Aufwind für Scharia-Gerichte in England

Ich habe hier schön öfter die Meinung vertreten, dass es Irrsinn ist, die Scharia als Rechtsquelle für unsere europäische Jurisprudenz anzuerkennen und eine besondere religiöse Rechtssprechung in Europa zu akzeptieren. Europa ist säkular und muss es bleiben, gerade der Integration wegen.

England ist, nach einem Bericht der NYT, offenbar auf dem Weg dazu. Immer mehr zivilrechtliche Angelegenheit unter Muslimen landen vor den Schariagerichten – Scheidungen, Erbsachen, Familienstandsangelegenheiten.

Diese Rechtssprechung kennt keine öffentlich verifizierten Standards, keine Protokolle, keine klaren Rechtswege.

Sie folgt ethnischen Linien (zusätzlich zu den religiösen), indem somalische Geistliche Somalis betreuen, pakistanische die Pakistaner, bengalische die Bangladeschis etc. So entstehen Parallelgesellschaften in der Parallelgesellschaft.

Es werden still und heimlich die uralten islamisch-patriarchalen Gesetze über Scheidung und Erbrecht zum Gesetz in England.

Es scheint sogar einen gewissen Tourismus aus anderen europäischen Ländern zu diesen Scharia-Gerichten zu geben.

Grossbritanien muss diesem Treiben Einhalt gebieten. Ein Recht muss für alle gelten. Nichts im britischen Recht zwingt irgendjemanden, nicht nach etwaigen religiös begründeten Normen zu leben, wenn er es will. Aber eine zweite Rechtssprechung für eine Gruppe?

Zeit

Advertisements

2 Responses to Aufwind für Scharia-Gerichte in England

  1. In der Schweiz diskutieren sie jetzt auch über die Einführung von Schariagerichten….

    Guckt hier:
    http://www.dailytalk.ch/scharia-gerichte-in-der-schweiz/

  2. Cornelia Claßen sagt:

    Scharia – Gerichte fundieren auf religiösen Texten. Was England gemacht hat, indem es Scharia – Gerichte errichtet hat, ist, seiner eigenen richterlichen Kompetenz einen kräftigen Tritt in den Hintern zu versetzen.
    Koran und Hadithe entsprechen Altem und Neuem Testament. Der erste Koran wurde von Schriftgelehrten in griechicher Sprache geschrieben, so die Forscher. Denn die arabische Schriftsprache ist erst viel später entstanden. Die Bibel diente dabei als Grundlage. Wenn wir also sagen, die Bibel dient uns nun auch als Gesetzestext; über Familienrecht und Zivilrecht werden Urteile auf biblischer Grundlage gesprochen, dann wäre das gleichbedeutend mit einer Art Christlicher Scharia Gesetzgebung.

    Zudem haben die Scharia – Richter keinerlei Justizexamen nach englischem Standard für Juristen abgelegt. D. h. die Richter, die für Scharia – Gesetze gestimmt haben, haben gleichzeitig auch ausgedrückt, ihnen fehlt die Erfahrung mit den gewaltigen mentalen, intellektuellen Unterschieden zwischen Drittländern/Schwellenländern und der eigenen westlich sozialisierten Gesellschaft. Scharia Richter ohne englisches Justizexamen gefährden ganz England. Denn sie werden auch englische Konvertiten richten. Doch auf welcher Grundlage? Dem intellektuellen Standard des Mittelalters?

    Die englische Regierung, samt Bischof von Canterbury haben sich also in ganz Europa nachhaltig lächerlich gemacht mit ihren Scharia – Gerichten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: