EVP-Tagung: Herausforderung totalitärer Islam

Unerwartet grosse Resonanz fand eine Tagung der schweizerischen Evangelischen Volkspartei (EVP) zum Thema Islam. Mit der Islamwissenschaftlerin Prof. Christine Schirrmacher und den Islam-Experten Prof. Bassam Tibi, Prof. Heinz Gstrein und dem Theologen Andreas Maurer hatte die EVP hochkarätige Experten aufgeboten. Übereinstimmend werteten sie den Islam als totalitäre Herausforderung.

Mehr als 270 Teilnehmer nahmen an dem „Fokustag Herausforderung Islam“ in Zürich teil. Prof. Bassam Tibi forderte die europäischen Gesellschaften dazu auf, die Realität ungeschminkt zur Kenntnis zu nehmen: Jedermann habe ein Recht auf eine eigene Meinung aber keiner habe ein Recht auf eigene Fakten.

Der Islamismus – ob militant oder als gewaltfreie Version, die auf den Gang durch die Institutionen ansetzt – stehe im Widerspruch zu allen westlichen Verfassungen und strebe nach Herrschaft. Als Paradeabeispiel für den Erfolg des „institutionalisierten Islamismus“ – den er vom militanten „Dschihadismus“ abgrenzt -wertete Prof. Tibi beim Gespräch in einer Arbeitsgruppe die Regierungstätigkeit der türkischen Regierungspartei AKP unter Ministerpräsident Erdogan.

Der Islam sei nur als religiöser Kult in die europäische Kultur integrierbar –als politische Ordnung sei der Islam hingegen in keiner Weise mit den europäischen demokratischen Werten zu vereinbaren.

„Das ist ein grundsätzlich falsches Verständnis von Religionsfreiheit“, sagte Professor Tibi, der als liberaler Muslim für seine Ansichten immer wieder von islamistischen Muslimen mit dem Tode bedroht wurde. Jahrelang konnte er nur mit Personenschützern und in einer gepanzerten Limousine unterwegs sein. Er kritisiert die indifferente Haltung der Europäer in klaren Worten – und findet damit immer weniger Gehör in den Medien.

Der zunehmende islamische Einfluss in Europa werde zu einer „Ethnizität der Angst“ führen, wie sie im Kosovo herrsche, sagte Tibi, der in Göttingen und den USA lehrt. Tibi, der in seiner Laufbahn bereits 18 Gastprofessuren innehatte, berichtete, dass er persönlich aufgrund seiner Erfahrungen „resigniert“ habe. Die tatsächliche Dimension der Herausforderung Europas durch den Islam wird nach seiner Ansicht nicht wahrgenommen.

Als ein Indiz dafür wertete Tibi, der bis vor wenigen Jahren regelmässig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte und im Fernsehen zu sehen war, dass er immer weniger Zugang zu den Medien habe. Auch dass das deutsche Innenministerium auf seine Teilnahme an der Islamkonferenz des deutschen Innenministeriums verzichtet hatte, nachdem islamistische Gruppierungen gesagt hatten „entweder nimmt Prof. Tibi teil oder wir“ wertet er als Indiz für den starken Einfluss des Islam und für die falsche Reaktion darauf.

Auch die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher forderte eine vernünftige Grenzziehung gegenüber dem politischen Islam. Es dürfe keine doppelten Rechtsstandards geben. Dr. Heinz Gstrein, Professor an der Uni Wien, der viele Jahre in islamischen Ländern lebte, arabisch spricht und auch als Nahost-Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung arbeitete, schilderte den Islam als eine Religion mit globalem totalitärem Herrschaftsanspruch in der sich zugleich Formen zutiefster Innerlichkeit finden.

In der Reaktion der Christen auf die Herausforderung erkannte er wenig mehr als einen „geordneten Rückzug“ und „vorauseilenden Gehorsam“. Wie Bassam Tibi sieht er im Islamismus eine neue Form von Totalitarismus. Dem politischen Islam müsse politisch begegnet werden. Er appelierte an die EVP als Ausrichterin der Tagung, diese Herausforderung anzunehmen.

Factum

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One Response to EVP-Tagung: Herausforderung totalitärer Islam

  1. Helmut Zott sagt:

    Prof. Bassam Tibi ist der Meinung, der Islam sei „eine spirituelle Religion, keine politische Angelegenheit“ und vertritt entschieden die Auffassung, „Islam und Demokratie sind vereinbar“. Halten denn seine Grundansichten einer kritischen Analyse stand und geben sie ein solides Fundament ab für das von ihm so vehement propagierte Konzept des „Euro-Islam“?
    Für einen gläubigen Moslem gründen Koran, Sunna und Sharia in Offenbarungen Allahs und sind daher für ihn nicht nur absolut verpflichtend, sondern auch jedem anderen von Menschen geschaffenen Gesetz übergeordnet. Nun sind aber die Sharia und unser Grundgesetz, mit ihm aber auch die europäische Gesetzgebung keineswegs kompatibel. Es entstehen notgedrungen Glaubens- und Gewissenskonflikte, wenn ein Moslem gezwungen sein sollte, sich zwischen den Prinzipien seines Glaubens und denen unserer säkularen Gesetze zu entscheiden. Im Koran lesen wir: „ Es ziemt nicht den gläubigen Männern und Frauen, so Allah und sein Gesandter irgendeine Sache beschlossen, sich die Freiheit herauszunehmen, anders zu wählen; denn wer Allah und seinem Gesandten ungehorsam ist, der befindet sich in offenbarem Irrtum“ ( Sure 33, Vers 37; Übersetzung nach L. Ullmann).
    Was also tun, wenn im Koran etwas steht, was laut Grundgesetz verboten ist?
    Betrachten wir ein extremes Beispiel. In der 4. Sure lesen wir den Vers 89, der in der Koranübersetzung von Max Henning folgendermaßen lautet: „Sie (die Ungläubigen) wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr (ihnen) gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreift sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmt keinen von ihnen zum Freund oder Helfer: …“ Hier wird eindeutig zur religiös begründeten Ablehnung und Diskriminierung, ja sogar zum Töten von Menschen aufgefordert, deren „Schuld“ allein darin besteht, ein anderes Welt- oder Gottesbild zu haben. Demgegenüber steht bekanntlich im Artikel 3. unseres Grundgesetzes: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, was selbstverständlich auch das Verletzen oder Töten eines jeden Menschen ausschließt. Ein frommer Moslem müsste sich also weitgehend von den Prinzipien seines Glaubens trennen, um sich verbindlich und rückhaltlos zu unserem Grundgesetz oder einer europäischen Verfassung bekennen zu können. Gleichzeitig frommer Moslem und wahrer Demokrat zu sein, ist nicht möglich.
    Dass Prof. Tibi, der selbst Moslem ist und an der Universität Göttingen, nach eigenem Bekunden, das Fach „Islamologie“ eingeführt hat, diese folgerichtigen Zusammenhänge nicht erkennen kann und von einem Euro-Islam schwärmt, ist schwer verständlich. Islam und Demokratie sind grundsätzlich nicht vereinbar!

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