Gegen Faschismus und Islamismus

Grundloses Entschuldigen des Terrorismus

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In einem Artikel in der qatarischen Tageszeitung Al-Raya mit der Überschrift „Wie die Araber das Phänomen Terror erklären“ kritisiert Al-Ansari die Art und Weise, wie die arabische Welt das Phänomen des Terrorismus leugnet und ignoriert; er wies die politischen und sozio-ökonomischen Argumente zurück, mit denen der Terror gerechtfertigt wird:

„…Ich verstehe die Persönlichkeitsspaltung einiger Leute nicht; sie stellen den Terroristen im Irak als Märtyrer und Widerstandskämpfer dar… Wie können wird jemanden als Märtyrer bezeichnen, wenn er Schulen und Krankenhäuser in die Luft jagt, die Heiligkeit religiöser Orte nicht respektiert und – noch schlimmer – sich selbst in Restaurants und an Bushaltestellen voller Arbeiter sprengt?!
Warum hat die terroristische Gewalt zugenommen? Und warum hat sie eine Ebene von derartigem Wahnsinns und Barbarei erreicht? Warum schaffen wir es nicht damit umzugehen und ihn in den Griff zu bekommen? Warum nehmen die Terroroperationen zu, die sich gegen Unschuldige richten?
Aus meiner Sicht liegt die Antwort in unserer Unfähigkeit das Phänomen des Terrorismus zu erklären und es in strukturelle interne Ursachen und die Umwelt-Elemente aufzugliedern, die seine Existenz unterstützen. Diese Unfähigkeit entstammt den folgenden drei Hauptursachen, die im arabischen Raum als Erklärung des Terrorismus üblich sind:
Die erste ist der Diskurs der Leugnung; das heißt, dass man die Muslime von jeglichem Vorwurf der Ausübung von Terroroperationen frei spricht und statt dessen ihre Feinde beschuldigt werden – gewöhnlich der Mossad und der US-Geheimdienst. Ein ausgedehnter Sektor prominenter Kleriker, der intellektuellen Elite und der Massen sind immer noch überzeugt, dass der 11. September eine Geheimdienst-Operation des Mossad oder des US-Geheimdienstes war… Genauso leugnen viele, dass es Al-Zarqawi jemals gab und machen Israel und die USA für das verantwortlich, was im Irak vor sich geht.
Die zweite Ursache ist der Diskurs der Abwehrhaltung, wie er sich in den wiederholten Stellungnahmen manifestiert, dass der Terrorismus keine Religion, keine Heimat oder Nationalität habe, sondern ein vorüber gehender Virus sei, der der arabischen Welt fremd ist – oder dass der Islam keine Schuld am Terrorismus habe.
Die dritte Ursache ist der Diskurs der Rechtfertigung, der in den religiösen und Medienveröffentlichungen extrem üblich ist. Dieser Diskurs versucht den Terrorismus mit politischen Faktoren, internationalen Konflikten oder internen sozio-ökonomischen Faktoren zu verbinden – es wird gesagt, dass der Terrorismus das Ergebnis politischer Unterdrückung durch einige Regime ist, die die Freiheiten abwürgen und demokratie-feindlich sind oder dass Terrorismus eine Antwort auf amerikanische und westliche Ungerechtigkeiten ist, auf die Politik der Diskriminierung [von Muslimen], die blind Einseitigkeit pro Israel und die globale Verschwörung gegen die Muslime…
Dann gibt es diejenigen, die den Terrorismus mit Arbeitslosigkeit und Armut entschuldigen oder als Entschuldigung die Verbreitung der Korruption, sexuelle Freizügigkeit, sich für die Öffentlichkeit schmückende Frauen und dass Frauen politische Rechte gewinnen oder in hochrangige Positionen ernannt werden, was in den Augen derer [die Entschuldigungen für den Terrorismus finden] als pervers gilt.
All diese Entschuldigungen haben keine Grundlage. Erstens sind wir keine Nation, die unter Ungerechtigkeit leidet – immerhin leiden Nationen und Völker in Afrika, Amerika und Asien unter weit größeren Ungerechtigkeiten als wir.
Zweitens sind durch die gesamte muslimische Geschichte – von den Tagen der Gerechten Kalifen bis in unsere Zeit – die Ungerechtigkeiten, die Muslime gegen andere Muslime üben, größer als die Ungerechtigkeiten seitens der Feinde [der Muslime] gegen diese.
Drittens wurde im Verlauf der Geschichte niemals bewiesen, dass irgendeine Terroroperation jemals etwas wieder hergestellt hat, das weggenommen wurde oder dass er irgendein politisches Ziel erreichte. Was die Behauptung angeht, dass das Fehlen von Demokratie und Freiheiten Terrorismus verursacht, so ist es eine Tatsache, dass in irgendeine Veröffentlichung von Al-Qaida irgendwo Forderungen nach Demokratie einschließt – darüber hinaus hasst Al-Qaida die Demokratie und betrachtet sie als Ketzerei.
Was die Entschuldigung durch die Arbeitslosigkeit angeht, so wird dieser Behauptung durch die gute [finanzielle] Situation der Al-Qaida-Führer und –Mitglieder genauso widerlegt wie die anderer Terroristen, die Geldmengen, Munition, Waffen und sonstige Ausrüstung zur Genüge besitzen.
Genauso haben viele Menschen in der Vergangenheit und der Gegenwart unter schwierigen Situationen gelitten – aber sie haben ihre Söhne nicht gedrängt sich unter Unschuldigen in die Luft zu sprengen, wie wir das machen. Ich bin sicher, dass, wenn die amerikanische Besatzung morgen verschwinden würde, der Terror im Irak nicht aufhören würde – tatsächlich würde er noch gewalttätiger und barbarischer werden.
Was das palästinensische Problem angeht, so schließt keiner der Pläne und der Veröffentlichungen der Terrorgruppen irgendeine Forderung ein, die irgendwie mit Palästina in Verbindung steht. Und die Frauen, die ihre Häuser verlassen und sich geschmückt in der Öffentlichkeit zeigen – wie kann das in irgendeiner Weise erklären, dass der Terrorismus in Saudi-Arabien eingefallen ist?…
So lange wir nicht einen selbstkritischen Ansatz übernehmen, wird die Krankheit des Terrorismus bleiben und sogar noch schlimmer werden…“

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