Thomas Tartsch: Da’wa und Jihad – Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus

Bedrohung der inneren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland? Eine vertiefende Analyse unter Einbeziehung aktueller und empirischer Daten

Warum es keinen Islamismus gibt, sondern der Islam genuin politisch ist und Gewalt legitimiert – endlich eine brillante Studie auf wissenschaftlichem Niveau!

Der Jihad und der auch der islamische Fundamentalismus streben beide die Errichtung des Gottesstaates an. Deswegen folgt der Autor gemäß dem Orientalisten Hans-Peter Raddatz einer Unterscheidung in drei Stufen: Dem Kampf des Herzens, der Zunge und der Hand. Sind die Muslime in einem Land die Minderheit, betreiben sie den Jihad des Herzens, der sich vor allem nach innen richtet und die Indoktrination der Gläubigen beinhaltet. Erreicht der muslimische Anteil einer Bevölkerung durch wachsende Quantität gesellschaftlichen Einfluss, gilt der Jihad der Zunge. Dabei beginnen die Muslime vom Staat Rechte einzufordern, die sie in eine vorteilhafte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position bringen. Ist diese erreicht, beginnt die letzte Phase, der Jihad der Hand. Dies bedeutet die unmittelbare Machtergreifung unter gewaltsamer Ausschaltung politischer Gegner.

Was wie eine lächerliche Verschwörungstheorie klingt, kann Tartsch sowohl an den religiösen Schriftquellen verdeutlichen, als auch an der Geschichte der Verbreitung des Islams beweisen. Für Deutschland stellt er konkret fest, dass der Jihad sich durch geplante und durchgeführte Anschläge in der dritten Phase befindet, während der islamische Fundamentalismus in der zweiten Phase, der der Zunge, aktiv ist. Genauere Beweisführungen dafür liefert der Autor auch im zweiten Teil des Buches.

These und Gegenthese

Ausgerüstet mit dieser Dichotomie von islamischen Fundamentalismus und Jihadismus kann Tartsch seine These formulieren: Beide stellen für ihn langfristig gesehen eine Bedrohung der Gesellschafts- und Werteordnung für Deutschland dar. Sie sind „in ihrer Gesamtheit als eine sich religiös legitimierende, in Wahrheit aber moderne politisch totalitaristische, Ideologie einzustufen.“ Daraus folgt, wie vor allem an der frühen Expansionsgeschichte des Islams gezeigt werden kann, dass der Islamismus im Sinne einer politisierten Religion nicht existiert. Stattdessen sind gesellschaftliche und politische Geltungsansprüche der Religion Islam von Anfang an immanent. Da aber nicht alle Muslime dies voll praktizieren bzw. dieser Auslegung folgen, können islamischer Fundamentalismus und Jihadismus als ideologisierte Weiterentwicklungen betrachtet werden, die sich aus der angeblichen Unterdrückung durch den Westen speisen.

Das gescheiterte „Multikulti-Ideal“ konnte und wollte also niemals Integration fördern, da die kulturellen (und somit auch religiösen) Normen der Migranten nicht kritisiert werden dürfen, wie überkommen sie auch sein mögen. Tartsch sieht darin „Apartheid“ und stellt sich in eine ganze Reihe von prominenten Autoren. So nennt es Pascal Bruckner den „Rassismus der Anti-Rassisten“, Günther Lachmann spricht von „tödlicher Toleranz“ und allgemein bezeichnet man dieses Phänomen als Kulturrelativismus.

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