Geert Wilders: “Ich habe eine Mission!”

Geert Wilders sieht nicht aus wie der typische Holländer. Dafür ist er zu schlank und zu groß, der Anzug zu elegant, die Haare zu bunt. Er wirkt auch nicht wie ein Politiker, schon gar nicht wie ein „Fanatiker“, ein „Rechtspopulist“ oder gar ein „Rassist“, der seine eigenen Ressentiments auf die Tagesordnung der Politik setzen möchte. Wilders wirkt wie ein selbstbewusster Unternehmer, der sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise die gute Laune nicht verderben lässt. Oder wie ein Golfer, der gerade ein Turnier gewonnen hat und nun im Begriff ist, zum nächsten Spiel auf die Malediven zu fliegen.

Wilders, hört man immer wieder, „polarisiert“. Viele mögen ihn, noch mehr können ihn nicht leiden, aber wohl niemand möchte mit ihm tauschen. Denn der Vorsitzende der “Partij voor de Vrijheid” und Abgeordnete der „Tweede Kamer“ des niederländischen Parlaments ist sein eigener Gefangener. Während seine Kollegen sich mittags am Matjesstand auf dem Plein treffen, bleibt er in seinem Büro sitzen. Schon ein kurzer Gang vor das Haus wäre mit einem unkalkulierbaren Risiko verbunden. Wilders wird rund um die Uhr bewacht, wer ihn in seinem Büro besuchen will, wird gründlicher als andere Besucher kontrolliert, er muss außerdem an zwei Leibwächtern vorbei, die im Flur einen mobilen Checkpoint aufgebaut haben. Dennoch ist Wilders gut gelaunt. Vor ihm auf dem Schreibtisch liegen die neuesten Umfragen. Seine “Partij voor de Vrijheid” liegt in der Gunst der Wähler auf Platz 2, vor den Sozialdemokraten und knapp hinter den Christdemokraten, Tendenz steigend. Wenn morgen Wahlen wäre, würde die PVV mit 18 bis 20 Abgeordneten ins Parlament einziehen. Ein guter Moment also, um Geert Wilders zu fragen, ob er sich vorstellen könnte, ein Moslem in Holland zu sein. Und wie er als Moslem darauf reagieren würde, was Geert Wilders über die Moslems sagt.

Es gibt inzwischen in Holland eine Organisation säkularer Muslime, die sich mit Wilders solidarisieren. Aber Wilders weiß, dass sie eine winzige Minderheit innerhalb der etwa einer Million Muslime in Holland darstellen, von denen die meisten wiederum aus Marokko eingewandert sind und ihre Traditionen mitgebracht haben. Es ist eine ethnisch ziemlich homogene Gruppe, dennoch versucht Wilders, nicht alle in einen Topf zu werfen.

Achse des Guten

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