Schwulsein im Gottesstaat

Als „Bodensatz“ hat Irans Präsident Ahmadinedschad sie kürzlich bezeichnet. 2007 hatte er sogar bestritten, dass es in seinem Land überhaupt Homosexuelle gebe. Es gibt sie – aber sie führen ein Leben im Verborgenen.

So wie Scharoch Reisi ergeht es vermutlich vielen in seiner Heimat, doch sie leben im Verborgenen, denn gleichgeschlechtliche Liebe widerspricht den strengen Sittengesetzen der Mullahs. Männern, die erwischt werden, droht die Todesstrafe, Frauen werden mit hundert Peitschenhieben bestraft. Vor allem seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadineschad habe sich die Situation massiv verschlechtert, sagt Schahroch Reisi. Rund 4000 Menschen sollen wegen ihrer sexuellen Orientierung seit der Islamischen Revolution 1979 hingerichtet worden sein.

Razzien, Verhaftungen, Folter

Belege für diese Zahlen gebe es allerdings nicht, erklärt Ruth Jüttner von der Menschenrechtsorganisation amnesty international. Es gebe kaum gesicherte Informationen, oftmals würden Betroffene auch in aller Heimlichkeit oder aus anderen Gründen verurteilt. Nur wenige Festnahmen kommen an die Öffentlichkeit, wie etwa 2007, als auf einer Party in Isfahan 87 Männer verhaftet wurden. „In solchen Situationen gehen wir von Folter und Misshandlungen aus, um Geständnisse zu erzwingen“, sagt Jüttner.

Schahroch Reisi wollte dieses Leben in Angst und im Verborgenen nicht mehr, darum kam er 2002 nach Deutschland.

weiter

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: