Interview mit Geert Wilders „Eine Waffe im Krieg der Islamisierung“

April 27, 2009

„Für die Niederlande“ lautet der Slogan der „Partei für die Freiheit“ für die Europawahl. Im Gespräch mit Andreas Ross spricht sich der niederländische Abgeordnete und Parteigründer Geert Wilders dafür aus, die Einwanderung aus muslimischen Ländern zu stoppen. Den Islam nennt er eine totalitäre Ideologie, für die Religionsfreiheit nicht anwendbar sei. Aus Umfragen ging die PVV im März als stärkste Partei hervor; Wilders (Siehe auch: Geert Wilders: Von Islamisten bedroht, von vielen Niederländern verteidigt) strebt das Amt des Ministerpräsidenten im Nachbarland an.

Herr Abgeordneter, fürchten Sie, dass die Wirtschaftskrise die Holländer von Ihnen und Ihrem Thema Islam ablenkt?

Nein. Gerade sind wir ja laut Umfragen zur größten Partei geworden. Die Leute erkennen inzwischen, dass wir auch Ideen etwa zur Gesundheitsreform haben – oder zur Lösung der Wirtschaftskrise.

Die Koalition ringt ja noch um eine Antwort auf die Krise. Wie lautet Ihre?

Das Kabinett leistet sich verrückte linke Hobbys: Wir zahlen Milliarden für sogenannte Problemviertel in unseren Städten, überweisen Milliarden an Entwicklungshilfe, geben weitere Milliarden an die Europäische Union, lassen uns Einbürgerungskurse eine halbe Milliarde Euro im Jahr kosten und den öffentlichen Rundfunk noch einmal so viel. Man kann problemlos Dutzende Milliarden einsparen, ohne dem Durchschnittsbürger weh zu tun. Dann müssen Steuern gesenkt und das Defizit vermindert werden.

Sie zählen die EU zu den „verrückten linken Projekten“. Hat nicht der Euro Ihr Land gerettet? Viele sagen, die Niederlande seien mit ihren Großbanken eine Art größeres Island . . .

Können Sie sich ein Bündnis mit den österreichischen Freiheitlichen, dem französischen Front National oder dem belgischen Vlaams Belang vorstellen?

Auf keinen Fall arbeiten wir mit Parteien wie dem Front National, der rumänischen Tudor-Partei oder mit Alessandra Mussolinis Leuten zusammen. Die sind 100 Kilometer weit weg von uns.

Vlaams Belang, BZÖ oder FPÖ wären also mögliche Partner?

Dazu sage ich jetzt nichts, um meine Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Vielleicht werden wir auch einfach selbständig im Parlament sitzen. Von den 25 niederländischen Sitzen mögen wir zwei, drei oder vielleicht vier bekommen. Da sind wir selbst in einer Gruppe noch ein kleiner Spieler. Vielleicht lohnt es sich nicht, in einer Fraktionsgemeinschaft zu sitzen, wo man Gefahr läuft, sich mit den falschen Leuten zu umgeben.

In Umfragen glänzen Sie, wenn Sie sich als Opfer darstellen können. Als die Staatsanwaltschaft jetzt Ermittlungen gegen Sie wegen Anstiftung zum Hass aufnahm und Ihnen dann auch noch die Einreise nach England verwehrt wurde, wurde Ihre PVV zur stärksten Kraft . . .

Mir wäre es natürlich lieber gewesen, das Gericht hätte keine Ermittlungen angeordnet. Und ich habe nicht darum gebeten, dass mich die Briten abweisen.

Warum sind Sie denn trotz der vorherigen Mitteilung aus London hingeflogen, begleitet von Journalisten?

Ich dachte, vielleicht fehlt ihnen der Schneid, mich abzuweisen. Ich habe mir gesagt: Und wenn ich mit dem Fahrrad fahren muss, ich versuche es.

Was haben Sie mit Ihrem Anti-Islam-Film „Fitna“ erreicht, den Sie voriges Jahr präsentiert haben?

Sehr viel. Acht Millionen Leute haben ihn gesehen. Ich habe den Film in Jerusalem und im amerikanischen Senat gezeigt. Bald zeige ich ihn im italienischen Parlament.

In Deutschland lädt Sie niemand ein?

Nein. Keine Ahnung, warum. Wir haben keine Schwesterpartei in Deutschland. Es gibt eben nichts wie die Dänische Volkspartei oder die britische Ukip bei Ihnen. Ich fahre aber bald nach Los Angeles und nach Australien mit „Fitna“.

„Fitna“ ist eine Collage bekannter Bilder des Terrors. Was haben Sie amerikanischen Senatoren Neues zu sagen?

Der Film zeigt ja auch, wie sich Europa verändert, wie die Straßen in Städten wie Amsterdam jetzt aussehen, dass es in England schon Scharia-Gerichte für Familienrechtssachen gibt, welche Probleme wir in Brüssel, Köln und sonst wo haben. Ich sage den Amerikanern, dass sie einen Bündnispartner in Europa verlieren, dass die Normen und Werte von Jerusalem, Rom und Athen denen von Mekka, Teheran und Istanbul zu weichen drohen.

Sind für Sie allenfalls schlechte Muslime gute Holländer?

Unsinn. Ich habe nichts gegen Muslime, nur gegen die islamische Ideologie. Der Koran freilich sagt, dass kein Muslim ist, wer nicht an alles glaubt, was im Koran steht, und danach handelt. Das seien dann Abtrünnige. Meinetwegen können sie sich aber gerne Muslime nennen. Die Mehrheit der Menschen hier, die sich Muslime nennen, sind gesetzestreu.

Was fordern Sie?

Wir müssen uns von der größten europäischen Krankheit der Gegenwart heilen: dem Kulturrelativismus. Wir brauchen keine Chamberlains, die Appeasement wollen, sondern Churchills, die aufstehen für unsere Kultur. Nicht die Muslime, aber die islamische Kultur ist rückständig. Unsere ist besser. Ich bin kein Rassist. Wenn man zehn Leute auf der Straße fragt, ob unsere Kultur besser sei, dann sagen neun ja.

Können Sie die „islamische Kultur“ so kritisieren, ohne Muslime zu beleidigen?

Es gibt kein Recht, nicht beleidigt zu werden. Wenn wir keine Religionskritik äußern dürfen, können wir die Demokratie aufgeben. Ich halte den Islam sowieso für eine totalitäre Ideologie, die mit Kommunismus und Faschismus eher vergleichbar ist als mit Religionen.

Welche Politik schlagen Sie also vor?

Zuerst müssen wir die Einwanderung aus muslimischen Ländern stoppen.

Auch für Christen aus diesen Ländern?

Für alle – ausgenommen Asylbewerber. Ich habe dafür gestimmt, dass wir Homosexuelle aus Iran und Christen aus dem Irak aufnehmen. Aber Islamisierung ist ein Krieg, der mit den Waffen Demographie und Masseneinwanderung geführt wird. Das muss gestoppt werden. Und wir müssen strenger zu den Menschen sein, die schon hier sind. Wenn sich Muslime kriminell verhalten, müssen sie ausgewiesen werden.

Die meisten Einwanderer haben doch längst einen niederländischen Pass.

Ich möchte kriminellen Marokkanern die niederländische Nationalität aberkennen, wenn sie auch noch die marokkanische haben. Das tut unsere Regierung schon jetzt bei Terroristen. Wir müssen überdies die freiwillige Rückkehr von Einwanderern fördern. Außerdem darf es nicht mehr islamische Symbole geben, nicht noch mehr Moscheen. Da der Islam keine Religion, sondern eine Ideologie ist, widerspricht das auch nicht der Religionsfreiheit. Wir müssen auch islamische Schulen schließen. Schon kleine Kinder werden dort mit einer Hass-Ideologie vollgestopft. Für all das gibt es natürlich im Parlament keine Mehrheit. Aber in der Bevölkerung wächst die Unterstützung…

FAZ

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Distanziert euch von den Islamisten – Islamverbände sind kriminelle

April 27, 2009

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen hohe Islamfunktionäre wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie ließ Geschäfts- und Vereinsräume und Privatwohnungen von einflussreichen Verbänden durchsuchen, die der Verfassungsschutz als nur sehr bedingt demokratietauglich beziehungsweise islamistisch einschätzt. Sieben namentlich bekannten Männern wird unter anderem vorgeworfen, Fördergelder zu Unrecht kassiert und betrügerisch verteilt zu haben, dazu kommen Geldwäsche, Steuerbetrug, ein weiterer Spendenskandal, Urkundenfälschung, Verstoß gegen das Kreditwesengesetz und so weiter. Zwei Namen sind inzwischen in der Öffentlichkeit: Ibrahim el-Zayat, dessen Beziehungen zur Muslimbruderschaft und einer, wie es in der kargen Pressemitteilung heißt, „in Deutschland agierenden türkischen Islamistengruppierung“ bekannt sind, und Oguz Üçüncü, Generalsekretär besagter „Islamistengruppierung“, der Milli Görüs.

Die Razzien vor drei Wochen wurden europaweit durchgeführt und richteten sich nicht zum ersten Mal gegen Vertreter des politischen Islam und sein undurchsichtiges Geflecht aus Vereinen und Hilfsorganisationen, die nach außen hin gute Werke verkünden, die aber nicht selten bei näherem Hinschauen ganz anderes treiben: So sollen sie Gotteskrieger unterstützen, fragwürdige Immobiliengeschäfte im In- und Ausland machen und Spenden sammeln, die irgendwo versickern, schlimmstenfalls bei verbotenen Terrororganisationen. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils, was die eloquenten Funktionäre dann auch landauf und landab verkünden ließen.

Wer allzu deutlich über seine Beziehungen zu antisemitisch, antidemokratisch und/oder extremistisch verfassten Islamistenvereinen berichtete oder unbeirrt den klandestinen Spuren des Geldes folgte, das dieser in ganz Europa betreut, einsammelt, ausgibt, musste mit Gegendarstellungen rechnen, die sich manchmal wie Zitate aus einem absurden Theaterstück lasen. So blieb meist nur übrig, seine gutgeschnittenen Anzüge, seine Eleganz und gute Bildung zu rühmen, ihn in Talkshows einzuladen oder in Universitäten und bloß nicht zu fragen, warum er nicht nur den Sicherheitsbehörden, sondern auch sehr vielen Muslimen in diesem Land als der Manager des Islamismus gilt, der diskrete Mann im Hintergrund, der die Strippen zieht….

FAZ


Scharia in Pakistan Im Swat-Tal beginnt die Talibanisierung des Alltags

April 26, 2009

Nach dem Beschluss, im pakistanischen Swat-Tal die Scharia einzuführen, nehmen die ersten islamischen Richter ihre Arbeit auf. Was Recht ist und was nicht, bestimmen vor allem die Taliban. Ihre Regeln erstrecken sich auf alle Lebensbereiche – von Schulen über PC-Geschäfte bis zu Friseuren.

Warum nicht offiziell besiegeln, was praktisch seit mehr als zwei Jahren grausame Realität in Swat ist? Fazlullah betrachtet die Bildung für Frauen als „unislamisch“, seine Schergen haben seit 2007 fast 200 Schulen, darunter 122 Mädchenschulen, zerstört. Am 24. Dezember verkündete sein Sprecher, Schulbildung für Mädchen sei ungesetzlich. Alle Schulen müssten bis zum 15. Januar schließen oder hätten die Konsequenzen zu tragen.

Auch in anderen Bereichen hat Taliban-Recht bereits Einzug gehalten: Friseure dürfen Bart-Rasuren nicht mehr anbieten, Radikale brennen Musikläden, Computer- und Fernsehgeschäfte nieder. Unterhaltung ist unter Taliban-Regime streng verboten. Im Swat-Tal ist Afghanistan zur Zeit der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 im Kleinen wieder auferstanden. Die letzte Komponente, die radikale Rechtsprechung, ist vor einer Woche hinzugefügt worden – eine krude Mischung aus 1400 Jahre alten Bestimmungen und Stammesriten.
Wer sich widersetzt, wird bestraft. Die Tänzerin Shabana glaubte, die Anweisungen der Fanatiker ignorieren zu können. Ihre Leiche, übersät mit CD’s, Fotos und Banknoten, lag eines Tages in den Straßen von Mingora, Hauptstadt von Swat. Politische Gegner werden geköpft, Mörder und Ehebrecher öffentlich gehängt, auf Diebstahl steht die Amputation der Hand.

Das Swat-Tal ist jetzt endgültig jeder staatlichen Einflussnahme entzogen. Es ist Taliban-Land – und ein Zufluchtsort für militante Extremisten, die sich dort neu gruppieren und bewaffnen können. So war es auch in der pakistanischen Provinz Waziristan, wo die Regierung von General Pervez Musharraf 2006 mit den Aufständischen einen Waffenstillstand schloss, den die Kämpfer – unbehelligt von der Armee – dazu nutzte, neue Kraft zu sammeln. „Der Friedensvertrag“, so meint Ex-Innenminister und Generalleutnant Hamid Nawaz, „reflektiert die wachsende Schwäche und Hilflosigkeit der Regierung. Die Menschen in Swat leben in Angst vor den Militanten und haben keine andere Wahl, als diesen ‚Friedensvertrag‘ zu preisen.“
welt


Geert Wilders über das afghanische Vergewaltigungs-Gesetz

April 26, 2009

Geert Wilders: “Ich habe eine Mission!”

April 26, 2009

Geert Wilders sieht nicht aus wie der typische Holländer. Dafür ist er zu schlank und zu groß, der Anzug zu elegant, die Haare zu bunt. Er wirkt auch nicht wie ein Politiker, schon gar nicht wie ein „Fanatiker“, ein „Rechtspopulist“ oder gar ein „Rassist“, der seine eigenen Ressentiments auf die Tagesordnung der Politik setzen möchte. Wilders wirkt wie ein selbstbewusster Unternehmer, der sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise die gute Laune nicht verderben lässt. Oder wie ein Golfer, der gerade ein Turnier gewonnen hat und nun im Begriff ist, zum nächsten Spiel auf die Malediven zu fliegen.

Wilders, hört man immer wieder, „polarisiert“. Viele mögen ihn, noch mehr können ihn nicht leiden, aber wohl niemand möchte mit ihm tauschen. Denn der Vorsitzende der “Partij voor de Vrijheid” und Abgeordnete der „Tweede Kamer“ des niederländischen Parlaments ist sein eigener Gefangener. Während seine Kollegen sich mittags am Matjesstand auf dem Plein treffen, bleibt er in seinem Büro sitzen. Schon ein kurzer Gang vor das Haus wäre mit einem unkalkulierbaren Risiko verbunden. Wilders wird rund um die Uhr bewacht, wer ihn in seinem Büro besuchen will, wird gründlicher als andere Besucher kontrolliert, er muss außerdem an zwei Leibwächtern vorbei, die im Flur einen mobilen Checkpoint aufgebaut haben. Dennoch ist Wilders gut gelaunt. Vor ihm auf dem Schreibtisch liegen die neuesten Umfragen. Seine “Partij voor de Vrijheid” liegt in der Gunst der Wähler auf Platz 2, vor den Sozialdemokraten und knapp hinter den Christdemokraten, Tendenz steigend. Wenn morgen Wahlen wäre, würde die PVV mit 18 bis 20 Abgeordneten ins Parlament einziehen. Ein guter Moment also, um Geert Wilders zu fragen, ob er sich vorstellen könnte, ein Moslem in Holland zu sein. Und wie er als Moslem darauf reagieren würde, was Geert Wilders über die Moslems sagt.

Es gibt inzwischen in Holland eine Organisation säkularer Muslime, die sich mit Wilders solidarisieren. Aber Wilders weiß, dass sie eine winzige Minderheit innerhalb der etwa einer Million Muslime in Holland darstellen, von denen die meisten wiederum aus Marokko eingewandert sind und ihre Traditionen mitgebracht haben. Es ist eine ethnisch ziemlich homogene Gruppe, dennoch versucht Wilders, nicht alle in einen Topf zu werfen.

Achse des Guten


Schwul in Marokko: Leben mit Angst und Lügen

April 25, 2009

Fouad ist verheiratet, er hat Kinder – und er ist schwul. So konnte der Marokkaner lange Zeit recht gut leben – bis auf YouTube ein Video auftauchte, das ihn bei einer schwulen „Hochzeitsfeier“ zeigt. Das brachte ihm den Hass der Islamisten und sechs Monate Gefängnis ein.

Mittlerweile ist Fouad wieder auf freiem Fuß, immer noch lebt er in der kleinen Stadt südlich von Tanger. Mit der marokkanischen Presse will er nicht sprechen – dem ARD-Hörfunk dagegen hat er ein Exklusiv-Interview gewährt. Ein Gespräch über Lebenslügen, Todesangst und das schwierige Leben als Homosexueller in einer marokkanischen Kleinstadt….
Tagesschau


„Wir müssen Antisemitismus bei Migranten stärker bekämpfen“

April 25, 2009

Hetze auf dem Schulhof: Immer mehr junge Muslime in Deutschland neigen zum Antisemitismus.
SPIEGEL ONLINE: „Du Jude“ oder „schwuler Jude“ ist nach einer aktuellen Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung ein gängiges Schimpfwort in vielen Jugendclubs. Bei einer Untersuchung des Bundesinnenministeriums stimmten 15,7 Prozent der befragten jungen Muslime der Behauptung zu, Juden seien überheblich und geldgierig. Wie sehr beunruhigt Sie das?

Laschet: Das beunruhigt mich sehr. In solchen schnellen Sprüchen im Jugendclub oder auf dem Schulhof äußert sich eine gefährliche Grundhaltung. Das sind typische antisemitische Klischees. Das Schlimme ist: Die Jugendlichen, die eine solche Haltung zeigen, sind in Deutschland aufgewachsen, fast alle sind durch das neue Staatsbürgerschaftsrecht seit Geburt Deutsche. Aber wir haben es nicht geschafft, ihnen die besondere Verantwortung jedes Deutschen gegenüber Israel und Menschen jüdischen Glaubens zu vermitteln. Wenn wir das nicht schnellstens ändern, droht Deutschland und der deutschen Gesellschaft eine Katastrophe.
Laschet: Erstens hat ihnen in der Schule offenbar niemand richtig vermittelt, was der Holocaust und Antisemitismus in Deutschland bedeuten. Zweitens kommen ihre Familien oft aus antisemitisch geprägten Gesellschaften wie zum Beispiel in der arabischen Welt – und zu Hause am Küchentisch sowie über ausländische Satellitenprogramme werden alte Ressentiments gepflegt. Drittens führen Fernsehbilder von verletzten Kindern in Gaza zur Solidarisierung mit der palästinensischen Hamas und den Opfern des Nahost-Konflikts, ohne dass der terroristische, menschenverachtende Charakter der Hamas erklärt wird. Das Ergebnis ist eine explosive Mischung aus antiisraelischen Gefühlen und Antisemitismus.

SPIEGEL ONLINE: Der Grünen-Chef Cem Özdemir nennt Antisemitismus unter Muslimen neuerdings ein „ernstzunehmendes Problem“. Wird dieses Problem in Deutschland unterschätzt?

Laschet: Ja, das Problem ist zu lange unterschätzt worden. Bei Antisemitismus denken die meisten Deutschen reflexartig nur an Rechtsextremisten, nicht an Muslime oder gar Linke. Dass das falsch ist, hat sich schon im Jahr 2000 beim Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gezeigt. Die halbe Republik ging beim sogenannten „Aufstand der Anständigen“ mit Lichterketten gegen Rechts auf die Straße, am Ende waren die Täter arabisch-stämmige Jugendliche.

Ein aktuelles Beispiel für Anti-Israelismus von Links ist der Aufruf des inzwischen zurückgetretenen Duisburger Oberbürgermeister-Kandidaten der Linken, Hermann Dierkes, zum Israel-Boykott. Der Linken-Parteichef Oskar Lafontaine nennt den Diktator Hugo Chavez in Venezuela ein Vorbild für seine Politik, obwohl dieser neuerdings auch den Holocaust leugnet. Wenn deutsche Politiker so etwas Unsinniges tun, bestätigen und legitimieren sie auf gefährliche Weise antiisraelische und antijüdische Vorbehalte bei muslimischen Jugendlichen. Wir müssen in Deutschland endlich offen über Antisemitismus bei muslimischen Zuwanderern diskutieren….
Spiegel