Gegen Faschismus und Islamismus

Lebenslänglich

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Der Däne Kurt Westergaard löste vor vier Jahren mit einer Mohammed-Karikatur einen erbitterten Kulturkampf aus. Am Neujahrstag hat ihn ein junger Muslim aus Somalia mit Messer und Axt umzubringen versucht. Ein Besuch bei einem, der trotzdem nicht aufgibt.
Westergaard hatte zusammen mit elf anderen Karikaturisten im September 2005 Zeichnungen von Mohammed, dem Propheten, in der Zeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlicht. Ein paar Monate später, entflammt von Islamisten aus Dänemark, empörte sich die islamische Welt. Botschafter in Kopenhagen beschwerten sich bei der dänischen Regierung, eine Organisation islamischer Staaten rief zum Boykott dänischer Waren auf, Libyen schloss seine Botschaft, in Gaza-Stadt stürmten Aktivisten das Gelände des EU-Büros, Außenminister der Arabischen Liga forderten eine Bestrafung der Zeichner. Zehntausende von Frauen gingen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa auf die Straße, im Libanon wurde die dänische Botschaft angezündet, Iran brach seine Handelsbeziehungen ab, Demonstrationen überall, in Teheran, in Pakistan, Malaysia, Bangladesch, Indien, Sri Lanka und Nigeria. 150 Demonstranten starben insgesamt, bei einem Selbstmordattentat auf die Botschaft Dänemarks in Pakistan kamen sechs Menschen ums Leben.

Die Welt des Islam fühlte sich beleidigt und provoziert von den Karikaturen in Dänemark. Westergaard, ein Atheist, hatte wohl die provokanteste Zeichnung abgegeben: Sein Mohammed trug in seinem Turban eine Bombe mit Zündschnur. Und er war auch der einzige der Zeichner, der damals öffentlich auftrat und sein Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigte.

„Es ist einfach absurd, dass man im eigenen Haus, im eigenen Land um sein Leben fürchten muss, wenn man als Karikaturist eine Meinung hat, die anderen nicht passt.“ Er habe sich auch schon über das Christentum lustig gemacht und einen Jesus gezeichnet, der im Armani-Anzug vom Kreuz steigt. „Da haben sich die Leute auch aufgeregt, aber nach einer Woche war alles vorbei.“…

Spiegel

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