Todeslisten im Taliban-Radio

Jeden Abend versammeln sich die verängstigten Einwohner im Buner-Distrikt, nur rund 100 Kilometer von Pakistans Hauptstadt Islamabad entfernt, um ihre Radios. Doch statt Nachrichten oder Musik hören sie den lokalen Sender der Taliban ab, um zu erfahren, wer neu auf der Todesliste der Extremisten steht. Die religiösen Hardliner verkünden dann, wen sie wegen „unislamischer Umtriebe“ ausgepeitscht oder geköpft haben.

Sie drohen Friseuren, die Männer rasieren, und Ladenbesitzern, die Film- oder Musik-CDs verkaufen. Sie verbieten Mädchen den Schulbesuch und untersagen Kabelfernsehen. Als Taliban-Führer Maulana Fazlullah vor zwei Wochen seine etwa 500 Kämpfer aufforderte, mit Gewehren und anderen Waffen die Dörfer und Städte des Bezirks zu patrouillieren, kam sein Einsatzbefehl per Radio. Rund 650.000 Menschen wohnen hier, viele von ihnen sind inzwischen vor den Islamisten auf der Flucht…
Wiener Zeitung

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