Eine Bilanz Der Karikaturenstreit, die Freiheit und ihr Preis

Am vergangenen Dienstag enthüllten das FBI und der dänische Geheimdienst PET, dass zwei Männer mit pakistanischem Hintergrund in Chicago festgenommen worden sind. Sie werden verdächtigt, an einem Mordkomplott gegen mich und Kurt Westergaard, dessen Karikatur des Propheten mit einer Bombe im Turban vor vier Jahren zum Symbol geworden ist, beteiligt gewesen zu sein.

Einer der beiden Verdächtigen ist zweimal nach Dänemark gereist, wo es ihm gelungen ist, bis in die Redaktionsräume der Zeitung vorzudringen. Er drehte Videos vom Gebäude, versuchte herauszufinden, wo ich wohne und wie mein Tagesablauf aussieht.

Es ist nicht angenehm, wenn man erfährt, dass man ermordet werden soll, also ist die Frage erlaubt: War es das wert? Bereue ich, die dänischen Karikaturen veröffentlicht zu haben?

Offen gestanden, ich glaube, diese Frage verkennt, was auf dem Spiel steht. Ebenso gut könnte man ein Vergewaltigungsopfer fragen, ob sie es bereut, am Freitagabend in der Diskothek einen kurzen Rock getragen zu haben.
In Dänemark kommt es nicht einer Einladung zur Vergewaltigung gleich, wenn man in einem kurzen Rock zum Tanzen geht, und ebenso wenig ist es eine Einladung zum Terror, Karikaturen zu veröffentlichen, die sich über die lustig machen, die im Namen der Religion Flugzeuge, Züge und Gebäude in die Luft jagen.

Die satirische Darstellung von Religion ist legal und völlig normal. Und was wären wir hier in Europa auch für eine Gesellschaft, hätten wir keinen Sinn für Humor und würden Terroristen nicht verlachen?

Gewalt, Terror und Einschüchterung sind Waffen, um Angst zu schüren und das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Deshalb wurde der niederländische Filmemacher Theo van Gogh vor fünf Jahren von einem jungen Muslim ermordet und deshalb wurde Anna Politkowskaja, die kritisch über Tschetschenien berichtet hatte, 2006 erschossen. Drei junge Muslime hatten das gleiche Motiv, als sie 2008 die Ermordung Kurt Westergaards planten. Glücklicherweise wurde die Tat rechtzeitig vereitelt.

All diese Mörder und Verschwörer wollten die Öffentlichkeit, Redakteure, Reporter und Karikaturisten einschüchtern, um eine Sprache zum Verstummen zu bringen, die die Täter nicht mögen, bedient sie sich nun Karikaturen, Filmen oder Nachrichten.

Aus der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts wissen wir, dass man den Terror nicht stoppt, wenn man ihm nachgibt, ganz im Gegenteil. Denn wer Terroristen zu beschwichtigen sucht, indem er ihnen nachgibt, sendet eine klare Botschaft: Terrorismus und Einschüchterung funktionieren. Und warum aufhören, wenn es funktioniert?…

Welt

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3 Responses to Eine Bilanz Der Karikaturenstreit, die Freiheit und ihr Preis

  1. don brutalo sagt:

    Es ging beim Karikaturenstreit nicht um das Lächerlichmachen von Terrorismus, sondern um das von Religion.

    Hätte man muslimische Terroristen auf den Karikaturen lächerlich gemacht, wäre es OK gewesen, aber nicht den von allen Muslimen verehrten Gründervater, den Propheten Mohammed, als Terroristen mit Bombe! Das muss einem Muslim doch als Gotteslästerung vorkommen, würde es doch bedeuten, dass Gott nichts Besseres mit Mohammed, seinem Propheten, anzufangen gewußt hätte, als ihm zu befehlen, eine Bombe mit sich herumzutragen!

    Hier sollte der Wille der Muslime gebrochen werden, indem man ihren Gott verspottete. Mit dem „war on terror“ hatte das nichts zu tun.

  2. Ali Az sagt:

    „würde es doch bedeuten, dass Gott nichts Besseres mit Mohammed, seinem Propheten, anzufangen gewußt hätte, als ihm zu befehlen, eine Bombe mit sich herumzutragen!“

    Bomben gab’s damals noch nicht, Aufforderungen zum Töten
    Unterwerfungsunwilliger enthält der Koran (Allah’s Anweisung an Mohammed) aber en masse.

  3. don brutalo sagt:

    Die Karikatur war doch metaphorisch gemeint – und ganz sicher beleidigt es den muslimischen Gott Allah, wenn man ihm unterstellt, dass er seinen Gläubigen das Bombenlegen befehlen würde!

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