Interview mit Geert Wilders

profil: In Österreich leben laut jüngsten Statistiken mehr als 500.000 Moslems. Müssen wir uns deshalb Sorgen machen?
Wilders: Das entspricht in etwa demselben Prozentsatz wie in Holland, wir haben etwa 16 Millionen Einwohner und eine Million Moslems. Aber wir sollten uns nicht wegen der Zahl der Moslems Sorgen machen, ich und meine Partei haben nichts gegen diese Leute.

profil: Dennoch fordern Sie in den Niederlanden einen Immigrationsstopp für Bürger aus islamischen Ländern.
Wilders: Ja, aber nicht weil wir denken, sie seien schlechte Menschen oder weil wir vor ihnen Angst haben. Das wäre lächerlich. Die große Mehrheit der Moslems in den Niederlanden sind rechtschaffene Bürger, die ein gutes Leben führen wollen. Aber wir glauben, dass die Kultur und die Ideologie, die sie zu uns bringen, unseren Werten und unserer Identität widersprechen. Deshalb verlangen wir einen Stopp der Islamisierung und der Massenzuwanderung aus islamischen Ländern. Das richtet sich aber nicht gegen die Moslems als Personen, auch wenn das schwer zu verstehen ist.

profil: Ihr Kampf richtet sich gegen den Islam an sich?
Wilders: Ja, und ich sage Ihnen, die größte Seuche Europas ist – verbunden mit der Massenzuwanderung – der kulturelle Relativismus. Leider glaubt die herrschende Elite sagen zu müssen, alle Kulturen seien gleichwertig. Sie tut das aus Gründen der politischen Korrektheit, aus Angst vor den Wählern oder weil sie fürchtet, des Rassismus geziehen zu werden.

profil: Wenn der Kulturrelativismus falsch ist, muss es demnach eine Hierarchie geben. Welche ist denn die höchste Kultur und welche die niedrigste?
Wilders: Ich glaube, es hat nichts mit Xenophobie zu tun, wenn man sagt, dass unsere Kultur, die auf dem Christentum, dem Judentum und dem Humanismus gründet, besser ist als die islamische. Wie die Islamkritikerin Wafa Sultan sagt: Es ist ein Kampf zwischen Rationalität und Barbarei.

profil: Wo stehen denn gemäß Ihrer Theorie die anderen Kulturen? Sind afrikanische Kulturen schlechter als die islamische oder besser? Soll man die Zuwanderung von Afrikanern auch stoppen?
Wilders: Nein. Ich rede nur von der islamischen.

profil: Weil der Islam schlimmer ist als jede andere Kultur?
Wilders: Ich will den Islam gar nicht mit anderen Kulturen und Religionen vergleichen, denn er ist eine Ideologie. Ich sehe zwar, dass die islamische Ideologie über religiöse Symbole verfügt: Gotteshäuser, die Moscheen genannt werden, einen so genannten Propheten namens Mohammed, ein so genanntes Heiliges Buch namens Koran. Aber der Islam gleicht viel eher anderen totalitären Ideologien: Letztlich will der Islam alle Aspekte des Lebens und der Gesellschaft beherrschen, deshalb sehe ich ihn in einer Reihe mit dem Kommunismus oder dem Faschismus.

profil: Und woran machen Sie die Islamisierung Europas fest?
Wilders: Ein Beispiel: In Großbritannien gibt es mittlerweile 85 Scharia-Gerichte.

profil: Dabei handelt es sich um Schiedsgerichte, die in familienrechtlichen Angelegenheiten tätig werden, wenn beide Seiten dies wollen.
Wilders: Aber wer weiß, wohin das noch führt? Oder sehen Sie sich an, wie Moslems behandelt werden, die den Islam verlassen wollen. Sie werden mit dem Tod bedroht! Es gibt Ehrenmorde, Genitalverstümmelung – all das sind Bestandteile der islamischen Kultur, die durch die Islamisierung zu uns gekommen sind.

profil: Das betrifft eine winzige Minderheit der Moslems.
Wilders: Aber eine wachsende Minderheit. Statistiken in den Niederlanden zeigen außerdem, dass die Verbrechensrate und die Abhängigkeit von Sozialhilfe bei Moslems höher ist.

profil: Das wiederum ist doch wohl eine soziale Frage, nicht?
Wilders: Nein! Viele Leute sind dieser Ansicht, aber das ist Unsinn!

profil: Der Empfang von Sozialhilfe oder das Begehen von Delikten sollen religiös bedingt sein?
Wilders: All das hat mit der islamischen Ideologie zu tun. Moslems werden zur Haltung erzogen, dass alles, was „Kafir“, also Unglauben ist, weniger wert ist. Andersgläubige werden als Affen oder Schweine bezeichnet. Frauen und Homosexuelle werden diskriminiert.

profil: Interessanterweise sind uns die Unterdrückung der Frauen und die Ablehnung der Homosexuellen in Europa dank des Christentums und des Judentums recht geläufig.
Wilders: Natürlich, wenn man das Alte Testament betrachtet, findet man darin viele harte Worte. Aber es gibt auch ein Neues Testament, und das Christentum akzeptierte die Trennung von Kirche und Staat.

profil: In den meisten europäischen Staaten muss die Homoehe gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche erkämpft werden.
Wilders: Ich habe die Homoehe befürwortet, wir haben sie in Holland eingeführt, und die Kirche hat sie akzeptiert. Laut Polizeistatistiken werden Schwule in Amsterdam meist von jungen Marokkanern verprügelt.

profil: Die Moslems in Österreich haben noch nie versucht, uns ihren Willen aufzuzwingen. Sie haben sich nicht politisch organisiert, sie demonstrieren nicht gegen die Schwulenehe …
Wilders: … und Moslems demonstrieren auch nicht gegen die Anschläge vom 11. September oder gegen den Mord an dem islamkritischen niederländischen Filmemacher Theo van Gogh. Lassen Sie sich nicht zum Narren halten! Denken Sie an das islamische Konzept der Taqiyya: Das besagt, dass Moslems sich in nichtislamischer Umgebung verstellen – also lügen – dürfen. Wenn die Moslems bei uns noch mehr werden, werden sie andere Töne anschlagen.

profil: Um die westliche Welt vor dem Islam zu warnen, haben Sie 2008 den Film „Fitna“ veröffentlicht, eine Collage aus Szenen von Terror und Fanatismus, verbunden mit Suren aus dem Koran. Die Provokation war erfolgreich, nicht?
Wilders: Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass ich provozieren wollte. Ich habe den Film nicht gemacht, um zu provozieren, allerdings auch nicht so, um möglichst zu vermeiden, dass sich jemand provoziert fühlt.

profil: Sie zeigten in „Fitna“ ausschließlich die schrecklichsten Aspekte des heutigen Islamismus.
Wilders: Ich zeige die Wahrheit.

profil: Stimmt. Warum haben Sie dann eigentlich beantragt, dass der Koran in den Niederlanden verboten wird?
Wilders: Ich habe das im holländischen Kontext argumentiert. In Holland wurde Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verboten, unter dem Applaus der Linken. Deshalb habe ich gesagt: Hier gibt es noch ein Buch, das aus denselben Gründen verboten werden muss, wenn man konsequent sein will.

profil: Parteien, die Ihre Positionen vertreten, gelten üblicherweise als rechtsextrem. Sie hingegen sind ganz ohne Zweifel nicht antisemitisch, sondern im Gegenteil dezidiert proisraelisch. Wie ordnen Sie sich da ein?
Wilders: Wir sind keine Rassisten, das ist mir völlig fremd. Rechtsextreme Parteien wie die britische BNP sind eindeutig rassistisch, damit haben wir nichts zu tun. Wir sind tatsächlich die besten Freunde Israels, Israels Außenminister Avigdor Lieberman ist mein persönlicher Freund. Manchmal werde ich im Parlament beschuldigt, meine Partei sei die linkste Partei Hollands; manchmal wirft man uns vor, wir seien die Rechtesten. Aber unsere Wähler sind nicht rassistisch oder ausländerfeindlich, sonst wären wir nicht so stark. Wir sind keine Extremisten.

profil: Aber Sie haben weder in den Niederlanden noch in Europa Verbündete.
Wilders: Wir gehören im Europäischen Parlament keiner Fraktion an. Ich will nicht mal in die Nähe der Rechtsextremen kommen.

profil: Sie glauben nicht, dass Avigdor Lieberman ein Rassist ist?
Wilders: Nein.

profil: Auch wenn er für eine „unfreiwillige Absiedlung“ der Palästinenser ist?
Wilders: Darin unterstütze ich ihn nicht. Aber ich bin dennoch der Meinung, dass das Westjordanland israelisches Territorium sein soll

profil: Darf die ansässige moslemische Bevölkerung in den Niederlanden bleiben?
Wilders: Das ist eine gute Frage. Wer sich an unsere Gesetze hält und unsere Kultur achtet, kann bleiben. Aber wer diese Regeln missachtet, sollte nicht hier sein.

profil: Wer definiert, was unsere Kultur ist?
Wilders: Ich habe vorgeschlagen, dass in unsere Verfassung eine Klausel aufgenommen wird, wonach das Christentum, das Judentum und der Humanismus unsere dominierende Kultur darstellen.

profil: Wieso sollte eine Verfassung dekretieren, welche Kultur die dominierende ist?
Wilders: Ich bin dafür, dass wir uns zu einer Leitkultur bekennen.

profil: Ist das nicht ein illiberales Konzept?
Wilders: Nein, wieso? In Frankreich wird dauernd die Flagge gehisst und die Marseillaise gesungen. Wenn ich das in den Niederlanden machen würde, würde man mich dafür prügeln. Warum?

profil: Frankreich bekennt sich zu einer Republik, die ausdrücklich keine Religion oder Kultur bevorzugt.
Wilders: Ich bin der Meinung, ein Staat hat das Recht, seine Kultur zu stärken. Arabische Staaten machen das auf viel extremere Weise. Versuchen Sie mal, in Saudi-Arabien eine christliche Kirche zu bauen.

profil: Ist Saudi-Arabien ein besonders nachahmenswertes Beispiel?
Wilders: Nein, ich will bei uns ja auch keine Monokultur, sondern eine Leitkultur.

Quelle

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