Zum Urlaub in die Ehehölle

Sie fahren in den Sommerferien in die Türkei, in den Libanon, ins Kosovo – und kommen nie mehr zurück. Für viele junge Migrantinnen wird der Urlaub zur Reise in die Zwangsehe. Frauenorganisationen werden derzeit mit Hilferufen überhäuft.

Es funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip. Die Mädchen sind mit der Schule fertig, oder die Eltern sehen sie mit ihrem Freund – und plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Es wird eine Zwangsehe arrangiert.

„Ich bin in akuter Lebensgefahr!“

Özlem* ist eine von ihnen. Gerade sei man dabei, alle ihre Spuren zu verwischen, sagt Müller. Deshalb könne sie nur so viel verraten: Özlem ist 20, kommt aus Westdeutschland. Ihre Eltern wollten sie in der Türkei mit einem Mann verheiraten, den sie nicht kennt.

Ein Mann in Berlin, verheiratet mit einer Türkin, wollte eine zweite Frau aus der Heimat. „50.000 Euro zahlte er der Familie für die zweite Braut – der er natürlich nichts davon sagte, dass er in Deutschland schon eine Frau hatte.“ Das Paar habe bei einem Imam in der Türkei geheiratet, dann kam sie per Touristenvisum mit zu ihm nach Berlin. „In Deutschland sperrte er die zweite Frau in den Keller. Er schlug sie. Sie verlor ihr Baby.“

Genaue Zahlen über Zwangsheiraten gibt es nicht, nur Schätzungen. Jedes Jahr werden wahrscheinlich weit mehr als tausend Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer – und das Problem wird scheinbar größer. Bei „Terre des Femmes“ haben sich in den vergangenen zwei Jahren fast doppelt so viele Betroffene gemeldet wie in den Jahren davor.

Spiegel

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