Die ägyptische Israel-Sympathisantin im Interview – Lesepflicht

Kurz vor dem 11. September war ich mit meinen Kindern zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder in Ägypten. Ich war entsetzt darüber, wie stark sich der radikale Islam in der Zwischenzeit ausgebreitet hatte. Ich dachte, ich wäre in Saudi-Arabien, nicht in Ägypten. In den ägyptischen Zeitungen wurde kaum über die internen Probleme des Landes berichtet. Hingegen wurde heftig gegen die USA und gegen Israel gehetzt.

Als wir am 10. September 2001 nach New York zurückkehrten, sagte meine Tochter zu mir: „Danke, dass du mich in den USA erzogen hast, wo ich in Freiheit leben kann.“

Die Idee des Dschihad steht im Zentrum der islamischen Ideologie, er ist ein Teil des Islam. Schon Kinder werden auf den Dschihad vorbereitet. Einer der Gründe für die heutige Präsenz des Dschihadismus in Ägypten ist das Erstarken der Muslimbruderschaft.

Das ist tragisch, denn wenn die Muslimbrüder an die Macht kommen, gibt es in Ägypten einen zweiten Iran. Wir hätten dann die komplette Scharia. Es gibt im Nahen Osten nie die Wahl zwischen gut und schlecht, sondern immer nur zwischen schlecht und schlechter. Natürlich ist Mubaraks Regime eine Diktatur, aber es zwingt die Frauen wenigstens nicht dazu, die Burka zu tragen.

Die USA wollen ein stabiles Ägypten. Das ist alles. Ich denke nicht, dass die USA die Diktatur fördern. Syrien und Libyen werden nicht von den USA unterstützt und sind ebenfalls Diktaturen. Die Regime in der arabischen Welt sind alle Diktaturen, ob die USA ihnen nun freundlich gesinnt sind oder nicht. Ich werfe das also nicht den USA vor.

Für mein zweites Buch studierte ich eineinhalb Jahre die Scharia. Was dort steht, macht klar, dass die arabische Welt immer nur diktatorisch regiert werden wird. Warum? Weil in der Scharia ein islamischer Staat nur durch Gewalt entstehen kann. Es ist laut islamischem Recht legitim, durch Gewalt an die Macht zu gelangen. Es ist legal, den Ex-Präsidenten zu ermorden. Diktatur ist Bestandteil des islamischen Gesetzes. Andererseits schreibt das islamische Gesetz vor, auch einem ungerechten Staat zu gehorchen.

Das ist, meiner Meinung nach, auch einer der Gründe, warum sich der Islam so schnell ausgebreitet hat: Die Unterdrückung wurde damit gerechtfertigt, dass sie ja Allahs Wille sei. Man muss nur gehorchen. Auch Mord ist im Islam erlaubt. Ein Muslim, der mordet, ist entschuldigt, wenn er einen Apostaten ( = vom Islam Abgefallenen, Anm. ) oder einen Ehebrecher tötet. Wenn ein Muslim einen Muslim tötet, wird er mit dem Tode bestraft, nicht aber, wenn er einen Nicht-Muslim tötet. Das islamische Gesetz fördert auch die Selbstjustiz, die Muslime gegeneinander anwenden. Ein Muslim in einem islamischen Staat muss sich nicht nur vor der Polizei fürchten, sondern auch vor seinem Nachbarn und den Leuten von der Straße.

Die Scharia wird in allen islamischen Ländern auf unterschiedliche Weise angewandt. Aber Muslime – ob sie nun in einem islamischen Land leben oder nicht – glauben, dass sie unter der Scharia leben müssen, um gute Muslime zu sein. Das ist der Grund, weshalb der Islam – wohin auch immer er emigriert – mit dem Rechtsstaat in Konflikt gerät. Warum? Weil der Islam seinem Wesen nach politisch ist. Es gibt keine Trennung zwischen Religion, Staat und Rechtssystem.

Im Islam ist das alles eins. Sobald Muslime irgendwo in der Mehrheit sind, fordern sie die Scharia. Und wenn sie ihnen verwehrt wird, gründen sie eine separatistische Gruppierung, wie etwa im Kosovo und anderswo.

Ja, aber sie verurteilten nicht den gewaltsamen Dschihad. Sie sind schlau. Sie sagen: Wir verurteilen den Terrorismus und die Tötung von Unschuldigen. Wenn man sie fragt: Wer sind die Unschuldigen?, dann antworten sie: das sind die Muslime. Nicht-Muslime sind für sie keine Unschuldigen.

Ich glaube, der Palästinenser-Konflikt ist die beste Ausrede, die um jeden Preis aufrecht erhalten werden muss. Wegen der angeblichen Besatzung gibt es Dschihad. Aber es gibt keine Besatzung. Israel gab 90 Prozent des Landes zurück, das es 1967 okkupierte. Die Siedlungen in Gaza wurden beseitigt. Warum soll Israel auch die Westbank zurückgeben? Als Israel den Gazastreifen verlassen hatte, wurde es von dort aus mit Rakaten beschossen. Wenn Israel die Westbank verlassen sollte, würde es von dort aus ebenfalls beschossen werden. Das garantiere ich Ihnen.

Für diese Lebensbedingungen ist aber nicht Israel verantwortlich. Schuld daran sind die arabischen Staaten, die die Palästinenser seit Jahrzehnten für ihre eigenen Interessen benützen. Die arabische Welt wäre finanziell durchaus in der Lage, die Palästinenser zu unterstützen und sie an jeglichem Terrorismus zu hindern. Es liegt aber im Interesse aller arabischen Diktatoren, das Palästinenser-Problem aufrecht zu erhalten. So können sie immerzu Israel für alles die Schuld geben.

Die Charta der Hamas verlangt die Auslöschung Israels! Auch heute noch. Auch heute noch wird in arabische Schulen die gesamte Fläche Israels als palästinensisches Land bezeichnet. Täglich wird in den Moscheen zur Zerstörung Israels aufgerufen. Sie glauben offenbar, dass die arabische Welt tatsächlich Frieden will und dass es Frieden geben würde, wenn sich Israel von der Westbank zurückziehen sollte. Ich aber sage Ihnen: Dann würde Israel von allen Seiten her angegriffen und vollständig vernichtet werden.

Es war stets die arabische Welt, die Israel angriff. Die arabischen Führer im Ausland riefen 1948 den Arabern, die innerhalb Israels lebten, zu: Verlasst Israel! Übrigens: Wenn Sie die Lebensbedingungen im Gazastreifen und in der Westbank mit jenen in den angrenzenden Ländern vergleichen, sind sie gar nicht so schlecht. Die Araber vergleichen die Lebensbedingungen der Palästinenser mit denen in Israel, was nicht fair ist.

Und die Araber könnten das ändern. Sie könnten für die Palästinenser Fabriken und Gesundheitseinrichtungen bauen. Saudi-Arabien, das Moscheen in aller Welt errichtet, soll nicht fähig sein, eine funktionierende Infrastruktur in der Westbank oder in Gaza zu errichten? Natürlich wäre es dazu in der Lage. Aber die Araber ziehen es vor, den Palästinensern Geld zu geben, um den Terrorismus zu unterstützen.

Der Westen versteht die islamische Kultur leider nicht, sondern nimmt alles für bare Münze, was islamische Führer sagen. Das ist das grundsätzliche Problem. Der Westen muss lernen, endlich zu verstehen, dass der Dschihad ein Wesenselement des Islam ist. Permanent wird dafür Propaganda in den Moscheen gemacht. Unerhörte Dinge werden von den anerkanntesten islamischen Autoritäten gesagt. Dauernd werden Israel, Europa und die USA verteufelt. Darüber sollten die westlichen Medien viel mehr berichten.

Ganzes Interview in der Wiener Zeitung

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One Response to Die ägyptische Israel-Sympathisantin im Interview – Lesepflicht

  1. Noergler sagt:

    Schade, dass diese Frau nicht mehr Resonanz in der arabischen Welt erfährt (oder besser: erfahren darf).

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