Nein zum christ. Kreuz, Ja zum muslim. Gebetsraum

Wir erinnern uns noch an das sogenannte „Kruzifix-Urteil“: Da fürchtete ein Vater, dass sein Kind vom Anblick des Gekreuzigten einen seelischen Schaden davontragen könnte und klagte die Kruzifixe von den Wänden der Klassenzimmer. Im Namen der Religionsfreiheit mussten in einem Fall Kruzifixe, die an der kulturellen Identität Europas unbestritten großen Anteil haben, verschwinden, im anderen Fall muss ein Gebetsraum eingerichtet werden für eine Religion, gegen die Europa Jahrhunderte lang Abwehrschlachten zu bestehen hatte. Hieran zeigt sich, wie eine blinde Justitia in multikulturellen Gesellschaften zu Absurditäten führt. Die Verbannung von Kultur und Geschichte aus Recht und Politik produziert einen Nihilismus, der in Intellektuellenkreisen bis weit in die bürgerliche Repräsentanz hinein Gönner findet, weil er angeblich Ausgrenzung und Diskriminierung verhindert.
Deutschland beherbergt vier Millionen Muslime aus 49 Staaten, über 60 Prozent stammen aus der Türkei. Jüngste Umfragen fördern zutage, dass unter jungen Muslimen eine Tendenz zur Rückbesinnung auf das Herkommen Platz greift: Zu enge Bindungen an den Westen werden von erstaunlich vielen abgelehnt. Es gibt wenige Ehen mit Einheimischen, auch gehen die Einbürgerungen zurück. Dafür verstärken die Jungen emotionale Bindungen zur Familie, zum Herkunftsland und zur islamischen Gemeinschaft, die sie im weltgeschichtlichen Aufwind sehen – und das nicht ohne Grund.

Jeder vierte Mensch auf Erden ist Moslem: 1,5 Milliarden. Die muslimischen Bevölkerungsgruppen wachsen mit hohen Geburtenziffern. Der Hinweis, dass es im Islam mehrere und gemäßigte Strömungen gebe, kann da nicht ganz beruhigen.

Die Grenzen zum Islamismus sind fließend. Nach der islamistischen Idee der „Gottesherrschaft“ kann es Frieden erst geben, wenn der Islam über die ganze Welt herrscht und westliche moderne Staaten sind unter diesem Zeichen ein lohnendes Ziel, besonders Deutschland. Es fehlt hier leider ein strenges Laizismus-Gesetz wie in Frankreich, das Sachverhalte von vornherein klarstellt und das ständige Anrufen der Gerichte unnötig macht. Dagegen besteht in Deutschland die Möglichkeit, liberale Staatsprinzipien sinnverkehrend einzuklagen, weil sie naiv-neutral ausgelegt werden können. Der Gedanke, das Verfassungsprinzip der Trennung von Staat und Religion zugunsten der eigenen importierten Religionsgemeinschaft schrittweise rückgängig zu machen, muss für Strenggläubige unwiderstehlich sein.

In einer mangelhaft integrierten Einwanderungsgesellschaft wird von Religionsfreiheit gegensätzlich Gebrauch gemacht. Sie rollt auf der schiefen Ebene unterschiedlicher Interessen und Lebensentwürfe in ihr Gegenteil: Das europäische Stammvolk koppelt sich von Religion ab, außereuropäische Zuwanderergruppen verankern sich mit ihrer Hilfe. Die demographische Dynamik innerhalb und außerhalb Europas sorgt dafür, dass alle Integrationsbemühungen in einem Wettlauf mit der Zeit stehen.

Deutschlandradio

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2 Responses to Nein zum christ. Kreuz, Ja zum muslim. Gebetsraum

  1. Helmut Zott sagt:

    Wir erinnern uns noch an das sogenannte „Kruzifix-Urteil“:

    %%%%%%%%%%%%

    Ein Mensch ist wütend und entsetzt,
    er sieht sogar das Recht verletzt,
    weil jüngst ein höchster Richterspruch
    entschied es sei Verfassungsbruch,
    wenn an den Wänden einer Klasse
    man Kruzifixe hängen lasse.
    Wenn es nur einen Schüler stört,
    auch wenn sich niemand sonst empört,
    muss man das Kruzifix entfernen
    – es ist nicht zumutbar beim Lernen!
    In Bayern, just in diesem Lande,
    empfinden viele dies als Schande,
    und solch ein Urteil unerklärlich,
    vor allen Dingen höchst entbehrlich.
    Meist sind die Richter hoch gelehrt,
    die Urteilssprüche oft verkehrt,
    weil ihr Gehirn – nach links verdreht –
    das Volksempfinden nicht versteht.

    Helmut Zott

    %%%%%%%%%%%

  2. normanno del sud sagt:

    a guerra vullimmu(siciliano)

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