Linke Medien (TAZ) und der versteckte Antisemitismus

Der moderne Antisemitismus in Deutschland erlebt eine Renaissance, findet Benjamin Weinthal. Linksliberale Medien wie die „Tageszeitung“ oder der „Freitag“ nähmen dabei schon Positionen ein, die denen der NPD glichen. Die antisemitischen Äußerungen versteckten sich in subtilen Chiffren.

Der moderne Antisemitismus richtet sich hauptsächlich gegen Israel und diejenigen, die Partei für den jüdischen Staat ergreifen. Diese neue Art von Antisemitismus erfährt innerhalb der deutschen Öffentlichkeit eine zunehmende Verbreitung.

Deshalb beklagte sich kürzlich die Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, über einen Kommentar in der taz, in dem die Autorin Iris Hefets behauptet hatte, es gebe sowohl in Israel als auch in Deutschland einen regelrechten „Shoah-Kult“. Auschwitz sei jedoch „nicht heilig” und Israels Politik „noch immer kritisierbar”.

Israel einen Missbrauch des Holocaust zu unterstellen und Diaspora-Juden vorzuwerfen, sie dienten nur den Interessen Israels, gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des modernen Antisemitismus. Dass ausgerechnet eine linksliberale Zeitung faktisch die Haltung der NPD übernahm, löste Empörung aus. „Da stimmt irgendetwas mit dem Journalismus nicht”, sagte Lala Süsskind.

Und sie hat Recht, denn die subtilen Varianten der neuen antisemitischen Ressentiments sind auch innerhalb der Medien präsent. Der Kniff ist dabei, dass der Antisemitismus nicht offen artikuliert wird, die Leser aber dennoch genau wissen, was gemeint ist…

Welt

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3 Responses to Linke Medien (TAZ) und der versteckte Antisemitismus

  1. goegos sagt:

    Antisemitismus im heutigen Deutschland ist eine Rarität. Sympathie für Juden und ihre Kultur überwiegt. Dabei muss Israelkritik erlaubt sein. Dessen aktuelle Regierung handelt im Gegensatz zu Herzels Idealen und Vorstellungen; sie beschmutzt den jüdischen Namen.
    Gefährlich ist im wiedervereinigten Deutschland die wiedererstandene Cathophobie der Kaiser und NS-Zeit. Schon beim Mauerfall hat die französische Presse vor solchen Tendenzen – auch vor neuem Nationalismus – gewarnt. Nach den Pädophiliefällen lassen Protestanten und andere Katholikengegner ihren ganzen Hass unkontrolliert an den römischen Mit-Christen aus. Nicht sehr edel, was ? Zur Zeit lauert hier mehr Gefahr als von Seiten Antisemitismus.

  2. Freiheit sagt:

    jo,schön dass es keinen antisemitismus mehr gibt, sag es mal deinen arabischen/islamischen freunden.
    2009 gab es die meisten antisemitischen überfälle und aufzeichnungen seit dem 2. weltkrieg.

    Die Leserin hatte gefragt, warum liberale Zeitgenossen Israel unaufhörlich mit den schärfsten Vorwürfen attackierten, aber extremistische Muslime unterstützten, die homophobisch, frauenfeindlich und intolerant gegenüber anderen Religionen seien. Davies hatte Israel zuvor beschuldigt, als „Opfer zu posieren“, während es „rassistische Politik der Apartheid“ praktiziere.

    Die existenzielle Bedrohung, der Israel ausgesetzt ist, wird in diesen Kreisen systematisch ignoriert. Zugleich wird die Gefahr, die der totalitäre Islam darstellt, entweder heruntergespielt oder ganz verneint. Und während Israel, die einzige liberale Demokratie des Nahen Ostens, hyperkritisch unter die Lupe genommen wird, springen dieselben Liberalen und Linken mit dubiosen Regimen, die Menschenrechte systematisch verletzten, äußerst sanft um. So beschließen akademische Verbände in Großbritannien immer wieder den Boykott israelischer Wissenschaftler und Universitäten, nicht aber aus China, Sudan oder Russland, obwohl beispielsweise Russland sehr viel mehr Menschen in Tschetschenien getötet hat als Israel in Palästina.

    Weithin üblich geworden ist es im linken und linksliberalen Diskurs, vom „Unrechtstaat“ Israel zu sprechen; die Verwendung historisch besonders negativ besetzter Begriffe wirkt absichtsvoll. Wer den Israelis Methoden wie „Nazideutschland“ unterstellt, vom „Apartheidstaat“ spricht oder gar Parallelen zum Holocaust zieht, will offenkundig eines klarmachen: Israel und die Juden, die den Holocaust erlitten, haben inzwischen jeglichen moralischen Anspruch verwirkt. Sie besitzen kein Anrecht mehr auf Unterstützung.
    http://www.zeit.de/online/2007/17/antisemitismus?page=3

  3. brueckenbauer sagt:

    Ich hoffe mal, dass nichts dagegen spricht, einen New Yorker Trotzkisten einen New Yorker Trotzkisten zu nennen – sogar dann, wenn er Jude ist (oder muss es dann schamhaft verschwiegen werden?).
    Die Sache ist von praktischem Interesse insofern, als viele jüdische Neocons aus trotzkistischen Familien kommen (eine Beispiel: Josef Joffe; vielleicht auch Weinthal?). Und man kann sich fragen, ob es hier nicht eine Kontinuität gibt – ob nicht eine gewisse Rücksichtlosigkeit in der Wahl politischer Mittel vom Trotzkismus an den Neokonservatismus vererbt worden ist.


    hi,
    ja, ich gebe zu der gastartikel in der welt online ist recht flach,dennoch gibt es vorallem in der politisch linken einen antisemitismus,der immer noch nicht aufgearbeitet ist und wird. gute artikel dazu mit fakten kann man überall lesen, aber auch wenn man selbst in linken zusammenhängen war und die politische agenda der linken,sozialisten/kommunisten anschaut,dass der antisemitismus vorallem in linken zusammenhängen zu finden sind,da rechtsextremisten glücklicherweise kaum noch eine rolle spielen.

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