Warum stelle ich Israel und seine unmittelbare Nachbarschaft beiseite?
Weil Israel und die mit ihm verbundenen Probleme – trotz allem, was Sie in den Medien weltweit hören und lesen mögen ‑ nicht der Kernpunkt in den Umwälzungen der Region ist und dies auch nie war. Ja, es gibt einen hundertjährigen israelisch‑arabischen Konflikt, aber nicht da, wo die Haupt‑Brennpunkte sind.
- Die Millionen, die im Iran‑Irak‑Krieg starben, hatten nichts mit Israel zu tun.
- Der Massenmord, der eben jetzt im Sudan geschieht, wo das arabisch‑muslimische Regime seine schwarzen christlichen Bürger massakriert, hat nichts mit Israel zu tun.
- Die häufigen Berichte aus Algerien über die Ermordung Hunderter von Zivilisten in dem oder jenem Dorf durch andere Algerier haben nichts mit Israel zu tun.
- Saddam Hussein ist nicht wegen Israel in Kuwait einmarschiert, hat nicht wegen Israel Saudi‑Arabien bedroht und sein eigenes Volk hingeschlachtet.
- Ägypten hat nicht wegen Israel in den sechziger Jahren Giftgas gegen den Yemen eingesetzt.
- Assad, der Vater, hat nicht wegen Israel in einer Woche Zehntausende seiner eigenen Bürger in EI Hamma in Syrien umgebracht.
- Die Herrschaft der Taliban in Afghanistan und der Bürgerkrieg dort hatten nichts mit Israel zu tun ‑ und ich könnte noch lange weitermachen.
Die Wurzel der Schwierigkeiten ist, dass diese ganze muslimische Region völlig funktionsunfähig ist, in jeder Bedeutung des Worts. Sie wäre das auch, wenn Israel der Arabischen Liga beigetreten wäre, und wenn hundert Jahre lang ein unabhängiges Palästina existiert hätte.
Die 22 Mitgliedsländer der Arabischen Liga, von Mauretanien bis zu den Golfstaaten, haben eine Gesamtbevölkerung von 300 Millionen ‑ mehr als die Vereinigten Staaten und fast so viel wie die EU vor ihrer Erweiterung. Flächenmäßig sind sie größer als die USA oder ganz Europa. Diese 22 Länder, mit all ihrem Öl und ihren natürlichen Ressourcen, haben insgesamt ein Bruttosozialprodukt (BSP), das kleiner ist als das der Niederlande plus Belgien und halb so groß wie das von Kalifornien.
Bei diesem mageren BSP sind die Unterschiede zwischen Reich und Arm unglaublich, und zu viele Reiche haben ihr Geld nicht durch geschäftliche Erfolge verdient, sondern durch Korruption und Macht.
Der soziale Status der Frau ist weit unter dem in der westlichen Welt vor 150 Jahren.
Die Menschenrechte liegen unter jedem vernünftigen Standard, trotz der grotesken Tatsache, dass Libyen zum Vorsitzenden der UN‑Menschenrechtskommission gewählt wurde.
Nach einem Bericht, der von einem Komitee arabischer Intellektueller erstellt und unter der Schirmherrschaft der UN veröffentlicht wurde, ist die Zahl der Bücher, die von der gesamten arabischen Weit übersetzt werden, viel kleiner als das, was das kleine Griechenland übersetzt. Die gesamte Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen von 300 Millionen Arabern ist geringer als die von sechs Millionen Israelis.
Die Geburtenraten in der Region sind sehr hoch. Das vermehrt die Armut, die sozialen Spannungen und den kulturellen Niedergang. Und all dies geschieht in einer Region, von der man vor nur 30 Jahren annahm, sie sei der Teil der Welt, der als nächster zu Wohlstand kommen würde, und in einem muslimischen Bereich, der einmal in der Geschichte eine der am höchsten entwickelten Kulturen der Welt hervorbrachte.
Es muss gesagt werden, dass all dies eine nicht vorhersehbare Brutstätte schafft für grausame Diktatoren, Terrornetzwerke, Fanatismus, Aufhetzung, Selbstmordattentäter und allgemeinen Niedergang. Es ist auch eine Tatsache, dass fast jedermann in der Region für diese Situation die Vereinigten Staaten, Israel, die westliche Zivilisation, Judentum und Christentum anklagt ‑ irgendjemanden oder irgendetwas, außer sich selbst.
Das Problem ist, dass die große schweigende Mehrheit dieser Muslime zwar keinen Anteil am Terror und an der Aufhetzung haben, aber auch nicht dagegen aufstehen. Sie werden mitschuldig durch Unterlassung, und das gilt für politische Führer, Intellektuelle, Geschäftsleute und viele andere. Viele von ihnen können sehr wohl Recht von Unrecht unterscheiden, haben aber Angst, ihre Meinung zu äußern.
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August 14, 2008 um 3:10
Der Iran-Konflikt wird sich in diesem Jahr noch zuspitzen. Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass die Bush-Administration wirklich noch vor dem Ende von Bush(idos) Amtszeit einen Angriffskrieg beginnt? und dann gute Nacht?
August 14, 2008 um 6:28
zwar richtig ist, jedoch hat man all ählend dem westen zu verdanken.
der westen, insbesondere die amerkaner, sind immer negativ gegenüber den ölmultis eingestellt.
August 15, 2008 um 7:19
Man nenne mir ein islamisches Land, in dem es in Sachen Menschenrechte, Gleichberechtigung, Wohlstand usw. für die breite Masse einigermaßen zufriedenstellend aussieht. Wahrscheinlich Fehlanzeige. Seit sehr langer Zeit sieht jeder (der es sehen will) wohin islamische Glaubensgrundsätze führen. Vom internationalen – ? nein, islamischen Terror garnicht zu reden. Da man dort eine Trennung von Staat und Religion nicht kennt, wirkt alles wie versteinert, wird jede positive Entwicklung im Keim erstickt.
Und man muß es deutlich sagen, durch die unkontollierte Zuwanderung importieren wir diese Probleme auch noch. Christliche und islamische Kulturen sind völlig inkompatibel. Doch mittlerweile sind die Menschen hier sehr sensibel für diese Entwicklung geworden und es werden ständig mehr. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser im Großen und Ganzen gut funktionierendes Gemeinwesen, unsere christlich/jüdisch geprägte Kultur doch noch rechtzeitig gegensteuert. Die übergroße Mehrheit der Deutschen/Europäer sind mit unserer freiheitlichen, toleranten und offenen Lebensweise nämlich sehr zufrieden