Die DDR war antisemitisch

Debatte, zweiter Teil: Die Linke ist kein Partner im Kampf gegen rechts

Solchen Bettgenossen verweigert sich die Union. Die „Linke“ ist für sie kein Partner im „Kampf gegen rechts“. Ich kann sie gut verstehen, denn ich kenne die Juden- und Israelpolitik der DDR. In meinem Buch „Die Deutschland-Akte“ habe ich sie dokumentiert. In „Kommunistische Judenpolitik“ von Stefan Meining findet man noch mehr Tatsachen jenseits der Linke-Gysi & Co.-Legenden.

Hier einige Tatsachen: In den Jahren 1949 bis 1953 wurden DDR- und andere Ostblockjuden als Juden verfolgt. In der Sowjetunion, Ungarn und der Tschechoslowakei wurden manche sogar hingerichtet. Ihre eigentliche „Straftat“ war ihre jüdische Herkunft. Wie in anderen kommunistischen Staaten wurden in der DDR Anfang der 50er Jahre und 1967 (Israels Sechstagekrieg) regelrechte „Judenlisten“ angelegt. Kaum ein Zweifel besteht daran, dass es Deportationslisten sein sollten. Den wenigen DDR-Juden traute der DDR-Staatsapparat noch weniger über den Weg als anderen Glaubensgemeinschaften. Deshalb wurden noch mehr als die DDR-Kirchen die dortigen jüdischen Gemeinden stasifiziert oder als „nützliche Idioten“ instrumentalisiert. In der DDR-Endphase haben sich gerade Gregor Gysi, sein Vater Klaus und Irene Runge (noch heute eine Art „Ikone“ im Jüdischen Kulturverein) judenpolitische DDR-Meriten verdient. Verständliche jüdische Ängste vor einem neuen starken Deutschland missbrauchend, wollten sie nach dem Mauerfall die Wiedervereinigung verhindern. DDR und Ostblock haben seit 1959/60 in der Alt-BRD antisemitische Kampagnen inszeniert und finanziert. Braun stigmatisiert werden sollte der Westen durch den Roten Osten. Israels Selbstverteidigungskrieg kritisierte 1967 die DDR nicht nur. Sie lieferte den Feinden des jüdischen Staates Waffen. 1969 beschloss die DDR, „freiwillige“ Piloten nach Ägypten entsenden, die gegen Israel kämpfen sollten. Im Jom-Kippur-Krieg 1973 und 1982 bekamen Israels Feinde Waffen. Der RAF und anderen auch gegen Juden und Israel aktiven Terroristen half die DDR massiv.

Die DDR-Politik war sowohl antisemitisch als auch antiisraelisch. Wenn Linke-Gysi und Co. sie verteidigen, dürfen sie sich nicht wundern, dass Demokraten, die zudem als Quasi-Nazis abgestempelt werden, „Nein Danke!“ sagen.

Tagesspiegel

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One Response to Die DDR war antisemitisch

  1. Benjamin sagt:

    tut mir leid aber das stimmt so einfach nicht. in der ddr wurde keine jüden enteignet. es gibt einiges an der politik der ddr ggü. dem israelischen staat und den juden in deutschland zu kritisieren. aber dieser vorwurf ist einfach nur falsch!
    hier ein interessantes interview in der angelegenheit:
    http://www.juedische-allgemeine.de/epaper/pdf.php?pdf=../imperia/md/content/ausgabe/2008/ausgabe44/02.pdf

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