Der Iran richtet weiter Kinder hin

Der Iran will künftig die Todesstrafe für Minderjährige abschaffen, so die Staatsanwaltschaft. Menschenrechtler halten die Ankündigung allerdings für Augenwischerei – denn im Iran gilt immer noch das Vergeltungsrecht.

Alle Gerichte in der Islamischen Republik seien angewiesen, keine unter 18-jährigen Straftäter „ungeachtet der Straftat, die sie begangen haben“, mehr hinrichten zu lassen. Die Ankündigung des stellvertretenden Generalstaatsanwaltes Hossein Sobhi klingt zunächst viel versprechend, denn im Iran werden mehr Jugendliche hingerichtet als in allen anderen Ländern der Welt: In den vergangenen drei Jahren fanden dort zwei Drittel der weltweiten Exekutionen von Jugendlichen statt. Nur in Saudi-Arabien, im Jemen, in Pakistan und im Sudan gibt es ebenfalls Hinrichtungen von Minderjährigen.
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