Solidarität mit Sarrazin

Aber: Hat der streitbare Ex-Senator wirklich so unrecht?

Nach einer Studie der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung sind Zuwanderer – vor allem aus der Türkei und arabischen Ländern – doppelt so häufig arbeitslos und kriminell wie der Bundesdurchschnitt. Auch unter den Beziehern von Staatsknete (Hartz IV, Sozialhilfe) sind Ausländer und deren Kinder doppelt so häufig vertreten.

• Politikforscher Prof. Arnulf Baring: „In der Sache kann Sarrazin niemand widerlegen: Deutschland hat ein massives Problem mit Zuwanderern aus der Türkei und dem arabischen Raum! Nur: Im Lande der Leisetreter und der politischen Korrektheit wird jeder, der Klartext redet, gleich niedergemacht. Erbärmlich!“

• Autor Henryk M. Broder („Kritik der reinen Toleranz“): „Sarrazin hat recht! Sein Tonfall erzeugt Aufregung und ärgert die Gutmenschen. Seien wir doch froh über einen, der Sinnvolles und Richtiges in provokanter Form ausspricht!“

• Autor Ralph Giordano („Die Bertinis“): „Sarrazin weist zu Recht auf die haarsträubenden Zustände in den Parallelgesellschaften hin. Eingebrockt haben uns diese Verhältnisse Multikulti-Illusionisten, professionelle Gutmenschen, Umarmer vom Dienst, Sozialromantiker und Beschwichtigungsapostel. Denen darf man nicht nachgeben und sich mundtot machen lassen.“
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Viele Deutsche sagen dagegen, dass Sarrazin nur lang geschönte Wahrheiten ausspricht

Das ist auch die Meinung der Mehrheit der BILD.de-Leser. „Ja, endlich sagt das mal jemand!“ – meinen 87 Prozent von über 34 000 Teilnehmern in unserer Blitzumfrage.

WIE VIEL WAHRHEIT STECKT IN SARRAZINS AUSSAGEN? BILD.DE MACHT DEN FAKTEN-CHECK:

• Aussage Sarrazin: „Es ist ein Skandal, wenn türkische Jungen nicht auf weibliche Lehrer hören, weil ihre Kultur so ist.“

FAKT IST: „Das ist kein außergewöhnliches Problem nur für türkische Jungen. Das halte ich eher für eine Frage gelungener oder misslungener familiärer Erziehung als für ein kulturelles Problem“, sagt Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegenüber BILD.de.

• Sarrazin: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“

FAKT IST: Die jungen Türken sind im Schnitt weniger gebildet, schlechter bezahlt und häufiger arbeitslos. Nur 14 Prozent haben Abitur, 30 Prozent haben gar keinen Schulabschluss. Das ist das Ergebnis einer Einwanderer-Studie aus dem Januar 2009.

Heinz Buschkowsky (SPD), Bürgermeister des Berliner Problem-Bezirks Neukölln: „90 % aller jungen Migranten unter 25 Jahren sind bei uns ohne weitere Qualifizierung nach der Schule vom Jobcenter nicht in den Arbeitsmarkt vermittelbar.“

• Sarrazin: „Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt (…) hat keine produktive Funktion außer für den Obst- und Gemüsehandel.“

FAKT IST: „Man kann Migranten nicht auf Türken und Araber reduzieren und diese auch nicht nur auf Obst- und Gemüsehändler bzw. genetisch bedingt bildungsunwillig. In Neukölln gibt es türkische und arabische Gymnasiasten, Anwälte, Ingenieure oder auch Bäcker und Schneidermeister“, so Bezirksbürgermeister Buschkowsky.

• Sarrazin: „Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“

FAKT IST: Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes von 2008 hat ein Viertel der 40- bis 75-jährigen Mütter in Deutschland drei oder mehr Kinder. Dieser Anteil verändert sich deutlich mit dem Bildungsniveau. Mütter mit niedriger Bildung haben zu 39 Prozent drei oder mehr Kinder, Mütter mit mittlerer Bildung dagegen lediglich zu 21 Prozent. Noch etwas niedriger lag der Anteil kinderreicher Familien bei Frauen mit hoher Bildung. Von ihnen hatten lediglich 19 Prozent drei oder mehr Kinder.

Die Einwanderer-Studie des Berlin-Instituts vom Januar 2009 bescheinigt vielen türkischstämmigen Migranten, dass ihr Integrationswille gering ist. Sogar unter jenen Türken, die in Deutschland geboren wurden, zeigen demnach viele kaum Bereitschaft, sich in unsere Gesellschaft einzugliedern.

Das bestätigt auch Bezirksbürgermeister Buschkowsky: „Klar gibt es Parallelgesellschaften und Integrationsverweigerung und es gibt auch Migranten, denen Hartz IV reicht und die sich im Sozialsystem eingerichtet haben. Doch Thilo Sarrazin gleitet leider in einen Sprachduktus ab, der einer engagierteren Migrationspolitik nicht dient.“

Dass es anders geht, belegt ebenfalls die Einwanderer-Studie des Berlin-Instituts: Die rund zwei Millionen Einwanderer aus anderen EU-Staaten zeigen gute Integrationswerte, ebenso die Gruppe der rund vier Millionen Aussiedler aus Osteuropa. Nur drei Prozent der Aussiedler sind ohne Schulabschluss, 28 Prozent haben Abitur.

Wie gut Aussiedler bereits in der zweiten Generation in unsere Gesellschaft integriert sind, verdeutlicht der Anteil der „Mischehen“: 67 Prozent sind mit einheimischen Deutschen verheiratet. Unter den türkischstämmigen Migranten sind es lediglich fünf Prozent.

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Ein Satz soll genügen: „Eine große Zahl von Arabern und Türken in dieser Stadt (Anmerkung: gemeint ist Berlin), deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel.“

Das saß. Politiker aller Parteien und Ausländerverbände laufen Sturm. Die SPD erwägt ihn aus der Partei zu schmeißen. Sogar um seinen gutdotierten Posten im Bankvorstand muss er nun angeblich zittern. Womöglich entschuldigte er sich auch deshalb mittlerweile für seine umstrittenen Äußerungen.

Integration kein Erfolg

Sarrazin weiß selber, dass er überzogen hat. Mal wieder. Aber lassen wir jetzt mal die Aufregung um seine Zitate beiseite. Viel wichtiger ist die Kernbotschaft, die sich hinter den zugegeben überaus zugespitzten Formulierungen verbirgt. Und diese Botschaft lautet so: Die Integration von Ausländern in Deutschland ist wahrlich keine Erfolgsgeschichte, sondern bisher weitgehend gescheitert.

Dieser Befund löst wohl weitaus weniger Empörung aus, eher Zustimmung. Vor allem, wenn es um die türkischen Mitbürger geht. Fast 50 Jahre ist es her, als die ersten türkischen Gastarbeiter hierher kamen. Inzwischen leben mehr als zwei Millionen in Deutschland. Wohl niemand kann ernsthaft behaupten, dass die Eingliederung dieser stetig wachsenden Bevölkerungsgruppe bislang gut funktioniert hat. Im Gegenteil: Nicht nur Wissenschaftler sprechen in Bezug auf die türkischen Migranten von sozialem Sprengstoff.

Politiker und Fußball-Profis

Natürlich ist es eine positive Entwicklung, dass mittlerweile etliche türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag sitzen und türkischstämmige Fußballer in der Bundesliga kicken (denken wir nur an Mesut Özil). Auch unter leitenden Angestellten und Kreativen finden sich heute vermehrt türkische Namen. Die Zahl der Abiturienten und Hochschulabsolventen mit Migrationshintergrund ist ebenfalls gestiegen. Aber das sind, im Gegensatz zur Masse, nur vergleichsweise wenige Leuchttürme einer gelungenen Integration.

Die Realität sieht anders aus. Bis heute existieren, insbesondere in den Großstädten, Parallelgesellschaften, die mit Deutschen nur wenig Berührungspunkte haben. Die Zahl der Arbeitslosen wie auch der Straftäter etwa ist bei den Migranten weitaus höher als bei den Deutschen. Selbst diejenigen, die am Wochenende gerne beim türkischen Gemüsehändler einkaufen, melden ihr Kind bei der Schule ab und ziehen in andere Stadtteile, wenn der Anteil von Ausländerkindern in den Klassenzimmern auf mehr als 50 Prozent steigt. Das beschreibt den Alltag in Deutschland, und nicht etwa die Multikulti-Träumereien eines Cem Özdemirs.

Und damit wären wir nun bei der türkischen Verantwortung für die jetzigen Verhältnisse: Leider verweigern sich immer noch viele den Integrationsangeboten. Wer sich für Deutschland als seinen Lebensmittelpunkt entscheidet, muss auch die deutsche Sprache beherrschen und seine Kinder darin fördern. Das geschieht immer noch unzureichend. Und genau deshalb haben die Einwandererkinder bis heute schlechtere Aufstiegschancen. Die Türken in Deutschland haben viele Möglichkeiten, aber sie nutzen sie viel zu wenig.

Ich bin im Nachhinein meinem Vater sehr dankbar. Er kam Anfang der 60er-Jahre nach Deutschland und war gewillt, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Ohne Rückfahrkarte in die Türkei, wie viele andere. Er legte stets viel Wert auf Bildung und die deutsche Sprache, erkannte frühzeitig die Vorzüge des deutschen Schulsystems. Er impfte seinen Kindern ein: „Ihr habt hier Chancen, die ihr in der Türkei niemals bekommt.“ Ich weiß aus etlichen Gesprächen mit anderen Türkischstämmigen (auch ein schreckliches Wort), dass sie diese Eindeutigkeit in ihrer Kindheit nicht hatten und stattdessen zwischen den Stühlen standen. Sie lebten zuhause in ihrer türkischen Welt und in der Schule in der deutschen Welt. Sie pendelten zwischen zwei Kulturen, wussten nicht, wohin sie gehörten. Noch heute geht es vielen Migranten so.
Focus

Radiointerview mit Henkel im Deutschlandfunk

Ralph Giordano
„Sarrazin hat vollkommen recht“

Der wegen seiner Ausländer-Schelte umstrittene Bundesbanker Thilo Sarrazin erhält Unterstützung von Ralph Giordano. Der Schriftsteller hätte nicht dieselben Worte gewählt, pflichtet ihm in der Sache aber bei.

Dem Nachrichtensender N24 sagte Giordano: „Sarrazin hat mit dem, was er gesagt hat, vollkommen recht. Ich wiederhole es, er hat mit dem, was er gesagt hat, vollkommen recht.“ Wie er es gesagt habe, das wäre nicht die Schreibart des Schriftstellers. „Aber wie es aussieht in den Parallelgesellschafften, das hat er genau getroffen.“

Der 86-jährige Giordano forderte von den in Deutschland lebenden Muslimen verstärkte Integrationsbemühungen: „Migranten haben nicht nur Probleme. Sie machen auch Probleme.“ Es werde Zeit, dass sich nicht nur die Mehrheitsgesellschaft Gedanken mache über die Minderheit. „Sondern die Minderheit muss sich auch Gedanken darüber machen, welches Problem sie für die nichtmuslimische Mehrheit darstellt“, so Giordano.
focus

Lesetipp!!

Zuwanderung: Abrechnung mit einem Mythos

Bereicherung oder Bedrohung? Der US-Journalist Christopher Caldwell hat die Geschichte der Immigration analysiert – und sieht für Deutschland und Europa dramatische Konsequenzen…
Welt

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5 Responses to Solidarität mit Sarrazin

  1. Lejs Mersid Erden sagt:

    Es ist nicht wunderlich das eine Internetkolumne die sich pro-israelisch und pro-amerkianisch gibt -und das auch noch groß schreibt- positiv den entmenschlichenden Äußerungen Sarrazin gegenüber äußert. Mich würde auch nicht wundern, wenn der nächste soziologisch vorprogrammierte und schonmal erlebte Schritt der Gesellschaft, die ihren Sündebock anderer Religion gefunden hat, ebenfalls mit voller demokratischer Solidariät bejat wird. Was mich aber sehr wundert und just starken Zweifel an der Fähigkeit zur Selbstreflexion und sozio-politischen Analyse weckt, ist der Zusammenhang von -wie Sie es schreiben- Pro-Israelisch und Anti-Faschistisch. Wer schonmal in Israel war kann einen faschistischen Staat hautnah erleben!
    In diesem Sinne können sie ihre demokratischen Absichten und Ihren Mut beweisen, indem Sie das Geschriebene posten.

    Admin> du meinst bestimmt den faschismus im islam:
    Der Islam ist vergleichbar mit dem Faschismus“
    http://www.welt.de/politik/article1093836/Der_Islam_ist_vergleichbar_mit_dem_Faschismus.html

    „Der politische Islam knüpft an die Nazis an“
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,450090,00.html

    »Hitler gefällt mir«

    Viele muslimische Jugendliche in Deutschland denken antisemitisch. Und ihre Gewaltbereitschaft wächst
    http://www.zeit.de/2007/24/Muslim-Antisemitismus

    ansonsten hilft dir auch dein pseudointellektuelles geschreibe nicht um dein braun/rotes gedankengut zu verbergen

    Die Leserin hatte gefragt, warum liberale Zeitgenossen Israel unaufhörlich mit den schärfsten Vorwürfen attackierten, aber extremistische Muslime unterstützten, die homophobisch, frauenfeindlich und intolerant gegenüber anderen Religionen seien. Davies hatte Israel zuvor beschuldigt, als „Opfer zu posieren“, während es „rassistische Politik der Apartheid“ praktiziere.

    Die existenzielle Bedrohung, der Israel ausgesetzt ist, wird in diesen Kreisen systematisch ignoriert. Zugleich wird die Gefahr, die der totalitäre Islam darstellt, entweder heruntergespielt oder ganz verneint. Und während Israel, die einzige liberale Demokratie des Nahen Ostens, hyperkritisch unter die Lupe genommen wird, springen dieselben Liberalen und Linken mit dubiosen Regimen, die Menschenrechte systematisch verletzten, äußerst sanft um. So beschließen akademische Verbände in Großbritannien immer wieder den Boykott israelischer Wissenschaftler und Universitäten, nicht aber aus China, Sudan oder Russland, obwohl beispielsweise Russland sehr viel mehr Menschen in Tschetschenien getötet hat als Israel in Palästina.

    Weithin üblich geworden ist es im linken und linksliberalen Diskurs, vom „Unrechtstaat“ Israel zu sprechen; die Verwendung historisch besonders negativ besetzter Begriffe wirkt absichtsvoll. Wer den Israelis Methoden wie „Nazideutschland“ unterstellt, vom „Apartheidstaat“ spricht oder gar Parallelen zum Holocaust zieht, will offenkundig eines klarmachen: Israel und die Juden, die den Holocaust erlitten, haben inzwischen jeglichen moralischen Anspruch verwirkt. Sie besitzen kein Anrecht mehr auf Unterstützung.
    http://www.zeit.de/online/2007/17/antisemitismus?page=3

  2. Frank Matheus sagt:

    Meinst du, dass du MIT deine Herkumpft eine neutrale Meinung abgeben kannst ?

    Denk mal darüber nach.

  3. Frank Matheus sagt:

    Meinst du, dass du MIT deine Herkumpft eine neutrale Meinung abgeben kannst ?

    Denk mal darüber nach.

    Und lass das Spammen, deine Meinung ist nicht neutral.

    >>> laß das spammen? hä, du spammst doch 🙂
    welche herkunft habe ich denn? jüdisch bin ich nicht.
    du magst wohl keine integrierten migranten, die sich als deutsche/europäer fühlen 🙂

  4. Frank Matheus sagt:

    Pro Israel, gegen Islam und Gewalt

    Israel ist das Opfer in dieser Problematik.
    Ein hochenwicketes, modernes Land, umgeben von einer der schlimmsten Kulturen (Religon, Mentalität….).

  5. anonym sagt:

    „Herkumpft“ hin oder her – festzustellen ist, dass dieser „gut“ gemeinte Blog rechtspopulistisch einzustufen ist.
    Hier wird gegen Faschismus propagiert, leider kommt genau das Gegenteil zustande. Kulturalisierende, rassistische Vorgehweisen sind in fast jedem Artikel zu lesen – Köpchen auf, Knöpchen drücken und los geht’s mit dem Denken!
    Traurig/Lustig ist, dass hier Menschen bloggen, die sich sicher sind, kein rassistisches Gedankengut zu haben.
    „welche herkunft habe ich denn? jüdisch bin ich nicht.
    du magst wohl keine integrierten migranten, die sich als deutsche/europäer fühlen :-)“
    Herzlichen Glückwunsch – ich bin hier geboren, fühle mich deutsch und teile trotzdem nicht deine Meinung!
    WEIL ich eben NICHT kulturalisierend oder rassistisch denke!

    In diesem Sinne, gute Nacht.

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