In Oslo und Malmö hat der Judenhass durch zugewanderte Nazis ähm Araber Einzug gehalten

In Norwegen sorgen Fernsehreportagen über Judenhass an Schulen für Aufsehen. Da klagt ein Vater, halbwüchsige Muslime hätten seinen Sohn erhängen wollen, weil er Jude sei. Lehrer sprechen von «notorischem Mobbing». Hitler gelte als «coole Nummer», der Westen als jüdisches Protektorat. Lektionen über den Holocaust würden mit Hohngelächter quittiert. Einen üblen Einfluss hätten Fernsehsendungen aus dem Nahen Osten, die per Satellit zu empfangen sind. Szenen einer palästinensischen Station zeigten Kinder im Primarschulalter, die sich bereit erklärten, Juden zu töten, falls es Allah wünsche. In Norwegen leben 1300 Juden und 150 000 Muslime.

In Schweden steht die Stadt Malmö im Brennpunkt. Sie zählt 265 000 Einwohner, unter ihnen 700 Juden und 60 000 Muslime, die zum Teil im Rosengård-Viertel in elenden Verhältnissen leben. Unlängst untersuchte «Skånska Dagbladet» in einer Artikelserie den grassierenden Antisemitismus. Während des Gaza-Kriegs entlud sich die aggressive Stimmung in gewaltsamen Ausschreitungen. Als auch Malmös Juden auf die Strasse gingen, wurden sie mit Brandkörpern beschossen. Eine 86-jährige Auschwitz-Überlebende erzählte der finnischen Zeitung «Hufvudstadsbladet», wie sie, in eine Gasse abgedrängt, von Knirpsen angeschrien wurde, alle Juden müssten getötet werden.

2009 wurden in der Provinz Schonen doppelt so viele antisemitische Straftaten registriert wie im Vorjahr. Ein Brandanschlag auf die Kapelle des jüdischen Friedhofs, Grabschändungen und fortgesetzte Bedrohung jüdischer Ladeninhaber wurden verzeichnet. Ein Künstler stellte Büchsen mit der Aufschrift «Zyklon B – Giftgas» vor das jüdische Gemeindehaus. Im benachbarten Helsingborg wurde versucht, die Synagoge in Brand zu stecken. Der Palästinakonflikt wirkt sogar in der 6. Liga der Fussballer nach, wo der jüdische FC Hakoah in einer Gruppe mit dem FC Palästina spielen soll und vergeblich um eine Neueinteilung bat. Während des letztjährigen Kampfs gegen den FC Kosovo stürmten Fans der Kosovaren aufs Feld und setzten zur Hetzjagd auf die jüdischen Kicker an, die jedoch von den Spielern des Kosovo-Teams geschützt wurden. Bereits hat der Exodus jüdischer Familien begonnen. «Stellen Sie sich vor, dass ein so phantastisches Land wie Schweden meiner Familie kein Sicherheitsgefühl vermitteln kann», seufzt ein Vater gegenüber «Skånska Dagbladet». Seine Vorfahren seien im 19. Jahrhundert vor Pogromen aus Russland geflohen. Jetzt werde sein Sohn in Malmö auf dem Weg zur Synagoge als «Judensau» beschimpft.

Jeder Kommunalpolitiker müsste ein solches Problem eigentlich reflexartig aufgreifen, schreibt die linksliberale Stockholmer Zeitung «Dagens Nyheter». Doch der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu schiebe die Schuld den Opfern zu. Reepalu forderte in einem am Holocaust-Gedenktag veröffentlichten Interview Malmös jüdische Gemeinde auf, sich von den Übergriffen der Israelis in Gaza zu distanzieren. Auch sagte er, es sei nicht Malmös Problem, wenn Juden nach Israel ziehen wollten. Jetzt soll ein Dialogforum Spannungen abbauen.

NZZ

Judenhasses führt sie
nach Malmö verlassen
Zeitung aus Schweden

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