Haiti: Wo ist die Solidarität der muslimischen Welt?

Januar 24, 2010

Die Katastrophe in Haiti ist schwer mit anzusehen und geht wohl jedem zu Herzen, der die Bilder dort sieht. Man erinnert sich an Erdbebenkatastrophen in anderen Teilen der Welt und natürlich an die Bilder vom Tsunami mit vielen muslimischen Opfern. Viele haben ohne zu fragen gespendet – wie es sich gehört.

(Von humanitas)

Solidarität ist eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die noch vor Gewissen und Verstand angesprochen wird und menschliches Elend erkennt und darauf reagiert. Entsprechend hat der Verfasser zum Beispiel bei der Tsunami-Katastrophe mitgeholfen, ein lokales Spendenprojekt auf die Beine zu stellen, bei dem etliche tausend Euro Reinerlös zusammenkamen.

Man spendet ohne zu fragen.

Im Nachgang dann, nun nach dem ersten Schock und der ersten Spendenwelle für Haiti, nagen doch einige Unklarheiten. Nämlich unter anderem die, welche Hilfe eigentlich von muslimischer Seite gewährt wird. Darf man diese Frage stellen? Sie erscheint mir politisch inkorrekt, trotzdem oder gerade deshalb stelle ich sie.

Muslime wollen als „normal“ wahrgenommen werden, als gleichberechtigt, sie propagieren das „Miteinander“ – national und global. Bewährt sich diese Selbstdarstellung nun mit Blick auf die schrecklichen Bilder und Meldungen aus Haiti? Ich wäre froh und dankbar, Meldungen lesen zu können, die Anteilnahme und tätige Hilfe von Muslimen in und für Haiti bezeugen würden. Wer kann dazu Hinweise beisteuern?

Meine Suche im Netz hat nichts dazu erbracht. Die Seite muslimehelfen.org etwa kennt die Katastrophe in Haiti nicht, ähnlich sieht es auf von mir gefundenen anderen Seiten aus. Es kommt noch viel schlimmer. Auf ahlu-sunnah.com etwa teilt Nutzer „Muslim1“ mit Blick auf die Opfer mit:

„ich weiss nicht ,ob ich darum jeutzt trauern soll.“

„Arabi_Muslim90“ hat eine Erklärung, die hoffentlich nicht repräsentativ für Muslime ist:

„naja ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, Allah subhana wa taaala hat es so gewollt. Ich denke das war eine Strafe an das Volk von Haiti. Aber ich kenne mciht nicht genau aus was in Haiti so passiert ist in den letzten Jahren. Nun machen die Kuffar so ein aufriss und fangen an Spenden zu sammeln was war denn mit gaza? Keiner außer Muslime haben zu Spenden aufgerufen. Und es passieren fast nie Erdbeben in muslim. Länder , außer im Taghut-Staat Türkei und im Rafida-Paradies Iran. Auch einmal gab es in Algerien ein Erdbeben. Sonst immer bei Kuffar. Die meisten Erdbeben sind ja bei den gottlosen Chinesen.“

weiter auf PI

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Polizei stellt frauenfeindliche Islam-Bücher sicher

Januar 24, 2010

Die Polizei hat in einer bundesweiten Razzia in Moscheen verbotene Bücher beschlagnahmt. In der Schrift wird zur Gewalt gegen Frauen aufgerufen. Das Schlagen von Frauen sei als „Züchtigung“ gerechtfertigt, sofern keine Knochen gebrochen oder blaue Flecke auf dem Körper hinterlassen werden.

In einer bundesweiten Razzia in fünf Moscheen, Gebetsräumen, Verlagshäusern sowie Privatwohnungen von drei islamischen Predigern hat die Polizei Datenträger, Computer und verbotene Bücher sichergestellt. Darin wird zur Gewalt gegen Frauen aufgerufen.

Bei dem Buch handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines in Saudi-Arabien erschienenen Werkes mit dem Titel „Frauen im Schutz des Islam“. Beschreibungen im Kapitel „Schlagen der Frau“ werden von der Bundesprüfstelle als Diskriminierung sowie als Anreiz zur Gewalttätigkeit eingestuft, sagte ein Polizeisprecher in Stuttgart.

Das Buch, das auch auf diversen islamischen Internetseiten zu finden ist, wurde bereits am 15. Januar 2009 als jugendgefährdend indiziert. In den entsprechenden Passagen wird dargelegt, dass das Schlagen von Frauen zwar grundsätzlich verboten sei, es aber als letztes Mittel, „das heißt, wenn eine Frau den Anweisungen ihres Ehemannes … nicht gehorcht“, zulässig sei.

Nach einer Stufe der „Ermahnung“ und „Warnung vor Allahs Strafe“ solle der Mann als weitere Sanktion „das Bett der Frau meiden“. Wenn dies ebenfalls nichts bewirke, käme „die nächste Stufe der Züchtigung“: „Schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen.“

Diese Behandlung habe sich für „kontrollierende oder führende Frauen“ als ebenso wirksam erwiesen wie bei unterwürfigen Frauen: „Diese Frauen genießen es, geschlagen zu werden.“…
Quelle


Die UN: Teil des Problems, nicht der Lösung

Januar 23, 2010

Der Film „Hotel Ruanda“ erzählt die Geschichte eines symptomatischen Versagens der UN eindrücklich: Noch während 1994 in grade mal hundert Tagen über eine Million Menschen ermordet wurden, zogen die UN-Blauhelme, die eigentlich den Frieden sichern sollten, ab. Ihre Hunde nahmen sie mit, Flüchtlinge hingegen nicht. Wessen Sicherheit den Vereinten Nationen anvertraut ist, der ist todgeweiht. Bestenfalls wird die UNO untätig bleiben, schlimmstenfalls sind ihre Soldaten selbst Täter, wie in Liberia. Hier zwangen Blauhelme achtjährige Mädchen zum Sex im Tausch gegen Nahrungsmittelhilfen. Der Krieg im Ostkongo wird wesentlich durch Coltanexporte finanziert, das Erz wird ausgerechnet mit UN-Hubschraubern ausgeflogen.

Während des Irak-Embargos war es an der UNO, sicherzustellen, dass die Ölexporte des Landes ausschließlich gegen Nahrungsmittel- und Medikamentenhilfe für die Bevölkerung getauscht werden. Unter tatkräftiger Mithilfe korrupter Mitarbeiter des Oil-for-Food-Programms konnte Saddam Hussein seinem geschundenen Volk die atemberaubende Summe von 21 Milliarden Dollar stehlen. Was haben Angola, Bahrain, Burkina Faso, Kamerun, Dschibuti, der Senegal, die Russische Föderation, Katar, und China gemeinsam – abgesehen davon, dass Schauergeschichten aus diesen Ländern etliche Seiten im Amnesty-International-Jahresbericht füllen? Diese Staaten kümmern sich im Rahmen der UN aufopferungsvoll um die Einhaltung der Menschenrechte. Ägypten stellt gar den stellvertretenden Vorsitzenden der UN-Menschenrechtskommission. Naturgemäß prangert diese Körperschaft angebliche Menschenrechtsverstöße nahezu ausschließlich in einem einzigen Land an: Israel – das bei nüchterner Betrachtung selbst seine erklärten Feinde besser behandelt als z.B. Ägypten die eigenen Bürger.

Tiefer Antisemitismus ist der Institution, der Dutzende arabische Staaten angehören, ebenso inhärent wie eine alle Ebenen durchziehende Korruption, die die Vertreter der Bananenrepubliken und Operettendiktaturen als Mitgift einbringen.

Der eigentliche Skandal ist, dass dieser niemals friedenssichernde, meist nutzlose und oft gefährliche Verein, in dem jeder Diktator, der sein Volk als Geisel hält eine dankbare Bühne findet, hauptsächlich von den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich finanziert wird. Dies wären die prädestinierten Gründer einer „Liga der Demokratien“. Hier dürften Staaten Mitglied werden und ihre Interessen formulieren, deren Verfassung eine Gewaltenteilung vorsieht und die mindestens zwei demokratische Regierungswechsel in Folge erlebten. Ein solcher Staatenbund wäre nicht automatisch nützlich. Aber keinesfalls so schädlich wie die Vereinten Nationen.
Cicero


«Das Kopftuch bei Mädchen ist Apartheid pur»

Januar 23, 2010

Necla Kelek prangert die Unterdrückung der Frauen im Islam ebenso an wie die der Männer. Für ein Podium zum Minarettverbot kommt die Soziologin nach Zürich.

Es fehlt zu oft an Offenheit bei den Moscheevereinen. Die Islamfunktionäre sind nicht bereit, über Menschenrechte und Gleichberechtigung zu diskutieren. Wir wissen nicht, von wem die Moscheen – mit und ohne Minarett – finanziert werden. Wir wissen nicht, was hinter diesen Mauern gepredigt wird. Hier fehlt die Transparenz. Die Ideologie hinter den Moscheebauten wird genauso wenig offengelegt wie die Geldgeber. Und ich behaupte: Der Islam, wie er in den Moscheen gelehrt wird, ist in der Demokratie noch nicht angekommen. Er ist hierarchisch strukturiert, diktatorisch und frauenfeindlich. In dieser Form ist der Islam beängstigend und bedrohlich. Daher können die Islamvertreter keinen Respekt vor ihrer Kultur fordern: Eine abgeschlossene, menschenrechtsverachtende Parallelgesellschaft ist nicht akzeptabel. Die Reaktion dagegen ist verständlich, wenn auch nicht hilfreich: Ein Minarettverbot schliesst Mauern, anstatt zu öffnen.

Wäre der Kirchenbau dann nicht auch ein Thema – zumindest bei den katholischen Kirchen?
Es stimmt, dass die katholische Kirche hierarchische und frauenfeindliche Züge hat. Im Unterschied zum Islamismus aber versucht sie nicht, ganze Länder nur nach ihrem Gesetz zu regieren. Die christlichen Kirchen haben sich in einem schmerzhaften Prozess – und nicht immer freiwillig – säkularisiert. Aber heute haben eine Milliarde Menschen auf dieser Welt nicht die Wahl, ob sie Muslime sein wollen oder nicht. Beim Christentum ist das anders, selbst in traditionell katholischen Ländern. Wir haben bei den Kirchen ein – verhältnismässig neutrales – Glockenläuten, aber nicht fünfmal am Tag ein öffentliches Bekenntnis, das lautet: «Es gibt nur einen Gott, das ist Allah, und Mohammed ist sein Prophet», über der ganzen Stadt. Selbst in der einst säkular konzipierten Türkei zeigt inzwischen der sunnitische Islam seine Macht, sodass anderen Religionen – nicht nur Christen, sondern auch den Aleviten – kaum Luft zum Atmen bleibt. Zur Religionsfreiheit gehört auch das Recht, frei von religiöser Bevormundung zu sein.

Sie sind gegen das Minarettverbot, aber für das Kopftuchverbot.
Wie gesagt, Minarette zu verbieten, verhärtet nur die Fronten, führt zu Hass und zur Spaltung der Gesellschaft. Die Schweizer sollten eine offene Debatte führen. Ich finde allerdings, die Muslime sollten einen Schritt auf die aufnehmende Gesellschaft zu machen und den offenen Diskurs und Konsens suchen. Warum müssen Minarette so hoch sein? Warum müssen sie überhaupt sein? Zu Mohammeds Zeit gab es keine Minarette. Das Minarett war ein Signal der Eroberung, des Siegs über das Christentum. Wenn die muslimische Gemeinschaft demokratisch und integrativ gesinnt wäre, würde sie überlegen, ob sie wirklich ein solches Zeichen setzen will. Ich halte es für einen Akt der Höflichkeit, wenn die Muslime einen Gedanken darauf verwenden, wie sie die Freiheiten der Schweizer Gesellschaft nutzen.

Und das Kopftuch?
Ich bin nicht für ein generelles Kopftuchverbot. Ich bin dagegen, dass so getan wird, als wäre das Kopftuch ein religiöses Gebot. Es ist ein Symbol einer bestimmten persönlichen und politischen Identität. Über das Kopftuch sagt der Koran nichts, der Schleier ist eine von Männern durchgesetzte Tradition und Ausdruck der Macht über Frauen. Ich bin allerdings dagegen, dass Kinder Kopftuch tragen. Denn Kopftücher zwingen schon kleine Mädchen in eine bestimmte Geschlechterrolle. Das ist Apartheid pur.

Quelle


Peinlicher Aufklärungsunterricht – islamophiele Süddeutsche blamiert sich

Januar 21, 2010

Mehr Selbstverachtung und Realitätsverlust war selten: In deutschen Feuilletons tobt eine neue Debatte über den richtigen Dialog mit dem Islam. Kurioserweise werden dabei ausgerechnet jene Publizisten als „Hassprediger“ bezeichnet, die auf westliche Werte wie Aufklärung und Menschenrechte pochen.

Und ewig grüßt das Murmeltier. „Es muss nur irgend etwas geschehen, ein missglücktes Attentat wie zu Anfang des Monats zum Beispiel, und schon geht die Debatte wieder los“ – so beklagte der Journalist Thomas Steinfeld am Donnerstag im Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ die jüngste Auseinandersetzung über Islam, „Islamophobie“ und die Werte des Westens. Ja, es muss nur gerade wieder mal ein 400-facher Massenmord durch einen islamistischen Terroristen mit knapper Not verhindert worden sein, schon kommen sie wieder aus ihren Löchern, die Islamkritiker, Kulturkämpfer und „heiligen Krieger“ des Westens, wie Claudius Seidl, Feuilletonchef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, formulierte. In Steinfelds Worten: „die Hassprediger“ der westlichen Werte.

Der Direktor des „Zentrums für Antisemitismusforschung“, Wolfgang Benz, sieht sogar strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Antisemitismus und einer „Islamkritik“, der er ebenfalls in einem Artikel für die „Süddeutsche Zeitung“ islamophobe, also irgendwie rassistische Motive unterstellt. Die Muslime, so könnte man glauben, seien die verfolgten Juden des 21. Jahrhunderts.

Und schon ist sie fertig, die steile These: Die Kritiker des militanten Islam sind ihrerseits radikal gläubige Fundamentalisten. Steinfelds Logik ist bestechend: „Wenn man aber mit den ‚westlichen Werten‘ ebenso kämpferisch umgeht, wie es der radikale Islam mit seinen heiligen Schriften tut, dann verhält man sich wie der, den man sich zum Feind erkoren hat“, schreibt er. Schlimmer noch: „Man zerstört die sozialen und moralischen Einrichtungen, die man zu verteidigen sucht.“

Um es recht zu verstehen: Publizistische Kritiker des aggressiv politisierten Islams wie Henryk M. Broder und Necla Kelek verteidigen demnach die – in der Uno-Charta festgelegten – Menschenrechte ebenso fanatisch wie überzeugte Muslime den Koran und die Scharia.

Quasireligiöser Furor

Mehr noch: Mit ihrem quasireligiösen Furor unterminierten sie den Kern ihres eigenen Glaubensbekenntnisses: die demokratischen Institutionen und Werte, zuvörderst Meinungsfreiheit, Toleranz und das Gebot von Gleichheit und Menschenwürde. Die Islamkritiker seien also die eigentlichen Verfassungsfeinde, die mit ihrem „grundsätzlich gedankenfeindlichen, bedingungslosen“ Vorgehen „alle Debatten, alle Argumente, alle Zweifel, womöglich auch die an sich selbst, ersticken“. Steinfelds Resümee: „Gewiss, der Islam ist, anders als das Christentum, entstanden als eine Religion von Siegern, in einer Parallele von religiöser und politischer Macht. Mit einer Siegerreligion der westlichen Werte dürfte dennoch nichts zu gewinnen sein.“

Darf schon das hübsche Wort von der „Parallele“ religiöser und politischer Macht, siehe etwa Ahmadinedschads Islamische Republik Iran, die Anwartschaft auf einen Preis für den Euphemismus des Jahres beanspruchen, so macht die sensationelle Umkehrung von Worten und Werten beinahe sprachlos. Man könnte, um im Bild zu bleiben, glatt vom Glauben abfallen: Aufklärung ist also Religion geworden!

Was aber ist dann mit der Religion? Wird sie nun wenigstens, gleichsam im Umkehrschluss, zur Aufklärung?

Man erfährt es nicht, denn die Opfer des westlich-abendländischen Kulturkampfs kommen in dieser Feuilleton-Debatte nur als Schimäre vor, als westlich-negative (Angst-)Projektion, Gestalten ferner Ereignisse dort drunten, wo die Völker scheinbar grundlos aufeinanderschlagen. Islam, Islamismus und Terror sind da nicht mehr als eine feuilletonistische Duftmarke. So verwundert es keineswegs, dass die seit Jahren geführte Diskussion über die Vereinbarkeit eines korantreuen, gläubig-militanten Islam mit Demokratie und Menschenrechten bei Steinfeld auf die Gegenüberstellung einer „stark idealisierten Fassung freiheitlicher Werte“ mit „abweichenden religiösen Sitten“ zusammenschnurrt.

Verleugnung der Realität

In dieser geradezu phantastischen Verharmlosung stehen die Dinge endgültig auf dem Kopf, und die Wirklichkeit kommt gar nicht mehr vor. Es scheint, als solle die globale, asymmetrische Bedrohung durch den islamistischen Terror mit einer scheinbaren Symmetrie weggezaubert werden. Motto: Die einen sind so schlimm wie die anderen.

Andersherum gilt die gleiche Äquilibristik: Die historischen Errungenschaften von Humanismus, Aufklärung und Säkularisierung werden ebenso grotesk kleingeredet wie die weltweiten Freiheitsbedrohungen, die von den vielfältigen Strömungen eines radikalisierten Islam ausgehen.

Geradezu einer Verleugnung der Realität kommt es nahe, wenn Steinfeld schlussfolgert, dass die Integration des Islam in die demokratischen Gesellschaften des Westens nach dem Willen der publizistischen „Hassprediger“ nur über eine autoritäre „Zwangsmodernisierung“ à la Atatürk denkbar sei.

Mal abgesehen davon, dass der Münchener Feuilletonist damit die moderne Türkei als historisch abschreckendes Beispiel präsentiert; statt von Zwangsehen und „Ehrenmorden“, von einem reaktionären Frauenbild und einer voraufklärerischen Fixierung auf Jahrtausende alte „heilige“ Worte (bis zur legitimen Verfolgung und Tötung von „Ungläubigen“) zu reden, attackiert er die Polemiker jener Freiheit, die er selbst tagtäglich genießt.

Schon die einfachste intellektuelle Unterscheidung fällt hier unter den Tisch: Anders als das Christentum, dessen aggressives Wüten seit der Französischen Revolution gebändigt werden konnte, kennt der Islam bis heute keine echte Aufklärung, keine wirkliche Trennung von Religion, Staat und Gesellschaft, keine unveräußerlichen Rechte des frei geborenen Individuums, schon gar nicht von Mädchen und Frauen, ob mit oder ohne Kopftuch.

So ist es auch nur folgerichtig, dass offizielle Repräsentanten und Verbandsvertreter des Islam in Deutschland an Debatten dieser Art praktisch gar nicht teilnehmen, denn es geht in diesen ja nicht um religiöse, sondern um gesellschaftliche und politische Fragen. Zu ihnen haben sie – außerhalb der üblichen Interessenvertretung – ganz offenbar nichts zu sagen. Es sei denn, sie wären in der Lage, ihr religiöses Bekenntnis gleichsam von außen und damit eben kritisch-historisch zu betrachten, mit räsonierendem Abstand, in einem tatsächlich „herrschaftsfreien Diskurs“.

Genau deshalb auch braucht es wohl die selbsternannten Gouvernanten des Feuilletons, die gar nicht merken, dass ihr ideologischer Paternalismus einer Entmündigung all jener Muslime gleichkommt, die selbst das Wort ergreifen sollten – frei, selbstbewusst und gerne auch polemisch, wenn’s der Wahrheitsfindung dient.

Quelle Spiegel


Islamkritik ist nicht vergleichbar mit Judenhass

Januar 21, 2010

In der Sozialpsychologie liegt es im Trend, Parallelen zwischen Antisemiten und Islamkritikern zu ziehen. Doch Angst vor Islamisten hat mit Hass auf Juden wenig gemein, sagt Henryk M. Broder. Während der Antisemitismus auf hysterischen Ängsten und Erfindungen beruht, hat die Islamophobie eine reale Basis.

Wie alles in der Welt geht auch die Sozialwissenschaft mit der Mode. Die Einrichtung von Studienfächern wie „Gender Studies“, „Holocaust Studies“ oder „Medienwissenschaft“ entspringt keiner Notwendigkeit, sie reflektiert nur den Zeitgeist, der seinerseits sowohl Alice Schwarzer wie Charlotte Roche eine Nische bietet.

Auch die Sozialpsychologie, Unterabteilung Vorurteilsforschung, bleibt vom Zeitgeist nicht verschont. Sehr in Mode sind derzeit Arbeiten über „Antisemitismus und Islamophobie“, deren Verfasser aufrichtig versichern, sie würden das eine mit dem anderen nicht gleichsetzen, sondern nur vergleichen. Und Vergleiche anzustellen sei eine wissenschaftlich bewährte und zulässige Methode.

Das stimmt. Grundsätzlich kann man alles mit allem vergleichen. Die Wehrmacht mit der Heilsarmee, einen Bikini mit einer Burka und die GEZ mit der Camorra.

Und deswegen kann man auch – theoretisch – den Antisemitismus mit der Islamophobie vergleichen, auch wenn das eine Phänomen mindestens 2000 Jahre alt ist und das andere ein Kampfbegriff, der von Ayatollah Khomeini vor 30 Jahren kreiert wurde. Praktisch läuft der Vergleich – ausgesprochen oder insinuiert – darauf hinaus, dass die Muslime die Juden von heute sind und die sogenannte Islamophobie „strukturell“ dem Antisemitismus verwandt ist. Was auch nicht ganz falsch ist, wenn man bedenkt, dass ein Nilpferd mit einem Menschen einiges gemeinsam hat: Es isst, schläft, verdaut und pflanzt sich heterosexuell fort.

Analogien aufzurufen, um sie schließlich scheinheilig zu verneinen, das ist die Methode Hohmann. Der ehemalige CDU-Abgeordnete hat in einer Rede eine Stunde lang über die Untaten der Juden im Lauf der Geschichte referiert, um am Ende festzustellen, man könnte die Juden, obwohl sie sich furchtbarer Verbrechen schuldig gemacht hätten, nicht als „Tätervolk“ bezeichnen – ebenso wenig wie die Deutschen. Das war Zweck und Ziel seiner Beweisführung, die auf Analogien basierte, die ihrerseits so verwegen wie willkürlich waren.

Zur Belohnung eine kostenpflichtige Abmahnung

Der spektakuläre Auftritt bei einer Feier zum Tag der Deutschen Einheit hat den Mann aus Fulda zuerst seine Mitgliedschaft bei der CDU und dann seinen Sitz im Bundestag gekostet (mehr dazu hier). Aber dazugelernt hat er nichts. Wer immer Hohmann als Antisemiten bezeichnet oder behauptet, er habe die Juden als Tätervolk charakterisiert, bekommt zur Belohnung eine kostenpflichtige Abmahnung ins Haus.

Man muss an Hohmann erinnern, weil er das Muster geliefert hat, das inzwischen auch in der seriösen Welt der Wissenschaft zur Anwendung kommt. Professor Wolfgang Benz, Historiker und Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, hat vor einer Woche in der „Süddeutschen Zeitung“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem er Parallelen zwischen den Antisemiten des 19. Jahrhunderts und manchen „Islamkritikern“ des 21. Jahrhunderts zieht (
hier können Sie den Artikel auf der Webseite der „Süddeutschen Zeitung“ nachlesen)
.

Das zu tun ist sein gutes Recht. Das gute Recht des Lesers ist es, sich und Professor Benz zu fragen, welcher kleine Dybuk Besitz von ihm ergriffen hat. Warum, zum Beispiel, beschränkt er sich auf den Antisemitismus des 19. Jahrhunderts, obwohl die Spuren des Antisemitismus des 20. Jahrhunderts noch überall zu besichtigen sind?

„Das Feindbild Islam kritisch betrachten“

Warum verzichtet er auf den auch in seinem Institut oft gebrauchten Begriff „Islamophobie“ und spricht statt dessen von „Islamkritik“, dermaßen unterstellend, dass Kritik am Islam per se verdächtigt ist, die Muslime so zu diffamieren, wie der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts die Juden diffamiert hat? Benz schreibt: „Wer sich, zu Recht, über die Borniertheit der Judenfeinde entrüstet, muss aber auch das Feindbild Islam kritisch betrachten (das sich zuweilen eines aggressiven, aufgesetzten Philosemitismus bedient). Es ist ein Gebot der Wissenschaft, die Erkenntnisse, die aus der Analyse des antisemitischen Ressentiments gewonnen wurden, paradigmatisch zu nutzen.“

Wenn man den Jargon der akademischen Wichtigtuerei auf seinen Kern reduziert, enthält dieser Absatz zwei Aussagen. Erstens: Nicht der real existierende Islam soll kritisch betrachtet werden, sondern das „Feindbild Islam“, offenbar ein Phantomgebilde, das nur in der Fantasie der Islamkritiker existiert.

Zweitens: Die Einsichten, die aus der Beschäftigung mit dem Antisemitismus (des 19. Jahrhunderts?) gewonnen wurden, sollen nicht dazu dienen, sich mit dem modernen Antisemitismus des 21. Jahrhunderts (von Ahmadinedschad bis Hohmann und Möllemann) zu beschäftigen, sondern „paradigmatisch“ genutzt werden, also bei der Gewinnung von Einsichten über das Wesen der „Islamophobie“ beziehungsweise „Islamkritik“ behilflich sein. Das ist so, als würde sich jemand lange und ausgiebig mit der Geschichte des Sklavenhandels beschäftigen, um mit den so gewonnenen Erkenntnissen eine Analyse von „Big Brother“ auf RTL 2 zu schreiben.

Kluge Juden sind arrogant, dumme erbärmlich

Professor Benz‘ besondere Qualifikation, die ihn zu paradigmatischen Übungen befähigt, ist seine Ahnungslosigkeit. Er hat vom Judentum keine Ahnung, er hat vom Antisemitismus keine Ahnung, und vom Islam hat er auch keine Ahnung. Dafür versteht er was von einem Paradigmenwechsel, den er mit seiner Arbeit befördert.

Zweitens: Die Einsichten, die aus der Beschäftigung mit dem Antisemitismus (des 19. Jahrhunderts?) gewonnen wurden, sollen nicht dazu dienen, sich mit dem modernen Antisemitismus des 21. Jahrhunderts (von Ahmadinedschad bis Hohmann und Möllemann) zu beschäftigen, sondern „paradigmatisch“ genutzt werden, also bei der Gewinnung von Einsichten über das Wesen der „Islamophobie“ beziehungsweise „Islamkritik“ behilflich sein. Das ist so, als würde sich jemand lange und ausgiebig mit der Geschichte des Sklavenhandels beschäftigen, um mit den so gewonnenen Erkenntnissen eine Analyse von „Big Brother“ auf RTL 2 zu schreiben.

Kluge Juden sind arrogant, dumme erbärmlich

Professor Benz‘ besondere Qualifikation, die ihn zu paradigmatischen Übungen befähigt, ist seine Ahnungslosigkeit. Er hat vom Judentum keine Ahnung, er hat vom Antisemitismus keine Ahnung, und vom Islam hat er auch keine Ahnung. Dafür versteht er was von einem Paradigmenwechsel, den er mit seiner Arbeit befördert.

Und vor allem: Es ist der Umgang mit Dissidenten und Häretikern in den eigenen Reihen, wie Salman Rushdie, Ayaan Hirsi Ali und Seyran Ates, die jedes Vorurteil über die dem Islam innewohnende Toleranz in ein gefestigtes Urteil verwandeln.

Dass Benz „Islamophobie“ gegen „Islamkritik“ ausgewechselt hat, beweist nur, wie flexibel die Beine sind, auf denen der von ihm praktizierte Kurswechsel daherkommt. Für das, was Benz sagen will, gibt es nicht einmal einen Begriff. Da helfen dem Fachmann auch die 20 Jahre als Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung nicht weiter.

Im Falle des Islam liegt das Problem nicht bei den Kritikern, sondern beim Gegenstand der Kritik. Und bei Experten, die beim Wechsel der Paradigmen aus der Bahn fliegen.
Welt


Ein Nazi und sein Schüler: Karl Bosl und Wolfgang Benz

Januar 20, 2010

Von Dr. Clemens Heni

Am 11. November 2008 wurde in der oberpfälzischen Stadt Cham der Prof.-Dr.-Karl-Bosl-Platz feierlich eingeweiht(1), am 6. Juli 2009 wurde vom Bayerischen Philologenverband erstmals die Karl-Bosl-Medaille verliehen(2), und für den 26. November 2009 wurde eine Veranstaltung mit dem Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA), Wolfgang Benz, mit den Worten angepriesen, Benz habe 1968 bei Karl Bosl promoviert.(3) Karl Bosl ist also en vogue und scheint ein echter deutscher oder gar bayerischer Held gewesen zu sein…..
Ach Gut

Wolfgang Benz: ein Islamist in der Antisemitismusforschung?
info@zfa.kgw.tu-berlin.de

manchmal fällt es schwer zu unterscheiden, wer ein Linksfascho,Islamist oder Neonazi ist, die Gemeinsamkeiten sind einfach zu groß.