Gegen Faschismus und Islamismus

Antiwestliche Stimmung Pakistaner gründen islamisches Facebook

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Echte Freundschaft sieht anders aus: In Pakistan brennen US-Flaggen, wütende Männer demonstrieren gegen ein soziales Netzwerk im Internet. Der Protest überschreitet die Grenze zum Absurden. Jetzt haben pakistanische Anwälte ein „islamisches Facebook“ gegründet.

Der alte Mann in dem weißen Gewand stampft mit den Füßen auf, er reckt seine rechte Faust in die Höhe, sein grauer Bart wackelt über der Brust. Er schreit etwas Unverständliches, um ihn herum stehen ebenfalls bärtige Männer und schreien. Sie tanzen um ein Feuer, mitten in der Innenstadt von Lahore. In den Flammen ist eine US-Flagge zu erkennen, außerdem verbrennen Spruchbänder, die Wörter darauf kann man nicht mehr lesen, nur noch den Begriff „Facebook“.

Die USA sind der Lieblingsfeind vieler Pakistaner. Es ist eine Hassliebe: Amerika, stellvertretend für den gesamten Westen, wird oft als „sittenlos“, „unmoralisch“ und außerdem als „rücksichtslos“ wahrgenommen – zugleich sind die USA das Ziel vieler Studenten und Arbeitsuchenden in Pakistan. Selbst konservative Politiker in Islamabad, die jede Gelegenheit nutzen, die „Arroganz des Westens“ zu geißeln, schicken ihre Kinder auf amerikanische Eliteuniversitäten.

Umfragen belegen, dass die Mehrheit der pakistanischen Bevölkerung das rigorose Vorgehen der Regierung begrüßt. Rund 70 Prozent loben die Regierung demnach dafür, den Zugang gesperrt zu haben, nachdem die Facebook-Betreiber sich unter Berufung auf die Meinungsfreiheit geweigert hatten, den Aufruf zum Malwettbewerb zu entfernen. Islamische Anwälte hatten geklagt, ein Gericht in Lahore hatte daraufhin geurteilt, die Regierung müsse den Zugang zu Facebook kappen….

Spiegel

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