„Ehrenmord“ in der Türkei Lebendig begraben

Medine M. musste sterben, weil sie mit Männern sprach. Die 16-Jährige wurde lebendig und bei vollem Bewusstsein in einem Erdloch vergraben. Menschenrechtler sprechen von einem „schaurigen Ehrenmord“ und beklagen, dass die Verschärfung der türkischen Strafgesetze nicht umgesetzt wird.

Vor allem in den wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten Anatoliens ist die Unterdrückung von Frauen weit verbreitet. Frauen gelten nicht als gleichberechtigt, Verbrechen im Namen der Ehre sind verbreitet – und weithin akzeptiert. Auch wenn die türkische Regierung in den vergangenen Jahren die Strafgesetze verschärft hat.

Selbstmord wider Willen – aber aus Liebe

Eine Uno-Studie aus dem Jahr 1996 belegt, dass damals 58 Prozent der anatolischen Frauen Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gemacht hatten. Entweder wurden sie von ihrem Mann oder anderen Angehörigen verprügelt.

Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt, dass die Zahl sogenannter Ehrenmorde in der Türkei zwischen 2003 und 2007 sogar gestiegen ist. Demnach standen knapp 160 solcher Morde im Jahr 2003 231 Taten im Jahr 2007 gegenüber. Nach Regierungsangaben aus dem Jahr 2007 wurde damals durchschnittlich jeden Tag eine Frau oder ein Mädchen wegen einer „Ehrverletzung“ ermordet oder zum Selbstmord gezwungen – oder aber ein Mord als Selbstmord inszeniert…

Spiegel

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