Hinrichtung mitten in München

Gülsen Celebi hegt daran ihre Zweifel. Die 35-jährige Rechtsanwältin aus Düsseldorf vertritt seit Jahren in erster Linie muslimische Frauen. Sie hat täglich mit ähnlichen Fällen gewalttätiger muslimischer Männern zu tun. „Ich glaube nicht, dass die Tat aus verschmähter Liebe geschah“, sagt sie SPIEGEL ONLINE. „In diesem Kulturkreis ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Frau, die von ihrem Mann getrennt ist, innerhalb der Familie weiterverheiratet wird.“ Es gehe in solchen Fällen darum, die geschiedene Frau möglichst schnell wieder „unter die Haube“ zu bekommen, damit sie der Familie keine Schande bereite. „Menschen mit dieser Einstellung vertreten die Meinung: Diese Frau ist und bleibt unser Eigentum – erst recht, wenn es ein Kind gibt“, sagt Celebi.

Die Anwältin hält es daher für durchaus möglich, dass der Onkel nicht nur aus Zuneigung um Emine S. warb, sondern den Familienbund zusammenhalten wollte. „Deutsche Männer sind ihren Frauen gegenüber im gleichen Maß gewalttätig wie muslimische Männer“, sagt sie. „Eine deutsche Frau jedoch muss in der Regel nur den Ehemann fürchten – eine Türkin dagegen muss die ganze Familie fürchten, wenn sie in patriarchalischen Verhältnissen aufgewachsen ist.“
Spiegel

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