Leidenschaftliche Botschafterin für mehr Integration

Seyran Ates, Tochter von Migranten türkisch-kurdischer Herkunft, kämpft an vorderster Front gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde, für Frauenrechte und Integration. Vor über dreißig Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Eloquent, geradeaus und furchtlos spricht sie die Themen an, die ihr am Herzen liegen. Vor allem die mangelnde Integration der Ausländer in Deutschland stellt sie an den Pranger. Was sie sagt, ist von wohlkalkulierter Durchschlagskraft. Ates kennt die Wirkung ihrer Formulierungen. Und aus eigener Erfahrung weiß sie, dass viel zu lange geschwiegen wurde. „Menschen sollen miteinander reden, schönreden hilft nicht weiter“, sagt sie. „Multikulti“, verkündet die Anwältin im Laufe des Abends immer wieder, „Multikulti ist organisierte Verantwortungslosigkeit“. Ihrer Meinung nach geht die vermeintlich aufgeklärte Toleranz für kulturelle und religiöse Sonderwege meist zu Lasten der Schwächsten: Frauen und Mädchen.

In ihrem Buch führt sie aus, wie eine verfehlte Integrationspolitik und eine als Toleranz verkleidete Gleichgültigkeit zu Parallelgesellschaften, Ghettoisierung und Gewalt geführt haben. Sie erläutert, wie es gelingen kann, die Migranten langfristig in die Gesellschaft einzubinden. „Wer in Deutschland lebt, muss sich an die Werte unserer Gesellschaft halten, nur so kann Deutschland ein Einwanderungsland im besten Sinne werden.“ Sie wirbt für ein Einwanderungsgesetz, und tritt dabei den politischen Parteien sämtlicher Couleur kräftig vors Schienbein. Seyran Ates bemängelte vor allem, dass sich die SPD und die Grünen in der „Süssmuth- Kommission“ nicht durchsetzen konnten. „Was ist daraus geworden? Ein Zuwanderungsgesetz oder anders gesagt, eine Heiratsvermittlungsagentur, denn Einwanderung ist in dieses Land nur durch Heirat möglich.“ Ates kritisiert aber auch ihre Landsleute. „Sie igeln sich in ihren Parallelwelten ein und lehnen die deutsche Gesellschaft ab, besonders die Vertreter der konservativen muslimischen Verbände kümmern sich nicht um eine erfolgreiche Integration der Zuwanderer.“
Quelle

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