Aufnahmen zeigen Brutalität der Blockadebrecher – „Go Back to Auschwitz“

Der blutende israelische Soldat zeigt eine andere Seite des Angriffs auf das Schiff „Mavi Marmara“ – genauso wie Aufnahmen des Funkverkehrs.

Als die israelische Marine am Samstag das siebte und letzte Schiff der Friedensflotte aufbrachte, fiel kein einziger Schuss. Nichts erinnerte an die Erstürmung der „Mavi Marmara“ am vergangenen Montag, als israelische Soldaten bei Landung mit Eisenstangen und Knüppeln angegriffen wurden und neun Aktivisten töteten. Auf der „Rachel Corrie“ gab es keine Gegenwehr, die meisten der 19 Passagiere befinden sich schon auf der Heimreise.

Noch immer nicht geklärt aber ist, was am auf der „Mavi Marmara“ wirklich geschah. Immerhin ist nun bekannt, dass die ersten drei Soldaten von den Angreifern überwältigt wurden, nachdem sie sich aus dem Hubschrauber abgeseilt hatten. Mindestens ein Soldat soll von den Schlägen das Bewusstsein verloren haben, er wurde gemeinsam mit zwei seiner Kameraden gefesselt auf das Unterdeck gebracht, das bestätigen mittlerweile heimgekehrte Aktivisten. Auch Bilder, die die türkische Zeitung „Hürriyet“ nun veröffentlichte, zeigen die verwundeten israelischen Soldaten. Die Israelis hatten die Aufnahmen wohl von den Mobiltelefonen der Aktivisten gelöscht, um ihre Soldaten nicht bloßzustellen. Die Daten konnten aber wiederhergestellt werden.

Der Verdacht, ihren Kameraden könne etwas angetan werden, scheint einer der Hauptgründe für die tödlichen Schüsse gewesen zu sein. Die Angst war wohl auch nicht unberechtigt: Die Aktivistin Theresa McDermott war zwar nicht auf dem betreffenden Schiff, berichtet aber, sie habe gehört, einige Aktivisten wären die gefesselten Soldaten gerne angegangen, seien aber von anderen Passagieren daran gehindert worden. Auch die Londoner „Times“ zitiert eine Augenzeugin, die berichtet, wie die anwesenden Frauen geschrieen hätten: „Tut ihnen nichts!“

Die israelische Armee veröffentlichte einen sechs Minuten langen Originalmitschnitt des Funkverkehrs vor dem Angriff. Auf die Aufforderung der Israelis, abzudrehen, antwortet eine Männerstimme: „Geht zurück nach Auschwitz!“ Gegen Ende ist ein anderer Mann zu hören: „Wir helfen den Arabern gegen die USA. Vergesst 9/11 nicht, Jungs.“ Schon vor dem tragischen Zwischenfall hatte der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira Aufnahmen von Bord des Schiffes veröffentlicht, auf denen eine Gruppe Passagiere in Sprechchören die Schlacht von Khaibar beschwört.

In Khaibar hatte der Prophet Mohammed im siebten Jahrhundert ein jüdisches Dorf ausradiert und die Bewohner töten oder vertreiben lassen. Jean-Louis Burguiere, ein ehemaliger französischer Richter und Terrorermittler, bestätigt, dass die angebliche „Wohltätigkeitsorganisation“ IHH zumindest in den späten 90er Jahren „klare, lange vorhandene Verbindungen“ zur Terrorszene und zu dschihadistischen Bewegungen unterhalten habe. Weiteres Material, dass Al-Dschasira und andere Journalisten während des israelischern Angriffes gefilmt hatten, wurde allerdings in Israel konfisziert und bisher nicht freigegeben. Dabei ergäbe sich mit Hilfe der Aufnahmen möglicherweise ein vollständigeres Bild der Vorgänge.

Welt

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