Buchtipp – Lesepflicht -Sozialstaat Ade,durch muslimische Einwanderung

Reflections on the Revolution in Europe
Immigration, Islam and the West

Wie der Islam Europa verändert oder vom Ende des Sozialstaates – scharfsinnige Analyse aus vielen Blickwinkeln und ohne ein politisch korrektes Blatt vor den Mund zu nehmen!

„Kann Europa dasselbe bleiben, wenn andere Menschen es bevölkern?“, fragt der US-amerikanische Journalist Christopher Caldwell und antwortet zugleich mit einem klaren Nein. Die muslimische Massenimmigration der letzten 50 Jahre habe Europa bereits massiv verändert. Familiennachzug und Geburtenrate der Muslime würden bis spätestens 2050 ihr übriges tun. Die Europäer hätten einst die Notwendigkeit ausländischer Arbeiter überschätzt und verstünden die kulturformende Kraft des Islams bis heute nicht. Als Folge sei mit einem baldigen Zusammenbruch des Sozialstaates und weitreichenden politischen Änderungen zu rechnen.

Vom Ende des Sozialstaates

Um diese Aussagen zu belegen, führt Christopher Caldwell im ersten Teil seines Buches in die Geschichte der (islamischen) Immigration in Europa ein. Dabei zeigt er die grundlegenden Fehlentscheidungen politischer Eliten auf: Waren anfangs einfach Arbeitskräfte gefragt, begannen diese natürlich irgendwann, als sie sich entschlossen zu bleiben, ihre Familien nachzuholen. Dies und z.B. das Absterben der Schwerindustrie führte dazu, dass sich zwar die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer von 3 Millionen im Jahr 1971 auf 7,5 Millionen bis zur Jahrtausendwende erhöhte, die Zahl der in Arbeit stehenden Ausländer jedoch konstant bei 2 Millionen blieb.

Später argumentierten Europas Politiker mit dem demografischen Wandel für die Immigration. Doch die Vereinten Nationen („Replacement Migration“) haben selbst berechnet, dass dafür seit 1960 mehr als 701 Millionen Zuwanderer nach Europa hätten strömen müssen. Das sind weit mehr Bürger, als jetzt hier leben. Hinzu kommt, wie Christopher Caldwell eine spanische Studie zitiert, dass selbst massiver Zuzug wenig bringe, da die meisten Migranten im Niedriglohnsektor arbeiten und außerdem auch alt werden und Rentenansprüche geltend machen.

Islam-Begriff

Die beiden anderen Teile von „Reflections on the Revolution in Europe“ beschäftigen sich mit dem Islam als Religion, den Muslimen und Europas Schwäche, der Politreligion etwas entgegenzusetzen. Christopher Caldwell zeigt dabei immer wieder auf den Islam selbst und darauf, dass die Europäer „the culture-shaping potential of religion“, die kulturformende Kraft der Religion unterschätzen. Dabei widmet er sich natürlich der Frage, ob der Islam als solches Quelle für den in seinem Namen ausgeübten Terror sein kann oder ob es sich um Missbrauch der Religion handle. Denn es mache wenig Sinn von ‚moderaten Muslimen‘ zu sprechen, wenn es nicht auch ‚unmoderate‘ gäbe, sei dies nun in religiöser oder politischer Hinsicht. „Ohne einen zugrundeliegenden Glauben, dass es etwas besonders gefährliches am Islam gibt, macht der Begriff ‚moderater Muslim‘ keinen Sinn.“ Zugleich vermutet der Autor, dass westliche Politiker den Islam besonders nach Terroranschlägen deswegen freisprechen, weil sie in ihrem Innersten wissen, dass eben doch der Islam die Hauptursache dafür ist. Warum sonst sollten Westler den Muslimen erklären müssen, was deren Glaube sei oder eben nicht?

Für Christopher Caldwell ist es also die muslimische Bevölkerung an sich, die Europa Probleme bereitet. Fundamentalisten stören das Zusammenleben zwar offensichtlicher, aber auf Dauer wird die einfache Anwesenheit wachsender islamischer Bevölkerungsteile ihren Tribut fordern. Zwischen politischem Islam (also dem der Muslim Bruderschaft) und Jihadismus (durch al-Qaida etc.) unterscheidet der Autor allerdings nicht, was etwas zur Unschärfe seines Islambegriffs führt. Hier wäre eine Differenzierung wie Thomas Tartsch sie in „Da’wa und Jihad“ vorgeschlagen hat sinnvoll.

Europas fehlende Antwort

Der Autor zerschmettert in seiner Analyse präzise und nachhaltig europäische Wunschbilder, wie dem eines europäischen Islams, der demokratiefähig und liberal ist. Der Islam habe großartige Zeiten gehabt, „aber er ist in keiner Art Europas Religion und in keiner Weise Europas Kultur.“ Europa sei bezüglich der Loyalität der Zuwanderer im Wettstreit mit dem Islam, nur dass dieser derzeit die besseren Karten habe, zumindest im Hinblick auf die Demografie. Dass viele Muslime nach Europa migrieren bedeute zwar, dass sie das Leben dort bevorzugen, nicht aber zwangsläufig, dass sie auch die europäische Kultur wollen.

Maßnahmen zur Integration zeigten vor allem die Schwäche der Europäer, sich aufgrund der Schuldgefühle für den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und den Kolonialismus nicht über andere Kulturen stellen zu wollen. Der Dialog mit dem Islam sei oft naiv, so auch die vom deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble initiierte Islamkonferenz, eine Einschätzung die übrigens ihr Teilnehmer Jan Fleischhauer („Unter Linken”) teilt.

Die US-Perspektive

Christopher Caldwell schreibt aus der Perspektive eines amerikanischen Journalisten mit viel Europa-Erfahrung. Er kennt die europäische Literatur zum Thema Islam und Immigration, hat Oriana Fallaci („Die Wut und der Stolz“, „Die Kraft der Vernunft“) ebenso gelesen wie die Studien des Deutschen Innenministeriums („Muslime in Deutschland“). Sein Blick von außen wirkt dabei undogmatisch und genügend distanziert, um alle Facetten der Immigrations-Phänomene zu beleuchten. Zur Diskussion bezieht der Autor immer mögliche Gegenargumente mit ein, um sie anschließend gründlich zu zerlegen.

Das Buch richtet sich zwar eindeutig an ein amerikanisches Publikum, denn der Autor benutzt immer wieder Vergleiche zu den Entwicklungen in den USA, um zu verdeutlichen, was ähnlich abläuft, vor allem aber, was in Europa anders funktioniert. Zugleich besticht das Werk aber für den europäischen Leser durch Klarheit, ja durch politische Unkorrektheit, die hier leider nur wenige Autoren wagen. Diese werden dann entweder wie Henryk M. Broder („Hurra, wir kapitulieren!“, „Kritik der reinen Toleranz“) als Satire bzw. Polemik abgetan oder wie Udo Ulfkotte („Heiliger Krieg in Europa“, „Vorsicht Bürgerkrieg!“) gleich an den rechten Rand gedrängt.

Eine journalistische Aufarbeitung mit wissenschaftlicher Präzision wie die von Christopher Caldwell findet man hier jedoch eher selten. Bleibt also zu hoffen, dass „Reflections on the Revolution in Europe” eine Übersetzung ins Deutsche erfährt und nicht wie beispielsweise Bat Ye’ors „Eurabia“ auf den englischen Sprachraum beschränkt bleibt.

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