Von Karl Pfeifer
Memri (The Middle East Media Research Institute), hatte bis vor einigen Jahren ein Büro in Berlin und dort wurden Texte aus dem Arabischen direkt ins Deutsche übersetzt. Leider muss auch Memri sparen und so bleibt dem interessierten Leser nur die Möglichkeit, die englischen Übersetzungen zu lesen.
Am 5. August 2008 publizierte Memri ein Interview mit den Mitgliedern des ägyptischen Vereins der einzigartigen Schnurbartträger (Egyptian Unique Moustache Association), das vom ägyptischen Fernsehen am 11. Juli 2008 ausgestrahlt wurde. Der Clip kann auf http://www.memritv.org/clip/en/1829.htm gesehen werden.
Hier ein Auszug:
Journalist: „Respektieren Sie alle Arten von Schnurbärten – unabhängig von Größe, Länge oder Breite?“
Allam Muhammad Abdel Al-Halim: „Selbstverständlich“
Journalist: „Sogar Hitlers Schnurbart?“
Kapitän Sayyed Shahada: „Natürlich, Ich respektiere den Schnurbart von diesem Hitler, weil er die verachtenswerteste Sekte der Welt demütigte. Er unterwarf ein Volk, das die ganze Welt unterwarf – er mit seinem ‚11’ Schnurbart.
Doch mit solchen Interviews in arabischen Fernsehen wird die Legende zerstört, dass Antisemitismus eine Reaktion auf die Gründung des Staates Israel wäre. Manche glauben, wenn nur Israel mit seinen Nachbarn ein Dokument unterzeichnen würde, das die Feindseligkeiten einstellt, dann würde der jüdische Staat von der arabischen Welt akzeptiert werden. Andere meinen, Israel müsste sich lediglich von den 1967 eroberten Gebiete zurückziehen und alles käme in Ordnung. Leider zeigt das Beispiel Gaza, dass die Nachbarn solch einen Rückzug nur als Beweis für die Schwäche Israels betrachten würden.
Hierzulande geben einige vor, sie würden gegen Israel nur deswegen Stellung nehmen, weil es Gebiete erobert hat.
Doch man sollte die Geschichte des Nahen Ostens kennen, um festzustellen, dass es andere Grenzberichtigungen und auch Eroberungen gibt, über die man hierzulande fast gar nichts erfährt.
Wer weiß schon, dass es 1938 im Gebiet von Alexandrette eine Volksabstimmung gab und sich die Mehrheit der bis dahin in Syrien lebenden Bevölkerung für die Türkei entschied. Syrien hat das zur Kenntnis genommen und heute wird das nicht einmal in syrischen Schulbüchern erwähnt.
Man könnte ja am Golan auch eine geheime Volksabstimmung durchführen und feststellen, wohin die Mehrheit der dort lebenden Menschen gehören will.
Und wie steht es mit der Region Al Ahwaz, die sich heute im Iran befindet und die mehrheitlich von Arabern bevölkert wird und erst 1925 von den Persern erobert wurde? Hörte man da Jahrzehnte die gleiche Propaganda gegen Okkupation wie im Fall Israel?
Nun kann argumentiert werden, dass dies lange vor 1967 war. Doch die zu den Vereinten Arabischen Emiraten gehörenden Inseln Abu Mousa, die großen und kleinen Tunbs wurden erst 1971 vom Iran besetzt und Iran besiedelt diese Inseln. So weit ich informiert bin, hat sich keine deutsche oder österreichische Organisation gegen diese Okkupation gewendet.
Warum also in dem einen Fall ständige Aufregung und Verurteilung eines Landes und im anderen Fall totales Schweigen? Kann das damit zusammenhängen, weil Israel ein jüdischer und demokratischer Staat ist?
Quelle








