Kulturspezifischer Sozialisationshintergrund als zentraler (Des-)Integrationsfaktor

Betrachtet man verschiedene Gruppen von Zuwanderern im Vergleich, dann wird deutlich, daß trotz gleicher oder ähnlicher Soziallagen sehr unterschiedliche Lernergebnisse erzielt und Bildungsprozesse absolviert werden. So erreichten vietnamesische Schüler im Bundesland Brandenburg überwiegend bessere Schulabschlüsse als ihre deutschen Mitschüler, obwohl ihre Eltern zumeist relativ schlecht deutsch sprachen und als Kleinhändler zumeist eine schwierige soziale Existenz fristen. (Das kann auch als ein Indiz gegen die Behauptung gewertet werden, im deutschen Schulsystem würden Kinder von Zuwanderern generell diskriminiert, schlechter bewertet und benachteiligt.) Einer Studie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg zufolge besuchen 74 Prozent der Kinder vietnamesischer Einwanderer im Sekundarschulalter das Gymnasium,
17 Prozent die Gesamtschule und neun Prozent die Realschule. (1)

Entscheidend ist hier bei den Vietnamesen – wie auch bei jüdischen Zuwanderern aus Rußland – insbesondere die hohe mitgebrachte kulturelle Wertschätzung von säkularem Wissen und diesbezügliche Bildungsbereitschaft als normative Grundorientierung.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in anderen europäischen Ländern: So ist zum Beispiel in England die Arbeitslosigkeit unter jungen Muslimen dreimal höher als in der Gesamtbevölkerung. 54 Prozent der Kinder von Immigranten aus Bangladesch und Pakistan leben in Familien, die von staatlicher Sozialhilfe abhängig sind. Nur
34 Prozent von ihnen erreichen einen qualifizierten Hauptschulabschluss. Im Vergleich dazu ist die Lage anderer Immigrantengruppen – Inder, Sikhs, Zyprioten etc. – wesentlich besser … In dieser Hinsicht (wie in einigen anderen Punkten) ähnelt also die Lage in Großbritannien der in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern: Die muslimische Minderheit leistet weniger als andere und klagt stärker über Diskriminierung. Zwar sind in Dänemark nur 5% der Bevölkerung Muslime, diese nehmen aber 40 Prozent der Sozialhilfeausgaben in Anspruch. (2)……
weiterlesen bei Eussner

siehe auch:
Kulturelle Grundlagen wirtschaftlichen Erfolgs
Hier

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