Einfuhr von Waffen, insbesondere von Raketen hindern. Das Land hat dabei immer das Beispiel Libanon vor Augen, wo die Hisbollah trotz Uno-Truppenpräsenz heute im Besitz von 40 000 modernen Raketen sein soll. Nach Berechnungen des amerikanischen Verteidigungsministeriums verfügt die schiitische Terror-Organisation damit über mehr Raketen als die meisten souveränen Staaten der Welt.

Sechstens: Die Waffen der Hamas in Gaza und die der Hisbollah im Libanon haben ein einziges Ziel: Israel.

Siebtens: Die israelische Blockade betrifft Waffen, nicht aber Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung des Gaza-Streifens. Allerdings ist auch die Einfuhr von Fruchtsaft, Schokolade, Koriander und Petersilie, von Musikinstrumenten und Möbeln, von Baustahl und Zement verboten. Eine Schikane für Menschen, die unter dem Hamas-Regime schon genug zu leiden haben.

Achtens: Am frühen Morgen des vergangenen Montags wollte die israelische Armee einen Konvoi von sechs Schiffen kontrollieren, der mit Hilfsgütern und Friedensaktivisten beladen war.

Neuntens: Auf Anordnung der israelischen Streitkräfte drehten fünf der sechs Kapitäne bei, um ihre Schiffe kontrollieren zu lassen. Ein sechstes Schiff soll den Befehl mit der Antwort verweigert haben: «Geht zurück nach Auschwitz.»

Zehntens: Auf dem Schiff der Blockadebrecher befanden sich unter Deck die Friedensaktivisten, an Deck jedoch 50 kampfentschlossene Islamisten, bewaffnet mit Eisenstangen und Messern.

Elftens: Die Israelis versuchten das Schiff mit Soldaten zu entern, die aus Helikoptern abgeseilt wurden. Sie trugen dazu Asbest-Handschuhe, was sie, auf Deck angekommen, zunächst kampfunfähig machte. Bewaffnet waren sie mit Paintball-Munition, die zwar schmerzhaft trifft, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zudem trug jeder Soldat eine Pistole zur Selbstverteidigung.

Zwölftens: Die Soldaten wurden von den islamistischen Kämpfern sofort angegriffen, waren davon offenbar überrascht, wussten zunächst nicht, ob sie sich wehren durften, da die Enterung des Schiffes gewaltlos erfolgen sollte. Ein Offizier sprang ins Meer, um nicht schiessen zu müssen, andere Soldaten schossen und töteten neun Angreifer.

Dreizehntens: Für Israel endete der dilettantisch durchgeführte Einsatz gegen den Schiffskonvoi als verlorene Schlacht. Die Welt ist empört: Israel tötet Menschen, die andern Menschen Hilfe bringen wollten! So sieht es aus. Für die Hamas ist dies ein grosser Sieg.

Vierzehntens: In Israel findet seit Tagen eine offene und harte politische Auseinandersetzung über die misslungene Kriegsaktion statt. Die einzige Demokratie im Nahen Osten funktioniert.

Letztens: Wir sollten, wenn wir vom friedlichen Europa, von der friedlichen Schweiz, von den friedlichen Redaktionsstuben aus über Israel urteilen, nicht aus dem Blick verlieren, worum es geht: um die Existenz eines bedrohten kleinen Staates, dessen Feinde seit 60 Jahren keine Ruhe geben.

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