Salman Rushdie: 20 Jahre Todesurteil

Neue Selbstzensur

Mehr und mehr setzt sich die Auffasssung durch, dass der Frieden in einer multikulturellen Gesellschaft nicht durch die Verletzung religiöser Gefühle gestört werden darf. Die «Fatwa« gegen Rushdie markiert die neue Selbstzensur des Westens gegenüber allem, was die islamische Welt kränken könnte.

Ob die Kontroverse um dänische Karikaturen oder die abgesetzte Mozartoper «Idomeneo« in Berlin, die Papstrede in Regensburg oder die Angst eines amerikanischen Großverlages, eine romantische Schnulze über die Lieblingsfrau des Propheten herauszubringen – immer liegen die Wurzeln in der islamischen Reaktion auf Rushdie.

Kopfprämie ausgesetzt

Am 14. Februar 1989 rief Ayatollah Chomeini die Moslems in aller Welt auf, den Autor der «Satanischen Verse« zu ermorden. Den Vollstreckern des Urteils winkten eine Prämie von zwei Millionen Dollar und die ewige Seligkeit. Der greise iranische Religionsführer hatte wohl auch persönliche Gründe für seine «Fatwa«. In einem Kapitel des Romans wurde er als religiöser Fanatiker beschrieben, der erbarmungslos seine Landsleute im Krieg gegen den Irak verheizte.

Doch der Zorn der muslimischen Fundamentalisten entzündete sich an Passagen der «Satanischen Verse«, in denen Huren die Identität der Frauen des Propheten Mohammed annahmen. Der in Indien aufgewachsene und im muslimischen Glauben erzogene Rushdie wurde der Blasphemie und der Schmähung des Propheten beschuldigt, was nach dem theologischen Edikt des Ayatollah ein todeswürdiges Verbrechen darstellt.

weiterlesen – nürnberger Nachrichten

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