Kleine Blogpause

Februar 15, 2010

Aus Zeitgründen, legt das Blog einige Tage Pause ein.


“Focus” über Moslems in Europa: “Die Vorhut ist da”

Februar 11, 2010

Wie weit reicht die Macht der muslimischen Prediger in westeuropäischen Ländern mittlerweile? Sind Scharia- und Staatsgesetze miteinander vereinbar? Das Wochenmagazin “Focus” nimmt derlei Fragen in seiner aktuellen Ausgabe unter die Lupe.

Am Beispiel Englands zeigt das Münchener Nachrichtenmagazin auf, wie weit der muslimische Glaube und das Recht der Scharia im westlichen Europa verbreitet sind. Homosexualität akzeptieren rund 58 Prozent der Engländer; unter den Moslems keiner. Ehebruch ist für 82 Prozent der Engländer tolerierbar, unter den Moslems fanden sich gerade einmal drei Prozent, die diese Ansicht vertreten. Laut Scharia steht auf Ehebruch die Todesstrafe.

“Allahs Vorhut in Europa” lautet die Überschrift zum Artikel, der feststellt: “Derweil prallen die Fronten des gegenseitigen Unverständnisses heftiger aufeinander denn je.”

Nur in England sind Scharia-Räte gestattet

Ein “Focus”-Reporter interviewte den Imam Scheich Suhaib Hasan von der Masjid al-Tawhid Moschee im Londonder Stadtteil Leyton. “Die Hälfte der Einwohner vertraut auf Jesus Christus, 23 Prozent verlassen sich lieber auf die Botschaft des Propheten”, so “Focus”. Der Imam leitet neben der Moschee auch den Islamischen Scharia-Rat, der nach dem islamischen Recht Muslime durchs Leben leitet. “Nirgendwo sonst in Europa sind derartige Räte offiziell gestattet, zu groß scheint die Gefahr, dass aus dem Rat ein Gericht wird und sich so eine Parallelwelt entwickeln könnte, in der Muslime nach anderen Gesetzen und Normen leben als Nichtmuslime. Allein auf der britischen Insel geht man das Desintegrationswagnis ein. 85 dieser Räte gibt es inzwischen.”

Hasan sei eine Autorität unter Londoner Muslimen. Der fast 70 Jahre alte Gelehrte wuchs in Pakistan auf, studierte an der Universität von Medina die Scharia. Er darf nach islamischem Recht Paare scheiden. Hasan fordert, dass Muslima außerhalb des Hauses ihren Körper bedecken müssen. Die Todesstrafe für Abtrünnige, wie sie die Scharia vorsieht, hält er für gerechtfertigt. Hasan, der 1976 nach Großbritannien einwanderte, betont, dass er kein Richter sei – und nennte sich während des Interviews dennoch selbst so. Das britische Recht erkenne er voll an, sagt er, er “vermittle” ja nur, wenn es um “Heirat, Scheidungen und Erbschaften” gehe.

Kritiker warnen vor Rechts-Enklaven

Umfragen ergaben, dass Mehrheiten in Ägypten, den Palästinensergebieten oder Jordanien am liebsten nur nach dem heiligen Gesetz leben würden. Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, sagte 2008, die Scharia könne mit dem britischen Rechtssystem koexistieren. Kritiker befürchten indes, dass die Formel “Ein Gesetz für alle” durch Scharia-Räte ihre Geltung verliere.

Der deutsche Islamforscher Bassam Tibi etwa, ein Vorreiter für die Idee eines friedlichen Euro-Islam, kann laut “Focus” nicht verstehen, dass Europas Demokratien überhaupt erwägen, solche Institutionen zuzulassen. Muslime in Europa dürften seiner Meinung nach nicht nach dem islamischen Recht leben: “Dann gibt es keine Integration.” Jahr für Jahr strömten mehr Muslime aus dem Nahen Osten, Afrika, Asien oder vom Balkan in die EU, so der Islam-Experte. “Lebten 1950 nur rund 800.000 in Westeuropa, sind es heute schon schätzungsweise bis zu 23 Millionen. (…) Wenn die Muslime sagen: Ich bin Europäer, und meine Religion ist der Islam, stellt das kein Problem dar, aber wenn sie nicht zu integrieren sind, dann wäre das das Ende Europas.” Tibi verlangte bereits 1992 einen “europäisierten” Islam.

Die Zahl der Muslime, die Scharia-affin sind, werde unterschätzt, so der “Focus”. Eine britische YouGov-Studie unter muslimischen Studenten ergab 2008: 40 Prozent stimmten für die Einführung der Scharia. Und das Berliner Innenministerium ermittelte 2007, dass für 47 Prozent der Muslime das Befolgen der Glaubensgebote wichtiger sei als die Demokratie. In Österreich fand die GfK Austria heraus, dass die Hälfte der dortigen Türken gern nach der Scharia leben würde.

Das Islamische Zentrum in München verkündet etwa auf seiner Webseite: “Die Scharia ist das umfassende Gesetz der Muslime.” Eine muslimische Frau dürfe keinen Angehörigen einer anderen Religion heiraten, heißt es da. Die Autoren fügen hinzu: “Mädchen und auch Jungen dürften ab der Pubertät nicht am gemischten Sportunterricht teilnehmen. Außerehelicher Sex? Verboten.”

Die gebürtige Algerierin Rayhana, Theaterregisseurin in Frankreich, führt derzeit in Paris ein Stück auf, in dem Frauen auch über die Unterdrückung im Islam sprechen. Zwei Männer überschütteten sie vergangene Woche auf offener Straße mit Benzin, beschimpften sie als “Ungläubige” und versuchten, sie anzuzünden. Das Attentat misslang.

“Focus” sprach auch mit All Osman, der die Abu-Bakr-Moschee in Köln-Zollstock besuchte. Dort lernte er, dass die Scharia “nicht nur regelt, wie man zu beten hat, sondern alles: wie ich mit meinem sozialen Umfeld umzugehen habe, wie ich Handel treibe, wie das Strafrecht funktioniert. Nur war man sich in der Moschee auch bewusst, dass man noch nicht alles hier umsetzen kann.”

In Deutschland predigen etwa 2000 Imame. Bei einem Freitagsgebet erreichen sie etwa 500.000 Gläubige, dabei kommen noch immer die meisten aus der Türkei. Zu Beginn des Jahres 2009 war Österreich geschockt, als eine Dissertation über muslimische Religionspädagogen enthüllte: 18,2 Prozent halten die Todesstrafe beim Abfall vom Islam für gerechtfertigt, 22 Prozent Demokratie und Islam für unvereinbar, und 28 Prozent sehen sogar einen Widerspruch darin, Muslim und Europäer zu sein.

Quelle


Volksverhetzung auf der Domplatte – Linke übernehmen Nazikarikatur

Februar 10, 2010

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber der Kölner Klagemauer, Walter Hermann, wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Herrmann hat zur Illustration seiner Kritik an der Politik Israels unter anderem eine Karikatur aufgehängt, die einen Juden zeigt, der mit Messer und Gabel ein palästinensiches Kind zerstückelt. “Eine solche Karikatur hat es vor dem Kölner Dom seit dem “Dritten Reich” nicht mehr gegeben”, sagt Gerd Buurmann, der Herrmann angezeigt hat. “Israel kann und soll kritisiert werden. Aber die Kritik findet dort ihre Grenzen, wo sie sich der Symbole der Nazis und Antisemiten bedient.” Die Karikatur vom kinderfressenden Juden sei genau das Bild, das genutzt wurde, “um den Völkermord an Juden zu ermöglichen”. Buurmann kritisiert auch Politik und Kölner Öffentlichkeit: “Arsch hoch” und “Zähne auseinander” gelte offensichtlich nicht für Juden.

AchGut


Vorauseilende Vorsicht

Februar 10, 2010

Seit einiger Zeit wird in den Feuilletons heftig über das Thema Islamkritik gestritten. Einer der klügsten Beiträge, die wir dazu gelesen haben, stammt von Monika Maron. Die Schriftstellerin, die 1988 die DDR verließ, macht darin auf Parallelen aufmerksam zwischen den Mahnungen westlicher Intellektueller, Islamkritik nicht zu übertreiben, und der früheren Haltung der gleichen Kreise zur Kritik am Kommunismus.

Man lehnte die Unterdrückung in der DDR und der Sowjetunion zwar ab, doch betonte stets, dass es, bei aller Kritik, auch im Westen reichlich Ungerechtigkeit gebe. Die westliche Demokratie sei keinesfalls besser, sondern nur ein anderes unzulängliches System, das von Grund auf verändert werden müsse. Und schließlich gebe es im Sozialismus ja viele Errungenschaften, die man anerkennen müsse. Wer Freiheit für die Menschen in Osteuropa forderte, ohne zuvor ein antikapitalistisches Glaubensbekenntnis abzugeben, wurde als Kalter Krieger beschimpft. Maron sieht darin den Versuch, “die Deutungshoheit in einem Konflikt, an dem man mittelbar beteiligt war, an sich zu reißen und an den eigenen Interessen auszurichten”.

Aber war da nicht noch ein zweites, weniger intellektuelles, sondern sehr menschliches Motiv im Spiel, zumindest unbewusst: Angst? Auch damals gab es Diktaturen, die man unverhohlen und ohne Relativierungen verdammen durfte. Wer sich über die Militärregimes in Argentinien oder Chile empörte, konnte dies klar und deutlich tun, ohne gleichzeitig irgendwelche Errungenschaften zu loben oder auf die Mängel westlicher Demokratien hinzuweisen. Diese Unterdrückerstaaten waren weit weg, und es war ziemlich unwahrscheinlich, dass chilenische oder argentinische Panzer eines Tages nach Westeuropa rollen. Beim Ostblock sah das anders aus. Eine militärische Supermacht stand nur wenige Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt. Es war im Bereich des Möglichen, dass man eines Tages selbst in den Machtbereich der Unfreiheit gerät.

Heute darf man ohne Umschweife den Psychoterror der Scientology-Sekte, die verklemmte Sexualmoral der katholischen Kirche, das Kastensystem der Hindus oder die rigide Frömmigkeit ultraorthodoxer Juden anklagen. Es kostet nichts, und man gilt dadurch als Anwalt der Freiheit. Anders beim Islam. Da wird jedes kritische Wort sofort mit einem Aufruf zur Mäßigung abgeschmettert. Schließlich solle sich der Westen doch mal an die eigene Nase fassen, siehe Kreuzzüge und Kolonialismus. Deutsche Schöngeister ermahnen muslimische Frauen, die mit ihrer Religion streng ins Gericht gehen, es doch bitte nicht zu übertreiben und keinesfalls so kompromisslos zu sein. Könnte es sein, dass auch diese Haltung von einem diffusen Angstgefühl befördert wird? Der Angst vor einer Zukunft, in der die Grenzen der Religionskritik nicht mehr vom deutschen Feuilleton gezogen werden?
Achse des Guten


Geert Wilders, ein liberaler Held

Februar 7, 2010

Der niederländische Parlamentsabgeordnete Geert Wilders polarisiert mit seiner Islamkritik weit über die Grenzen des Landes hinaus. Jetzt muss sich der glänzende Provokateur in Amsterdam vor Gericht verantworten. Aber ein moralisches Urteil fällt schwerer, als viele Kritiker zu glauben meinen.

Was ist eigentlich in den Niederlanden los? Noch vor zehn Jahren war das Land eines der tolerantesten in Europa. Es schien modellhaft zu zeigen, wie verschiedene Religionen und Rassen, Werte und Lebensentwürfe friedlich nebeneinander existieren können. Heute kommen aus den Niederlanden die schrillsten Töne in der Auseinandersetzung mit dem Islam, und dort findet man auch einige der radikalsten Verteidiger der liberalen Gesellschaft westlicher Prägung. Der populärste unter ihnen ist der Islamkritiker Geert Wilders, dessen Ein-Mann-Bewegung „Partei für die Freiheit“ bei der Europawahl zur zweitstärksten Kraft des Landes wurde und in jüngeren Umfragen sogar auf dem ersten Platz landete. Seit Kurzem steht der 46-jährige Parlamentsabgeordnete in Amsterdam wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor Gericht, heute wird der Prozess fortgesetzt.

Der dramatische Wandel der politischen Landschaft in den Niederlanden hat eine innere Logik. Gerade weil der Staat zu lange zu tolerant war gegenüber Einwanderern, die viele Werte ihres Gastlandes ablehnten, weil er nichts unternahm gegen die Gettos und die wachsende Kriminalität muslimischer Jugendbanden oder gegen die laut Geheimdienst auf 50000 angewachsene Zahl von gewaltbereiten Muslimen – deshalb erhielten islamkritische Politiker wie der 2002 ermordete Pim Fortuyn großen Zulauf. Er war der Erste, der die niederländische Konsenspolitik beendet sehen wollte und die Probleme klar benannte. Die grausame Hinrichtung des Filmemachers Theo van Gogh durch einen in den Niederlanden geborenen Sohn marokkanischer Einwanderer stürzte das Land 2004 in eine Identitätskrise, die bis heute andauert.

Der kultivierte “Rechtspopulist”

In Deutschland erhielt Fortuyn schnell das Etikett „Rechtspopulist“, dabei handelte es sich bei dem kultivierten Hochschullehrer und bekennenden Homosexuellen eher um einen radikalen Liberalen. Seine Agenda war die Verteidigung des aufgeklärten Rechtsstaates gegen den wachsenden Einfluss eines vormodernen Islam. Berühmt wurde seine Replik auf die Vorhaltung, er sei ausländerfeindlich, besonders gegenüber Türken und Marokkanern: „Ich habe nichts gegen Marokkaner. Ich schlafe mit ihnen.“ Diese Leichtigkeit war Meilen entfernt von den Bierzelt-Poltereien eines Jörg Haider oder Jean-Marie Le Pen. Fortuyn kritisierte, dass Imame zur Gewalt gegen „minderwertige“ Schwule aufrufen konnten, ohne dass sie dafür juristisch belangt wurden.

Es ist nicht ohne Ironie, dass mit Geert Wilders nun ein Kritiker dieser Zustände vor Gericht landet. Er spielt deutlicher als Fortuyn auf der Klaviatur des Populismus, aber auch er steht nicht am rechten Rand des politischen Spektrums. Er klagt nicht über Verfallserscheinungen der liberalen Gesellschaft, sondern kämpft für die Rechte von Frauen und Homosexuellen. Als Atheist steht er weniger für ein christliches Weltbild als für die Tradition der Religionskritik. Und ausländerfeindlich kann man den mit einer Ungarin verheirateten Limburger kaum nennen, denn er erhält großen Zuspruch von den in den Niederlanden lebenden Hindus, die sich von muslimischen Einwanderern bedroht fühlen. Im Unterschied zu Rechtspopulisten in Frankreich, Italien oder Österreich relativiert Wilders auch nicht die Verbrechen des Nationalsozialismus oder flirtet mit dem Antisemitismus – mehr noch: Er verteidigt Israel als liberales Gegenmodell zu den autoritären Staaten des Nahen Ostens.

Provokation hat ihren Preis

Wilders ist ein glänzender Provokateur, auch wenn er mit einigen seiner Forderungen wie zuletzt der nach einer Kopftuchsteuer den Bogen überspannt. Aber auch jenseits seiner Anhängerschaft hat er sich Sympathien erworben durch die Unerschrockenheit, mit der er den Drohungen radikaler Muslime trotzt. Dass er nicht der Einzige in den Niederlanden ist, der Personenschutz benötigt, dass die aus Somalia stammende Parlamentsabgeordnete Ayaan Hirsi Ali untertauchen musste und islamkritische Professoren wie der Iraner Afshin Ellian Sicherheitspersonal brauchen – darin liegt der eigentliche Skandal.

Vor dem Gericht in Amsterdam werden nicht nur Geert Wilders’ Äußerungen verhandelt: Es geht um Europas Verhältnis zum Islam und zu seinen eigenen freiheitlich-liberalen Traditionen.

Welt


Berlin: Sozen und Kommunisten verweigern Jüdischem Filmfest Unterstützung

Februar 7, 2010

Das renommierte Jewish Film Festival Berlin steht vor dem Aus. Vor kurzem noch “eine Perle” des Berliner Kulturbetriebs, droht es jetzt weggespart zu werden. Bürgermeister Klaus Wowereit hat das Festival zwar eifrig gelobt – Einsatz für sein Überleben zeigt er allerdings nicht….
Spiegel


“Ehrenmord” in der Türkei Lebendig begraben

Februar 7, 2010

Medine M. musste sterben, weil sie mit Männern sprach. Die 16-Jährige wurde lebendig und bei vollem Bewusstsein in einem Erdloch vergraben. Menschenrechtler sprechen von einem “schaurigen Ehrenmord” und beklagen, dass die Verschärfung der türkischen Strafgesetze nicht umgesetzt wird.

Vor allem in den wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten Anatoliens ist die Unterdrückung von Frauen weit verbreitet. Frauen gelten nicht als gleichberechtigt, Verbrechen im Namen der Ehre sind verbreitet – und weithin akzeptiert. Auch wenn die türkische Regierung in den vergangenen Jahren die Strafgesetze verschärft hat.

Selbstmord wider Willen – aber aus Liebe

Eine Uno-Studie aus dem Jahr 1996 belegt, dass damals 58 Prozent der anatolischen Frauen Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gemacht hatten. Entweder wurden sie von ihrem Mann oder anderen Angehörigen verprügelt.

Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt, dass die Zahl sogenannter Ehrenmorde in der Türkei zwischen 2003 und 2007 sogar gestiegen ist. Demnach standen knapp 160 solcher Morde im Jahr 2003 231 Taten im Jahr 2007 gegenüber. Nach Regierungsangaben aus dem Jahr 2007 wurde damals durchschnittlich jeden Tag eine Frau oder ein Mädchen wegen einer “Ehrverletzung” ermordet oder zum Selbstmord gezwungen – oder aber ein Mord als Selbstmord inszeniert…

Spiegel


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