Irre Kommunisten halten Südkorea in Geiselhaft

Kim Jong-il soll seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt haben. Ob der Diktator nur einmal mehr mit dem Säbel rasselt oder die Lage völlig eskalieren könnte, ist kaum einzuschätzen. Aus Pjöngjangs paranoidem Gebaren kann man aber auch Lehren ziehen für den Umgang mit anderen Schurkenstaaten.

Wie stoppt man einen gefährlichen Verrückten, der wahrscheinlich über Atombomben verfügt und sein Nachbarland als Geisel genommen hat? Das ist die Frage, die sich die internationale Politik im Falle Nordkoreas stellt.

Nicht genug damit, dass der Diktator von Pjöngjang ein Kriegsschiff des Südens versenken ließ – nun ist er auch noch empört, weil man ihn dafür zur Rechenschaft ziehen will. Nordkoreas Armee soll in Kampfbereitschaft versetzt worden sein, und dem Süden wird offen mit Krieg gedroht.

Es ist schwer einzuschätzen, ob Kim Jong-il nur – wie so oft – mit dem Säbel rasselt oder ob sich das Ganze zu einer Katastrophe ausweiten könnte. Zuzutrauen wäre es Kim Jong-il jedenfalls. Er verfügt über eine der größten Armeen der Erde und könnte mit seinen Raketen Südkoreas Hauptstadt Seoul ins Mittelalter zurückbomben – auch ohne Atomwaffen. Rücksichtslos genug ist er ebenfalls, denn wer seine Untertanen zu Hunderttausenden verhungern lässt, hat kein Problem damit, das koreanische Volk mit sich untergehen zu lassen.

Die Weltgemeinschaft – an erster Stelle Nordkoreas Protektor China, die pazifische Ordnungsmacht USA und Südkorea – muss eine delikate Balance hinbekommen. Einerseits soll Nordkoreas kriegerischer Akt Folgen haben, um zu zeigen, dass sich aggressives Verhalten nicht auszahlt. Andererseits gilt es, einen Krieg zu verhindern, der schon durch eine Unbedachtsamkeit ausgelöst werden könnte. Angesichts eines sich geradezu paranoid gebärdenden Führers in Pjöngjang ist das ein kaum zu

Weder mit reichlich Zuckerbrot noch mit Peitsche ist es bisher gelungen, Nordkorea zu einem berechenbaren Akteur zu machen. Das sollte jenen zu denken geben, die meinen, man könne etwa mit einer iranischen Bombe schon irgendwie leben. Das Beispiel Pjöngjangs zeigt, dass Schurkenstaaten unter dem Schutz der Bombe noch ruchloser handeln, als sie es ohnehin gewohnt sind. Deshalb dürfen sie die ultimative Waffe gar nicht erst in die Hand bekommen.

Welt

Advertisements

Eine Antwort zu Irre Kommunisten halten Südkorea in Geiselhaft

  1. Dietmar sagt:

    es wäre leichter dieses Thema zu beurteilen, wenn
    die internationale Untersuchugskommission Nordkorea an den Untersuchungen hätte teilnehmen lassen.
    Selbst die Verifikation der Beweise wurde Nordkorea verwehrt.
    Cui Bono?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: