Sunnitische Extremisten bauen am Islamischen Emirat Irak: ein Reich des Terrors, eine Welt ohne Lebensfreude

Vor einem halben Jahr, im Dezember 2006, haben sunnitische Extremisten hier das Islamische Emirat Irak ausgerufen. Mosul soll, so haben sie verkündet, seine Hauptstadt werden. Seither machen sie den Bürgern von Mosul das Leben zur Hölle. Selbstmordattentate werden verübt. Autobomben explodieren. Polizeioffiziere werden umgebracht wie auch Dolmetscher, Journalisten und Frauen, die kein Kopftuch tragen.

Ein sogenanntes Kriegsministerium erlässt Anordnungen und macht diese der Bevölkerung auf Flugblättern bekannt: Frauen sind verpflichtet, Schleier zu tragen. Ladenbesitzer müssen Schaufensterpuppen mit Kopftüchern bedecken (manchen Figuren wurden Plastiktüten über die Köpfe gestülpt). Öffentliche Bäder wurden geschlossen. Schließlich habe es, so die Begründung, zu Zeiten des Propheten Mohammed vor rund 1 400 Jahren auch keine solchen Anstalten gegeben. Dabei gehört der Hamam, das Dampfbad, doch zur arabisch-islamischen Kultur.
Mit einigen ihrer Weisungen wollen die Extremisten sogar vorgeben, wie man sich benehmen und was man essen soll: So sollen Restaurantbesitzer keine Salate mehr servieren, in denen Tomaten und Gurken vorkommen – weil islamistischer Interpretation im Arabischen die Tomate männlich, die Gurke aber weiblich sei. „Wir befolgen die Forderung“, sagt Khalaf Khalid, der Chef eines Lokals.“Sie drohen, dass sie sonst das Restaurant sprengen und uns töten.“

Besonders brutal setzen die Radikalen das Fotografier-Verbot durch. Es dürfen nur noch Passbilder für amtliche Dokumente gemacht werden, alles andere ist in ihren Augen „Haram“, verstößt gegen den Islam und ist schändlich: Weder Fotos noch Videofilme von Hochzeiten oder Kinder-Geburtstagen sind erlaubt, geschweige denn Fernseh-Aufnahmen oder Bilder vom aktuellen Geschehen.

der ganze Artikel in der Berliner Zeitung

Willkommen in der Steinzeit 

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