Tödliche Hatz auf türkische Schwule

Hatz auf Schwule

Die versteckte Lage hat ihren Grund. Besonders Transsexuelle, aber auch Schwule und Lesben waren in den letzten Jahren häufig Opfer von Gewalt. Im März töteten Unbekannte die Transvestitin Ebru Soykan mit acht gezielten Schüssen in den Kopf.

Dieses Verbrechen steht zweifellos in Zusammenhang mit einem Prozess wegen Gewalt gegen Transvestiten und Homosexuelle. Im April 2006 hatten Rechtsradikale in Eryaman nahe von Ankara eine Woche lang mit Knüppeln, Messern und Pistolen Transvestiten angegriffen, unter ihnen Soykan. Der bewaffnete Mob lauerte den Transvestiten auf dem Weg zum Einkaufen auf und verschaffte sich Zugang zu deren Wohnungen. Trotz der kaum versteckten Übergriffe nahm die Polizei nur wenige Angreifer fest. Vier von ihnen wurden nun im Februar zu Haftstrafen zwischen neun Monaten und drei Jahren verurteilt; nach Anrechnung der Untersuchungshaft wurden sie sofort freigelassen. Drei Wochen später wurde Soykan ermordet.

Homosexuelle und Transvestiten werden möglicherweise auch Opfer sogenannter «Ehrenmorde» durch Familienmitglieder. Entsprechenden Hinweisen wird nach Aussage von Betroffenen nicht genügend nachgegangen. Auch Klagen über Schikanierungen und Übergriffe durch die Polizei wird kaum Beachtung geschenkt. Wagen es etwa zwei Männer, sich zum Abschied am zentralen Istanbuler Taksim-Platz zu küssen, kann es passieren, dass sie die Nacht in einer Polizeizelle verbringen müssen.

Tagesanzeiger

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