Zweifel an der Lichtgestalt Mohammed

Auf 1500 Seiten begründet der renommierte Islamforscher Tilman Nagel, warum Mohammed nicht zur Idealisierung taugt

Mohammed und die Frauen. Nagel kommt auf diesem Feld zu einem nüchternen Ergebnis. „Die Unterwerfung der Frauen“ sei „in Mohammeds Denken ein wesentliches Merkmal der von ihm verkündeten Glaubenspraxis“. Ausführlich zitiert er dazu die Ansprache des Propheten während dessen letzter Wallfahrt nach Mekka. Den Muslimen gilt sie als Vermächtnis, seine Äußerungen lassen kaum Interpretationsspielraum. „Die Frauen sind bei euch wie Kriegsgefangene, die über nichts aus eigener Macht verfügen

Auch Mohammeds Rolle als Kriegsherr untersucht Nagel. Besonders der brutale Umgang mit jüdischen Stämmen in Medina lässt ihn die moralische Überlegenheit des Propheten anzweifeln. Der bricht mit Regeln, die damals das Zusammenleben erleichterten. „Mohammed, angetrieben von seinem Alter ego Allah, nimmt sich das Recht, sie beiseitezufegen. Die widerwärtigen Meuchelmorde, die er in Auftrag gibt, künden hiervon.“ Bei allem Verständnis für Empörung, so klingt nicht die Sprache eines Wissenschaftlers. Meist gelingt es Nagel aber, Distanz zu seinem Forschungsobjekt zu halten.

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