Die Islamkritik hat gerade erst begonnen

Nein, es geht nicht um Ängste, sondern um Sorgen, um begründete Sorgen. Wenn fünf Prozent der Bevölkerung 20 Prozent der Schlagzeilen verursachen und die Öffentlichkeit permanent zwingen, sich mit den Problemen von vorgestern zu beschäftigen; wenn Migranten, getrieben von politischer Verfolgung oder ökonomischer Not, nach Europa kommen und nichts Besseres zu tun haben, als just die unwürdigen Zustände zu reproduzieren, denen sie entflohen sind; wenn eine Minderheit, die schon durch ihren Lebensstil signalisiert, dass sie unsere rechtsstaatlich garantierten Freiheiten für Teufelswerk hält, sich dank Wachstumsraten von bis zu 6,6 Prozent (in England sind bereits 10 Prozent erreicht) anschickt, langfristig die Mehrheitsbevölkerung in Europa zu stellen: dann ist doch ein gewisses Unbehagen angebracht?

Spätestens anlässlich solcher Feststellungen wird das denunziatorische Geschwätz von der Islamophobie näher erläutert: es handele sich um die zeitgenössische Form des Rassismus bzw. der Fremdenfeindlichkeit. Doch der Islam ist keine Rasse, sein homogenes Erscheinungsbild verdankt sich zuallererst der Unterwerfung aller Lebensvollzüge unter dieselben religiösen Vorschriften. Der Rassismusvorwurf soll Islamkritik in die Nähe nationalsozialistischer Gesinnung rücken – so etwas nennt man schlicht Demagogie. „Fremdenfeindlichkeit“ hingegen – ein Klassiker deutscher Selbstbezichtigung – suggeriert eine bösartige einheimische Neigung, wo es tatsächlich um eine überall auf der Welt vorkommende Disposition geht, die als Xenophobie bekannt und gut erforscht ist. Ihr Gegenteil ist mitnichten die vielbeschworene Gastfreundschaft, sondern wären Übergangsriten zur Verwandlung von bedrohlichen Fremden in akzeptierten Fremden, also Akzeptanzriten als Vorstufen von Assimilation, allen voran die Exogamie. Gerade in dieser Frage besteht bei den meisten Zuwanderern aus dem islamischen Kulturkreis nicht die geringste Bereitschaft, irgendeine Form der Vermischung einzugehen. Das ist das deutlichste Signal in der beide Seiten verstrickenden Dialektik von Ausgrenzung und Verkapselung. Wenn unter allen Migranten, die seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland leben bzw. hier geborenen und aufgewachsen sind, ausgerechnet Muslime (nicht alle, aber viele) immer noch als Fremde, nicht selten als verschlossen bis feindselig jeden Kontakt abwehrende Fremde auffallen, dürfte dies nur zum geringsten Teil den Deutschen anzulasten sein.

Angst, so können wir resümieren, haben offenbar jene, die solche Probleme bagatellisieren, weil sie ahnen, dass deren schonungslose Analyse den Zorn der Gemeinten wecken könnte. So gesehen sind ihre Diffamierungen (Islamophobie sollte endlich zum Unwort des Jahres gekürt werden) nichts als die Projektion ihres Kleinmuts. Ebenso wie das gebetsmühlenartige Aufrechnen von Djihad gegen Kreuzzüge, Minarette gegen Kirchtürme, Augustinus gegen Mohammed: der Hinweis auf die Kriminalgeschichte des Christentums entbindet nicht nur nicht vom genauen Hinsehen und Benennen vergleichbarer Vorgänge und Zustände im heutigen Islam (wie es das bekannte Appeasement-Argument will) – sie verpflichtet umso nachdrücklicher dazu……

Der Autor ist Philosoph und Schriftsteller

Welt

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