Indonesien: Zuweilen folgt dem Coming out die Vergewaltigung

Dezember 14, 2007

In Indonesien wächst der Einfluss fundamentalistischer islamischer Strömungen. Trotzdem treten Schwule, Lesben und Transgender immer selbstbewusster auf. Ein Gespräch mit den indonesischen Aktivistinnen Kamilia Manaf und Imelda Taurina Mandala über Homophobie und Islam, Rollbacks und Hoffnungsschimmer.

Kamilia Manaf ist die Gründerin der indonesischen Nichtregierungsorganisation Institut Pelangi Perempuan (Frauen-Regenbogen-Institut), die speziell jungen lesbischen Frauen als Anlaufstelle dient. Imelda Taurina Mandala arbeitet seit sechs Jahren bei dem international renommierten Q-Filmfestival in Jakarta mit, das jährlich zahlreiche Filme über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) zeigt. interview: florian krauß
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Saudi-Arabiens Schulbücher Den Erstklässlern droht das Höllenfeuer

Dezember 13, 2007

Um so mehr plädieren die neuen saudischen Lehrbücher, die nach wie vor den geschichtlich eigentlich schon überholten säkularen Panarabismus als Feind markieren, für eine globale islamische Solidarität und für die Abwehr des westlichen, heute vor allem kulturellen Imperialismus. Gegen diesen will das Königreich Saud die Muslime überall auf der Welt stärken und zur Schaffung, so wörtlich, besserer islamischer Gesellschaften beitragen – mit Hilfe der Scharia, des islamischen Religionsgesetzes. Das sollte man gerade auch im Westen ernst nehmen.

Die Schüler wurden also nach wie vor im missionarischen Geist erzogen: Der Islam soll verbreitet werden, wenn nötig, durch den Heiligen Krieg. 2006 wurde zudem die Ansicht vertreten, dass sich die Muslime gegen die Kreuzzüge, die noch immer andauerten, zur Wehr setzen müssten. Gewalt gegen Juden wurde weiter verherrlicht, der Inhalt der antisemitischen „Protokolle der Weisen von Zion“ galt als wahr. …..
FAZ


13 Jahre Haft für das Herumzeigen eines Fotos

Dezember 13, 2007

In Saudi-Arabien ist ein Mann zu 13 Jahren Haft und 1160 Peitschenhieben verurteilt worden, weil er das Foto einer Frau herumzeigte. Das hätte einen Skandal provoziert, warf ihm die Frau vor – und zeigte ihn an.

Riad – Wie die Frau auf dem Foto bekleidet war, ist nicht bekannt. Die Zeitung „Okaz“ berichtete lediglich, die Frau aus der Provinz Kasim habe sich im vergangenen Sommer an die Polizei gewandt, weil der Mann durch das Herumreichen des acht Jahre alten Fotos, auf dem sie zu sehen sei, „einen Skandal“ verursacht habe.

Allerdings gelten die Bewohner von Kasim, das nördlich der Hauptstadt Riad liegt, als besonders sittenstreng und puritanisch. In der Öffentlichkeit müssen Frauen in Saudi-Arabien ein bodenlanges weites schwarzes Gewand („Abbaja“) mit einem passenden Kopftuch tragen. Viele Frauen tragen zudem noch einen Gesichtsschleier.

Nach dem „Okaz“-Bericht hatte das Gericht den Mann zunächst zu zehn Jahren Haft und 400 Hieben verurteilt. Nachdem er das Urteil angefochten hatte, wurde die Strafe erhöht. Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung, auch gegen das neue Urteil sei eine Berufung möglich.

Wer in Saudi-Arabien nach islamischem Recht zu einer großen Zahl von Peitschenhieben verurteilt wird, bekommt diese nicht auf einmal verabreicht, sondern über einen längeren Zeitraum.
Spiegel


abermals: Seyran Ates: Der Multikulti-Irrtum, Auszüge aus Ihrem Buch

Dezember 13, 2007

Zwangsheiraten:

„In der Regel wagen die Töchter ohnehin nicht, gegen den Vater das Wort zu erheben (…) Nach einer Überlieferung des Propheten soll das Schweigen als Zustimmung gewertet werden. Auch soll Mohammed gesagt haben, dass Lachen oder Weinen als Zustimmung zu werten sei. (…) Das Alter der Zwangsverheirateten liegt meist zwischen 12 und 18 Jahren. Es kommt sehr oft vor, dass in der Türkei das Alter von Töchtern per Gerichtsbeschluß nachträglich hochgesetzt wird, damit eine Heirat möglich ist.“ (S.53) „Import- oder verkaufte Bräute sollen Geld in die Heimat schicken.“ (S.59) „Die Drohung, dass eine Frau bei Fehlverhalten mit dem Tod bestraft werden könnte, wird in türkischen und kurdischen Familien oft ausgesprochen.“ (S.103)

Zu den Multikultis und 68ern:

„Sie sind am Entstehen der Parallelgesellschaften mitschuldig (…) Ich meine die Sorte von Linken und Liberalen, die der Meinung zu sein scheinen, dass sie das Gutsein für sich gepachtet haben. Es sind die so genannten Multikultis. Ich gehe sogar so weit, einige von ihnen als Multikulti- Fanatiker zu beizeichnen, wie sie von ihrer Idee einer Multikulti- Gesellschaft regelrecht besessen sind. Sie vertreten sie mit missionarischem Eifer, sind blind gegenüber der Realität.“ (S.14) „Die eigene Herkunftskultur, sprich die deutsche Kultur, wird abgewertet, die Kultur der anderen wird verherrlicht.“ (S.15) „Da der echte Multikulti im Grunde ein Staatsgegner, manchmal gar ein Staatsfeind ist, kann er auch nur schwer oder gar nicht davon überzeugt werden, dass der Sozialstaat die bisherige Form einer vermeintlichen Integrationspolitik nicht mehr tragen kann.“ (S.15) „Viele Linke wollen aber nicht an ihrem Weltbild von den guten Ausländern und den bösen Deutschen rütteln lassen.“ (S. 62)

„Wenn also die Mehrheit der Akademiker aus den “Problembezirken” wegzieht, um ihre Kinder nicht der Multikulti-Idee zu opfern, dann ist doch etwas faul im System“ (S. 229)

Zur Religion:

„Jeder soll nach seiner Fasson und mit seiner Religion glücklich werden- diese Forderung ist in Zeiten des politischen Islam verantwortungslos.“ (S.210) „Der Islam muß sich seiner politischen Dimension entledigen. Um sich in Europa Anerkennung zu verschaffen, muß er sich auf die spirituelle Dimension beschränken und den Anspruch aufgeben, die einzig wahre Religion und als solche ebenso Staatsreligion wie Gesetzesgrundlage zu sein. Ich vertrete daher die Ansicht, dass Muslime, die sich eine islamische Gesellschaftsordnung wünschen, wenn auch “nur” als Parallelgesellschaft, Deutschland bzw. Europa besser verlassen und in ein islamisches Land ziehen sollten.“ (S.214)

„… dass die Glaubensgemeinschaft der Muslime sich von Geboten, Verboten und Strafe, die im 7. Jahrhundert vielleicht ihre Existenzberechtigung hatten, nun aber überholt und menschenverachtend sind, verabschieden muß. (S.216) „Die Sozialordnung des Islam ist gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau gerichtet.“ (S.204) „Ich sehe da sektenähnliche Strukturen….“ (S.205) „Was wir brauchen ist ein islamischer Luther.“ (S.217)
und noch einiges mehr – geklaut von PI


Wien: Gewalt gegen Kunstwerk

Dezember 13, 2007

„Gewalt gegen Kunstwerke ist letztlich Gewalt gegen Ideen, Gewalt gegen Ideen, die anders sind. Das ist völlig inakzeptabel, weil das mit einer Beschränkung der freien Meinungsäußerung zu tun hat“, so Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle.

Künstlerisch seien zwei wesentliche Aspekte zu beachten, so Matt: „Wie schaut es aus im Westen, mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau, wo der Körper der Frau einer exzessiven Vermarktung unterliegt? Und wie schaut es aus im Orient, wo Frauen zum Teil aus dem öffentlichen Leben verbannt sind und über ihren Körper nicht alleine verfügen können? Das sind wichtige Fragen an der Schnittstelle zwischen den Kulturen.“
……
ORF


Marokko: Gefängnisstrafe für 6 Schwule

Dezember 13, 2007

Ksar el-Kbir (queer.de) – In Marokko sind sechs Männer im Alter von 20 bis 61 Jahren wegen Homosexualität zu Gefängnisstrafen ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht in Ksar el-Kbir (120 Kilometer südlich von Tangier) befand die Männer schuldig, „unnatürliche Taten mit einem Menschen des gleichen Geschlechts“ durchgeführt zu haben. Drei der Angeklagten erhielten eine Strafe von sechs Monaten, zwei Männer gehen vier Monate lang hinter Gittern. Ein sechster Angeklagter erhielt zehn Monate, weil er auch noch für Alkoholverkauf ohne Lizenz verurteilt wurde.

Die „Tat“ soll am 18. November bei einer privaten Feier begangen worden sein. Nachdem ein Video der Party im Internet auftauchte, verhaftete die Polizei eine Woche später die Männer. Das Video zeigte keine sexuellen Aktivitäten. Marokkanischen Presseberichten zufolge soll es sich bei dem Fest um eine „schwule Eheschließung“ gehandelt haben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte die Verurteilungen scharf. Marokko breche damit die die eigene Verfassung, in der das Land die unveräußerlichen Menschenrechte anerkennt.

Nach Paragraf 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches kann ausgelebte Homosexualität mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Im Jahr 2004 sorgte der Fall eines Briten für internationale Proteste, der wegen einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs mit einem Einheimischen zu einem Jahr Haft verurteilt worden war (queer.de berichtete


Muhabbet weiß, was er sagt

Dezember 13, 2007

Frankfurt am Main ist die multikulturellste Stadt Deutschlands. Vierzig Prozent ihrer Einwohner und sogar siebzig Prozent der Neugeborenen im vergangenen Jahr haben einen Migrationshintergrund. Die liberale Tradition meiner Heimatstadt will ich mir von Anhängern totalitärer Ideologien nicht kaputtmachen lassen – und mag weder den Anblick rechter Skins in Springerstiefeln wortlos hinnehmen noch den von Frauen, die im Stoffkäfig durch die Stadt geführt werden.

Muhabbet den brutalen Mord am niederländischen Filmemacher Theo van Gogh gebilligt hat. Ich rege mich auf. Ich werde die Bilder dieser hinterhältigen Schlachtung einfach nicht los. Theo van Gogh wurde am helllichten Tag auf offener Straße massakriert. Er radelte ahnungslos in sein Büro, als der Täter aus nächster Nähe auf ihn schoss, ihm dann mit einer Machete die Kehle durchschnitt und ihm am Ende mit einem Filetiermesser einen Brief in die Brust rammte: eine Kriegserklärung an den Westen, den Geist der Aufklärung, an uns alle.

Ich nehme diese Kriegserklärung ernst. Ich rege mich auf über notorische Verharmloser, für die nicht wahr ist, was nicht wahr sein soll. Auch mir fällt es schwer einzugestehen, wie viel Intoleranz und welches Gewaltpotential sich aus vermeintlicher Toleranz munter entwickeln konnte. Politiker aber müssen sich der Realität stellen, nicht sie verleugnen. Ich rege mich auf, wenn Frauen und Schwule von muslimischen Machos bedroht werden, wenn Kritiker des politisch-militanten Islams Polizeischutz brauchen und einem unterwürfigen Leisetreterdialog das Wort geredet wird.


Appeasement ist gefährliche Überheblichkeit. Weil es die Wut derer, auf die pädagogisch herablassend geschaut wird, nur steigert. Ängstliches Wegducken wird als Toleranz ausgegeben. Das ist nicht nur feige und unmoralisch, weil es unsolidarisch gegenüber mutigen Kritikern wie Ayaan Hirsi Ali ist, die die Errungenschaften der Aufklärung unter Lebensgefahr verteidigen – sondern auch dumm. Der radikale Islam nämlich bezieht seine Stärke aus unserer Schwäche.

Die Kriegserklärung der Islamfaschisten richtet sich gegen uns alle. Die Front in diesem Krieg verläuft zwischen den Gegnern der Aufklärung und ihren Verteidigern – nicht zwischen dem Islam und dem Westen. Das definiert die Grenze zwischen „ihnen“ und „uns“.
FAZ